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    Bad Kreuznach

    Hans Dirk Nies mit Alles oder Nichts-Strategie:  Dickes kann Landratsjob nicht

    Zweieinhalb Wochen vor der Landratswahl am 19. März überrascht SPD-Kandidat Hans Dirk Nies mit einem Paukenschlag. Der Erste Kreisbeigeordnete stellt unmissverständlich klar, dass es nach der Wahl keine Zusammenarbeit mit seiner CDU-Kontrahentin Bettina Dickes geben wird. „Entweder es klappt, oder ich orientiere mich völlig neu“, machte Nies im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“ deutlich.

    Die Zeit der freundlichen Kabbelei wie hier beim FDP-Forum am 31. Januar im Bad Kreuznacher Fürstenhof ist vorbei. Hans-Dirk Nies (SPD) will nicht mit Bettina Dickes (CDU) zusammenarbeiten.  Foto: Stefan Munzlinger
    Die Zeit der freundlichen Kabbelei wie hier beim FDP-Forum am 31. Januar im Bad Kreuznacher Fürstenhof ist vorbei. Hans-Dirk Nies (SPD) will nicht mit Bettina Dickes (CDU) zusammenarbeiten.
    Foto: Stefan Munzlinger

    Sollte Nies erneut mit seiner Landratskandidatur scheitern, will er sich komplett aus der Politik – also auch aus dem Stadtrat und der Partei – zurückziehen, daran lässt er keinen Zweifel. „Die Menschen müssen sich entscheiden. Mich reizt die Aufgabe, aber ich werde mich nicht verbiegen“, bekräftigt der 50-jährige Winzenheimer, der bei der Landratswahl 2008 gegen Franz-Josef Diel (CDU) den Kürzeren zog und seit 2007 als Erster Beigeordneter des Kreises unter anderem für Jugend, Soziales und den Abfallwirtschaftsbetrieb zuständig ist.

    Nies: Apparat mit 600 Mitarbeitern und 250 Millionen Umsatz leiten - dazu braucht es Erfahrung

    Seiner ärgsten Kontrahentin Bettina Dickes traut Nies nicht zu, den Apparat Kreisverwaltung mit rund 600 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von rund 250 Millionen zu führen. „Das kann sie nicht. Sie steckt noch viel zu sehr in der Landespolitik und damit verknüpft in der Oppositionsrolle fest“, unterstreicht er. Außerdem habe sie nie selbst eine Vorgesetztenfunktion ausgeübt, spricht der Sozialdemokrat seiner Mitbewerberin, die bis zur Landtagswahl im März 2016 zehn Jahre dem Landtag angehörte, die Eignung für den Landratsjob ab.

    Sollte Bettina Dickes bei der Landratswahl nicht gewinnen, hat sie keinen Plan B in der Tasche. „Ich setze auf Sieg und will Landrätin werden. Ich möchte jetzt noch nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn ich verliere. Dann wäre ich nicht mehr voll motiviert“, begründet sie ihre Haltung.

    Dickes: „Ich werde alles auf mich zukommen lassen"

    Es gebe auf jeden Fall keinerlei Absprachen mit der SPD, betont die 45-Jährige im Hinblick auf Spekulationen, wonach der Sieger Landrat und der Verlierer Erster Beigeordneter wird oder bleibt. Diese sind mit der Aussage von Nies ohnehin hinfällig. Mit Planspielen beschäftige sie sich zurzeit nicht. „Ich werde alles auf mich zukommen lassen und erst mal abwarten, wie die Wahl ausgeht.“

    Dickes selbst könnte sich grundsätzlich aber eine Zusammenarbeit mit Nies vorstellen – egal in welcher Konstellation. „Wir giften uns nicht an und kommen menschlich ordentlich miteinander aus“, sagte die CDU-Kreisvorsitzende aus Bad Sobernheim auf Anfrage unserer Zeitung zu diesem Thema.

    Außer den beiden favorisierten Kandidaten von SPD und CDU bewerben sich auch die parteilose Anke Schumann aus Bad Sobernheim und der Satiriker Philipp Dietrich (Die Partei) aus Bad Kreuznach um die Nachfolge von Franz-Josef Diel (CDU). Sollte keiner aus dem Quartett beim ersten Wahlgang am 19. März mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, kommt es zwei Wochen später zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen zur Stichwahl.

    Von unseren Redakteuren Gustl Stumpf und Kurt Knaudt

    Kommentar: Alles-oder-Nichts-Botschaft von Nies ist konsequent

    Hans-Dirk Nies geht aufs Ganze: Nachdem er schon bei der DGB-Podiumsdiskussion vor einer Woche den Ton gegenüber Bettina Dickes spürbar verschärft hatte, spielt er jetzt – für viele überraschend – die Alles-oder-Nichts-Karte.  Damit wird der Wahlkampf, der bisher so vor sich hinplätscherte, auf einen Schlag extrem zugespitzt.

    Denn der Sozialdemokrat sendet damit eine eindeutige Botschaft an die Wähler: Wenn ihr mich nicht zum Landrat wählt, will ich auch kein Beigeordneter bleiben. Das ist radikal konsequent: Denn sollte Nies nach seiner Schlappe 2008, als er überraschend Franz-Josef Diel unterlag, erneut scheitern, würde ihm für immer das Verlierer-Image anhaften.

    Alles oder nichts: Damit verbindet der SPD-Kreisvorsitzende allerdings auch die knallharte Aussage, dass er sich für absolut geeignet hält, den Landratsjob gut zu machen – seine Kontrahentin hingegen nicht. Damit sind die Fronten ein für allemal geklärt, die Wohlfühlphasen im Wahlkampf vorbei.

    Bei der SPD wird diese bewusst polarisierende Offensivaktion gut ankommen, Dickes und die Christdemokraten aber werden sie nach der ersten Schockstarre als üble Blutgrätsche empfinden und die Reihen schließen – vor allem in der Stichwahl, wo alles andere als ein direktes Duell zwischen Nies und Dickes eine Sensation wäre.

    Für diesen Showdown hat Nies jetzt schon die Bühne bereitet.

    E-Mail: kurt.knaudt@rhein-zeitung.net

    Auch im "roten Westen" keine Chance für Nies - Richtet Dickes Bürgersprechstunden ein?Meisenheim: Viele Wähler, schnelle Zählung und doch enttäuschend - SPD-Bastion ging verlorenHinter den Kulissen: Vom Trauma zum Triumph - Bettina Dickes bleibt coolAnalyse: Bettina Dickes mobilisiert ihre Klientel - Häme kein ThemaAlle Ergebnisse in Tabellen und Grafiken: Stichwahl zur Landratswahl in Bad Kreuznachweitere Links
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