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    Bad Kreuznach

    Für 200 Euro: Maskenmann sollte Nebenbuhlerin beseitigen

    Ganze 200 Euro wollte sie sich einen Mord kosten lassen. 100 Euro hatte eine 43-jährige Frau aus dem Kreis Bad Kreuznach bereits angezahlt, weitere 100 Euro sollte es für den Auftragsmörder geben, wenn die neue Lebensgefährtin ihres Ex-Mannes tot ist. Doch der Mordversuch schlug fehl.

    Maske
    Eine solche Maske trug der Täter.
    Foto: Polizeipräsidium Mainz

    Von unserer Redakteurin Denise Bergfeld

    Seit Mittwoch muss sich ein Trio vor dem Bad Kreuznacher Landgericht verantworten, das diesen Mord von langer Hand geplant haben soll. Es handelt sich um Mutter (43), Sohn (21) und einen Bekannten des Sohnes (22), der die Tat ausführen sollte und die Tat auch am ersten Prozesstag einräumte.

    Rückblick: Es ist der 25. März 2014. Bewaffnet mit einem Messer, das Gesicht verborgen hinter einer Maske aus der Horrorfilmreihe "Saw", postiert sich der 22-Jährige hinter der Schlafzimmertür in der Wohnung seines Opfers. Die Wohnungsschlüssel und die Maske soll er zuvor nach diversen Treffen mit den beiden Mitangeklagten von seiner Auftraggeberin erhalten haben. Als sein Ziel, eine 46 Jahre alte Frau aus der Verbandsgemeinde Langenlonsheim, ihre Wohnung betritt, stürzt der Maskenmann hervor, beschimpft die Frau als Schlampe und schlitzt ihr mit dem Messer den Hals auf.

    Die Wunde ist sieben Zentimeter lang. Wäre sie nur fünf Millimeter tiefer gewesen, hätte das Opfer wohl nicht überlebt, heißt es. Die Frau wehrt sich, reißt dem Täter noch die Maske vom Gesicht, der 22-Jährige flüchtet. Sie wird später in einer Klinik notoperiert, überlebt den Mordanschlag nur knapp.

    Es war nicht der erste Anlauf von Mutter und Sohn, die 46-Jährige zu beseitigen. Bereits im Januar versucht der Sohn der Angeklagten, die Frau in ein Gespräch zu verwickeln und mit einer mit Gift versetzten Zigarette aus dem Weg zu räumen. Doch die 46-Jährige, die als Nebenklägerin im Gerichtssaal anwesend war, lehnt die Zigarette ab.

    Darüber hinaus räumt der Sohn ein, dass auch seine 13-jährige Freundin dazu herhalten sollte, der Nebenklägerin eine vergiftete Zigarette zu übergeben. Dazu war das Mädchen von seiner Mutter überredet worden. Doch dieser Tatplan wird kurz vor seiner Durchführung wieder verworfen.

    Die drei Angeklagten sitzen heute in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem versuchten Mord sowie Anstiftung und Beihilfe zum versuchten Mord vor. Mehr als 40 Seiten umfasst die Anklageschrift in dem Prozess, für den mindestens fünf weitere Termine angesetzt sind. Am ersten Prozesstag äußern sich die drei Angeklagten unter anderem zu ihrer Lebensgeschichte. Der Maskenmann berichtet von seiner Kindheit. Davon, dass sein Vater die Familie verließ, als er klein war, seiner Mutter das Sorgerecht entzogen wurde und er mit fünf Jahren zu seinen Großeltern kam. Von Aufenthalten in der Psychiatrie, aggressivem Verhalten, Essstörungen bis hin zu seiner Obdachlosigkeit kurz vor der Inhaftierung.

    "Horrorfilme sind für mich wie Komödien", sagt er. In dem Film "Saw" gebe es Szenen, über die er nur lachen könne. Als er die Tat schildert, äußert er immer wieder stockend, mit leiser Stimme und gesenktem Blick, dass er gar nicht gewusst habe, was er da tue. Dann bricht er seine Aussage ab. Sein Anwalt verkündet, er könne einfach nicht mehr.

    Für die Auftraggeberin und fünffache Mutter war es bereits die dritte Ehe. Der erste Mann, Vater des mitangeklagten Sohnes, hatte sie betrogen. Der zweite Mann trank und schlug sie und ihre Kinder. Über eine Annonce und ein Treffen zum Pärchensex an Heiligabend lernt sie Mann Nummer drei kennen, zieht zu ihm, 2010 folgt die Heirat. Doch auch diese Ehe kriselt.

    Immer wieder bricht die Angeklagte in Tränen aus, als das Gericht auf ihren Ex-Mann und jetzigen Lebensgefährten des Opfers zu sprechen kommt. "Ich habe ihn geliebt", beteuert sie.

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