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Bad Kreuznach

Grausiger Skelett-Fund am Hungrigen Wolf: Zähne und Schädel könnten das Rätsel lösen

Wer ist der oder die Tote? Woran ist er oder sie gestorben? Zur Zeit untersuchen Gerichtsmediziner der Mainzer Rechtsmedizin das am Samstag in der Nähe Winzenheims – die Gemarkung rund um die Fundstelle wird nach einer tragischen Geschichte Hungriger Wolf genannt – gefundene menschliche Skelett.

Ein Jäger entdeckte das Skelett am späten Samstagnachmittag und alarmierte die Polizei. Beamte der Polizeiinspektion Bad Kreuznach rückten an, die Spurensicherung und Kriminalbeamte aus Mainz wurden verständigt. Die Feuerwehr sorgte für die Ausleuchtung des Tatorts. Der Fundort, ein wenig ansehnlicher, auffällig vermüllter Baumstreifen zwischen dem Ortsausgang des Stadtteils Winzenheim und dem Kreisverkehr am Hungrigen Wolf, wurde von den Experten analysiert, die menschlichen Überreste wurden zur Untersuchung in die Rechtsmedizin nach Mainz gebracht.

Die polizeilichen Ermittlungen können erst intensiviert werden, wenn weitere Details bekannt sind. „Im Moment liegen keine Hinweise auf ein Tötungsdelikt vor“, erklärt Jochen Capalo, Pressesprecher des Mainzer Polizeipräsidiums, verweist aber auf den noch nicht weit fortgeschrittenen Stand der Untersuchungen der Rechtsmedizin. Ein Todermittlungsverfahren wurde eingeleitet, der Ausgang ist völlig offen.

Eine natürliche Todesursachen kann bei skelettierten Leichen häufig nur per Ausschlussverfahren diagnostiziert werden, ein gewaltsamer Tod, durch einen Schlag auf den Kopf beispielsweise, kann hingegen durch eine Analyse der Schädeldecke erkannt werden. Ist keine gewaltsame Todesursache feststellbar, wird von einem natürlichen Tod ausgegangen.

Keine offiziellen Angaben gibt es zur Vollständigkeit des Skelettes. Wie unserer Zeitung aber aus Behördenkreisen signalisiert wurde, seien alle für die Untersuchung wichtigen Knochenteile vorhanden.

Wie in den„Alt-Creutznacher-Geschichten“ aus einer Ausgabe des „Oeffentlichen“ aus dem Jahr 1910 berichtet wird, errichtete nahe der Fundstelle des Skeletts in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hannes Wolf eine Herberge.

Er stürzte sich zu Tode, sein Sohn verprasste das Erbe, wurde zum Bettler. Man nannte ihn den „Hungrigen Wolf“. Er verstarb auf ungeklärte Weise. ri

Geschlecht, Alter und Todesursache sind bis dato noch unbekannt. Das soll sich aber so schnell wie möglich ändern. Eine besondere Rolle spielen dabei die Zähne, wie uns Prof. Dr. Marcel A. Verhoff, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Frankfurter Goethe-Universität, im Gespräch erzählt. An Hand des Zahnstatus, unbehandelter Krankheiten und Füllungen könne man gut eingrenzen, in welcher Zeit der oder die Verstorbene gelebt habe. „Das Geschlecht lässt sich am besten über das Becken und den Schädel bestimmen, außerdem gibt der Schädel Aufschluss über die Herkunft, ob die Person aus Europa oder aus Asien stammte“, bringt Prof. Dr. Verhoff etwas Licht ins Dunkel der forensischen Methoden.

Eminent wichtig sei es zu beantworten, wie lange die Leiche dort schon gelegen hat. „In einem heißen Sommer kann ein Leichnam innerhalb von sechs Wochen skelettieren“, informiert er. Generell sei es aber gut gewesen, dass die Experten schnell vor Ort waren. Prof. Dr. Verhoff weiß: „Auch das, was sich um die Leiche herum befand, die Beifunde, können bei der Ermittlung helfen."

Sind Alter, Geschlecht und Körpergröße ermittelt, beginnt die eigentliche Polizeiarbeit. Dann werden Vermisstenfälle der Region mit den Informationen über die Leiche abgeglichen. Marian Ristow

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