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Fürfeld

Fürfeld: Jetzt wird die komplette Wahl infrage gestellt

"Eine komische Nummer": Die Ergebnisse der Kommunalwahl vom 25. Mai in Fürfeld stehen nach Beschwerde eines Bürgers zur Disposition. Nun ist die Kommunalaufsicht am Zug.

Von unserem Redaktionsleiter Gustl Stumpf

Ist die Kommunalwahl am 25. Mai in Fürfeld unter irregulären Bedingungen über die Bühne gegangen? Hat der CDU/FWG-Kandidat Klaus Zahn als Schriftführer im Wahlausschuss tatsächlich während des Wahlgangs ein Wählerverzeichnis in seinem privaten Laptop aktualisiert?

Und welche Schlussfolgerungen ergeben sich aus diesem Vorgang? Das sind die entscheidenden Fragen, die vor der Stichwahl am Sonntag zwischen Zahn und dem Amtsinhaber Hans-Georg Jost (SPD) nicht nur die Bürger von Fürfeld, sondern auch die Kommunalaufsicht und die Staatsanwaltschaft beschäftigen.

Klaus Zahn
Klaus Zahn

Wie bereits berichtet, dementiert Zahn die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er habe lediglich eine elektronische Strichliste in seinem Laptop geführt, um möglichst schnell eine Aussage über die Wahlbeteiligung machen zu können, erklärt Zahn. Der Kommunalaufsicht, dem Landesdatenschutzbeauftragten und der Staatsanwaltschaft liegen jedoch anderslautende Berichte vor. Das bekräftigt einer der Augenzeugen, Dr. Stephan Schlitz, Mitglied der Bürgerliste Fürfeld. Er hat am Wahlsonntag fünf Stunden neben Zahn gesessen, dessen Tun verfolgt, sogar reklamiert, sei aber mit dem Hinweis auf die besagte Strichliste zunächst beruhigt worden. „Ich dachte wie viele andere, es handelt sich um einen behördlichen PC“, sagt Schlitz.

Amtsinhaber Hans-Georg Jost
Amtsinhaber Hans-Georg Jost

Inzwischen hat er eine andere Sicht der Dinge und bei Ortsbürgermeister Jost sowie der Kommunalaufsicht in Bad Kreuznach ganz offiziell Einspruch gegen die Anerkennung des kompletten Wahlergebnisses vom 25. Mai eingelegt. „Ich habe das Verzeichnis gesehen – eine codierte Liste von 2009, alphabetisch sortiert, individuell gekennzeichnet“, verdeutlicht Schlitz. „Das lässt die gesamte Wahl unter anderen Gesichtspunkten erscheinen.“ Seinen Schritt bewertet er als unausweichlich und konsequent. „Wir müssen doch irgendwann im Gemeinderat vertrauensvoll zusammenarbeiten.“ Dafür sieht Schlitz keine Basis, wenn jetzt alles unter den Teppich gekehrt wird.

Dr. Johannes Blank, der Kandidat der Bürgerliste, der den Einzug in die Stichwahl verpasste, nennt das Ganze „eine komische Nummer“. Die Verdienste von Zahn will er nicht in Abrede stellen, „aber so eine Sache geht nicht“, verdeutlicht er. Wie sich die Bürgerliste insgesamt positioniert, lässt Blank offen, dementiert aber, dass es bereits eine Empfehlung in Richtung Amtsinhaber Jost gibt.

In Fürfeld sorgt das Thema natürlich für Betroffenheit. Auch Jost unterstreicht: „Schön finde ich das alles nicht.“ Wie es weitergeht, ist zwei Tage vor dem Finale völlig offen. Für heute hat die Kommunalaufsicht eine Stellungnahme angedeutet. Wird die Stichwahl vor dem Hintergrund der Affäre vielleicht sogar abgeblasen? Reine Spekulation, aber die Zeit zur Klärung der Angelegenheit ist kurz. Und die Vorwürfe wiegen schwer.

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