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    Bad Kreuznach

    Fassweinpreise für Riesling  und Dornfelder stark gestiegen

    Auf die Vorstellung des neuen DLS-Chefs warteten gestern Morgen gut 500 Winzer beim Auftakt der 55. Kreuznacher Wintertagung vergebens. Es liege wohl an Einspruchsfristen, meinte Bauernverbandsvorsitzender Reinhold Kessel, der mit dem inoffiziell feststehenden Kandidaten Paul Frowein hochzufrieden ist. Das ist, ohne sonst jemand auf den Fuß treten zu wollen, der Wunschkandidat der Praxis hier vor Ort. Weinbauvizepräsident Knodel hätte sich gewünscht, dass die Spekulation endlich beendet worden wäre. Schließlich war schon für Weihnachten eine offizielle Vorstellung angekündigt worden.

    Ein Prosit auf die Wintertagung. Paul Frowein (4. von links) und Otto Schätzel (3. von rechts) eröffneten sie gemeinsam. Mitte: Laura Dreher, Weinland-Nahe-Geschäftsführerin. Von links: Weinbauvizepräsident Knodel, Weinland-Nahe-Chef Eckes, Fachschulverbandsvorsitzender Kitzer, von rechts Bauernverbandsgeschäftsführer Küstner, Nahepräsident Höfer.
    Ein Prosit auf die Wintertagung. Paul Frowein (4. von links) und Otto Schätzel (3. von rechts) eröffneten sie gemeinsam. Mitte: Laura Dreher, Weinland-Nahe-Geschäftsführerin. Von links: Weinbauvizepräsident Knodel, Weinland-Nahe-Chef Eckes, Fachschulverbandsvorsitzender Kitzer, von rechts Bauernverbandsgeschäftsführer Küstner, Nahepräsident Höfer.
    Foto: Armin Seibert

    Bad Kreuznach - Auf die Vorstellung des neuen DLS-Chefs warteten gestern Morgen gut 500 Winzer beim Auftakt der 55. Kreuznacher Wintertagung vergebens. Es liege wohl an Einspruchsfristen, meinte Bauernverbandsvorsitzender Reinhold Kessel, der mit dem inoffiziell feststehenden Kandidaten Paul Frowein hochzufrieden ist. Das ist, ohne sonst jemand auf den Fuß treten zu wollen, der Wunschkandidat der Praxis hier vor Ort. Weinbauvizepräsident Knodel hätte sich gewünscht, dass die Spekulation endlich beendet worden wäre. Schließlich war schon für Weihnachten eine offizielle Vorstellung angekündigt worden.

    Ein schwieriger Weinjahrgang 2010 mit hohem Beratungsbedarf, vielleicht ein neuer Chef in der Weinbauschule und Schmuddelwetter, das Weinbergsarbeiten erschwert. Diese drei Themen lockten in die voll besetzte Aula der Weinbauschule zum gestrigen Start der 55. Wintertagung. Die Referenten überzeugten mit tiefschürfenden Vorträgen über die optimale Behandlung des säuregeprägten Jahrgangs. Das Mainzer Weinbauministerium blieb hingegen die seit Oktober angekündigte Vorstellung des Nachfolgers von Rudolf Schunck schuldig.
    So eröffneten die Stellvertreter Paul Frowein und Otto Schätzel gemeinsam die Tagung. Frowein, der dem Vernehmen nach als einziger Kandidat keine Absage erhielt, und damit wohl DLR-Chef wird, begrüßte Winzer und Weinbaufunktionäre. Er verwies vielsagend darauf, dass über die Leitung des DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück beschlossen sei, die Entscheidung aber noch nicht verkündet wurde. „Eine typische Hängepartie“ hieß es dazu im Auditorium.
    DLR-Weinbauabteilungsleiter Otto Schätzel, einer der aussichtsreichen Kandidaten, unterstrich das treffende Tagungsthema: Herausforderung an Technik und Unternehmer, Sicherung der Zukunft durch richtige Entscheidungen. Der deutsche Riesling gelte als der beste weltweit, doch dafür müsse er jetzt richtig behandelt werden. Hohe Säure, hohes Mostgewicht und knappe Menge bildeten eine noch nie da gewesene Mischung: „Jeder braucht Informationen und Erfahrung, wie man mit solchen extremen Situationen umgehen soll. Doch diese Erfahrung haben wir nicht.“
    Die Ernte 2010 an der Nahe sei aber nicht so gering ausgefallen wie in anderen Anbaugebieten, informierte Schätzel. 2009 war es schlimmer. Ein Problem in diesem Jahr: Die hohe Nachfrage nach Fasswein mit stark gestiegenen Preisen bei Riesling und vor allem Dornfelder irritiere den Markt. Teils sei Fasswein so teuer wie der fertige Wein im Supermarktregal. Das könne im umkämpften Segment von zwei Euro letztlich Marktanteile kosten. Deutschland habe hier schon durch die Wirtschaftskrise eingebüßt, und die Direktvermarktung sei wegen der teuren Logistik auf dem Rückzug.
    In der Kellerwirtschaft des DLR klingelten in den vergangenen Wochen unentwegt die Telefone. Meist ging es den Anrufern darum, optimale Lösungen für die Entsäuerung ihrer Moste zu erhalten. „Telefonisch geht das nicht mehr“, sagte Kellerwirtschaftsleiter Udo Bamberger: „Man muss das schmecken.“ Ja, der Neue sei teils hervorragend gelungen, tolle Frucht und Aromen. Der Jahrgang verlange viel Aufmerksamkeit und Pflege. Was Bamberger und seine Kollegen Ulrich Hamm, Dr. Dieter Marbé-Sans und Jörn Butterfass zum Handwerk in Sachen Entsäuerung und Filtration vorschlugen, setzt profundes Chemiewissen und handwerkliches Können voraus.
    „Auch alten Hasen wie mir war so etwas neu“, bewertete Bamberger die Ausgangslage mit hoher Äpfel- und teils niedriger Weinsäure. Erfahrungen aus den 80er-Jahren halfen nur begrenzt, denn damals waren die Trauben unreif. Viele Winzer hätten nun teure Analysen gescheut. Nur die Gesamtsäure herunterzufahren reiche aber nicht. Dann stiegen Calzium- und Kaliumwerte, die Weine würden breit, rau und seifig. Bamberger: „Halten Sie nicht krampfhaft an den Säurewerten vergangener Jahre fest. Höhere Werte sind bei niedrigem ph-Wert durchaus tolerierbar.“
    Dauerthema war auch die bakterielle Entsäuerung, denn wegen Fäulnis geschwefelte Moste wollten teils nicht anspringen. „Bakterienstämme und Analyse sind zu teuer, reicht nicht die halbe Menge?“ Diese Frage hörte Ulrich Hamm oft. Doch die Lösung sei von Wein zu Wein unterschiedlich. Oft seien auch falsche Hefestämme schuld, wenn's nicht geklappt hat.

    Mehr zur Wintertagung auf Seite 18

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