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Bad Kreuznach

Gestrandeter Wanderzirkus Danielo: Hilfswelle lässt Hoffnung aufkommen

Die Hilfswelle für den Wanderzirkus Danielo rollt. Heu und Stroh für die Tiere, Lebensmittel für die Familie, ja sogar Weihnachtsgeschenke für die keine Alyshia, das dreijährige Enkelkind der Zirkuschefin Monja Rojan, haben Bürger in den zurückliegenden Tagen auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese abgegeben. „Das ist schon außergewöhnlich. Sehr rührend. Damit hätten wir nie gerechnet. Ich danke allen ganz herzlich“, erklärte Monja Rojan, die mit ihrem Unternehmen seit Anfang Dezember auf dem Messegelände Quartier bezogen hat. Aus der Not heraus.

Ein Kofferraum voller Lebensmittel: Monja Rojan freut sich über die von den Rotariern und Helmut Schmidt angestoßene Hilfsaktion.  Foto: Gustl Stumpf
Ein Kofferraum voller Lebensmittel: Monja Rojan freut sich über die von den Rotariern und Helmut Schmidt angestoßene Hilfsaktion.
Foto: Gustl Stumpf

Initiiert wird die Solidaritätsaktion vom Rotary Club Bad Kreuznach-Nahetal, der sich eingeschaltet hat, als die Stadt dem Zirkus Strom und Wasser verweigerte sowie Zwangsgeld (10.000 Euro) und Zwangsräumung androhte. „Das tut mir in der Seele weh“, unterstrich Rotarypräsident Helmut Schmidt (Pfaffen-Schwabenheim) am Donnerstag noch einmal. Schon vor den Festtagen hatte er betont, dass niemand an Weihnachten ohne Strom und Wasser dasitzen müsse. Kurzerhand übernahmen die Rotarier die Kaution für die Freischaltung in Höhe von 600 Euro und versicherten, damit auch die späteren Verbrauchskosten abzudecken.

Dass es mit dem Wasser trotzdem dauerte, bezeichnete Schmidt im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“ als „Beamtenwillkür“. 700 Euro Pfand wollten die Stadtwerke zusätzlich haben, rückten allerdings davon ab, als Schmidt energisch protestierte. Bis zum 2. Januar 2018 dauert die Schonfrist für den Zirkus noch, dann muss sich Monja Rojan erneut beim Ordnungsamt melden und mögliche Alternativstandorte nennen. Kein leichtes Unterfangen, Gespräche werden geführt. „Ich wünschte, dass sie bis März bleiben dürften“, sagte Schmidt, dann könnten sie von Bad Kreuznach aus in die Saison starten.

Am Donnerstag stellte der Rotary Club nochmals jede Menge Lebensmittel zur Verfügung, die durch Spenden der Mitglieder gekauft werden konnten. „Wir haben das Projekt auf unserer Weihnachtsfeier vorgestellt und waren uns einig, da müssen wir helfen, ohne Einfluss auf die rechtliche Situation nehmen zu wollen“, unterstrich Schmidt. Mit der Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer habe er zwischenzeitlich telefoniert, aber „sie hätte sich auch mal hier blicken lassen können“, monierte er. Sei's drum: Das Weihnachtsfest konnte die Familie mit Monja Rojan, den Söhnen Romano, Anosch und Jakel, der Enkelin Alyshia, dem Lebensgefährten der Chefin Jakob Reinhard sowie den beiden Mitarbeitern Manfred und Axel dank der Unterstützung in angemessener Atmosphäre feiern.

Draußen allerdings wurden die Wasserpfützen aufgrund der nasskalten Witterung immer größer, mussten die Tiere – neben den drei Hunden noch fünf Lamas und zehn Ponys – umquartiert werden, damit sie im Trockenen stehen. Das Veterinäramt überprüfte die Tiere gerade erst – nach Auskunft der Zirkuschefin ohne Beanstandung. Hilfe kam auch von Thilo Krapf vom benachbarten Reiterhof. Er schickte Heu und Stroh, ebenso wie die Landwirte Björn und Hermann Borniger aus Ellern. Fürs Erste, so scheint es, ist der Zirkus aus dem Gröbsten raus. Und Helmut Schmidt will ihn auch nach dem 2. Januar 2018 nicht im Regen stehen lassen.

Von unserem Redaktionsleiter
Gustl Stumpf

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