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Bingen

Grünes Haus macht der Gartenstadt Platz

Das exklusive Wohnviertel namens Gartenstadt in bester Lage am Binger Rheinufer soll weiter expandieren und um weitere vier Stadtvillen wachsen.

Die Hafenstraße weist im Bereich der Gebäude der ehemaligen Güterabfertigung am Binger Rheinufer eine behindernde und nicht ungefährliche Engstelle auf. Wenn die Häuser gefallen sind, wird die Fahrbahn verbreitert.
Die Hafenstraße weist im Bereich der Gebäude der ehemaligen Güterabfertigung am Binger Rheinufer eine behindernde und nicht ungefährliche Engstelle auf. Wenn die Häuser gefallen sind, wird die Fahrbahn verbreitert.
Foto: Rainer Gräff

Die Binger Gartenkabinette (Bildmitte) und die grünen Gebäude der früheren Güterabfertigung (links) werden abgerissen, um der Expansion der Wohnbebauung der Gartenstadt Platz zu machen. Die Uferpromenade und der markante Industriekran (rechts) bleiben erhalten. Fotos: Rainer Gräff
Die Binger Gartenkabinette (Bildmitte) und die grünen Gebäude der früheren Güterabfertigung (links) werden abgerissen, um der Expansion der Wohnbebauung der Gartenstadt Platz zu machen. Die Uferpromenade und der markante Industriekran (rechts) bleiben erhalten. Fotos: Rainer Gräff
Foto: Rainer Gräff

Dafür müssen das sogenannte Grüne Haus mit der alten Halle der früheren Güterabfertigung sowie die Binger Gartenkabinette weichen.

Das frühere Landesgartenschaugelände wird weiter bebaut. Weitere 28 Wohneinheiten in vier Gebäuden beinhaltet der geplante dritte Bauabschnitt der Gartenstadt. Die bauliche Entwicklung geschieht rheinabwärts, also westlich der bereits bestehenden sieben Gartenstadt-Häuser.

Bevor jedoch der erste Spatenstich getätigt werden kann, sind einige Vorarbeiten zu leisten. Das Grüne Haus, in dem zuletzt die Büros der Landesgartenschau untergebracht waren, sowie die Blumenhalle (ehemals Güterabfertigungshalle der Bahn) mit der überdachten Freifläche stehen der städtebaulichen Entwicklung im Weg. Die betagte Mieterin aus dem Grünen Haus bekam eine neue Wohnung, ansonsten waren die Gebäude nur noch als Lager beziehungsweise Archiv sowie selten für Veranstaltungen wie den Binger Gartenmarkt genutzt.

Verschwinden müssen aber auch die bei Bingern wie Touristen gleichermaßen beliebten Gartenkabinette, die drei Sommer lang das Bild auf dem früheren Landesgartenschauterrain bereicherten. Der Abriss läuft bereits.

Die Beseitigung der alten Gebäude macht auch den Weg frei für den Ausbau der Hafenstraße an dieser Stelle. Hier besteht auf der einzigen bahnübergangsfreien Zufahrt zum Rhein-Nahe-Eck mit Kongresszentrum, NH-Hotel und Museum am Strom ein vor allem für Fußgänger und Radler gefährlicher Engpass zwischen Hauswand und Kolonnadenmauer. Außer dem auf und ab führenden Radweg an der Mauer soll künftig auf der Rheinseite der Hafenstraße ein durchgängiger Bürgersteig entstehen. Mit dem Ausbau auf normale Breite werden auch gefährliche Begegnungen im Hafenstraßenverkehr – vor allem unter Beteiligung von Reisebussen oder Lastwagen – der Vergangenheit angehören.

Doch bis dahin und auch bis zum Baubeginn der weiteren vier Stadtvillen werden wohl noch viele Wochen vergehen. Der Abriss von Grünem Haus und Güterhalle soll laut der Ausschreibung, die in diesen Tagen veröffentlicht wurde, in der 15. bis 19. Kalenderwoche geschehen. Der Beginn wäre somit also nach Ostermontag. Ausgeschrieben sind der "Abriss Hafenstraße 2 mit Nebengebäuden" und die Entsorgung. Der umbaute Raum beträgt rund 12 000 Kubikmeter, zum Arbeitsumfang gehört aber auch die Trennung und Entsorgung von circa 965 Tonnen "verschiedener gefährlicher Abfallstoffe" aus längst vergangenen Güterabfertigungszeiten.

Auf alle Fälle noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der nächsten vier Häuser der Gartenstadt begonnen werden. Die Wohnungen der ersten beiden Bauabschnitte sind bis auf zwei ausnahmslos verkauft, sagt Jens Treske (Sparkasse), einer der beiden Geschäftsführer der Gartenstadt Bingen GmbH. Der zweite ist Christoph Stähler (Stadt Bingen).

In der GmbH arbeiten die Entwicklungsgesellschaft Bingen (EGB) als Gründung der Stadt sowie die Sparkasse Rhein-Nahe zusammen.

Rainer Gräff

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