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Bad Kreuznach/Idar-Oberstein

Falscher Diplom-Psychologe?: Prozess wegen Betrugs beginnt vor dem Landgericht

Wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 175 Fällen sowie Falschaussage in sieben Fällen muss sich ab morgen, Dienstag, ein angeblicher Diplom-Psychologe vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Bad Kreuznach verantworten.

Laut Anklageschrift soll der 44 Jahre alte, vorbestrafte Angeklagte aus Idar-Oberstein – dem nach erfolgreichem Abschluss zum psychologischen Berater durch Behördenbescheid die Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde als nichtärztlicher Psychotherapeut erteilt worden war – seit 2005 den akademischen Grad eines Diplom-Psychologen geführt haben. Allerdings hatte er das hierfür erforderliche Universitätsstudium gar nicht absolviert. Mit einer Zeugin, die davon ausgegangen sei, dass der Angeklagte tatsächlich Diplom-Psychologe sei, habe er in Idar-Oberstein sogar gemeinsam ein Institut gegründet.

Zwischen November 2009 und April 2014 soll er in 175 Fällen von Familienrichtern der Amtsgerichte des Bezirks des Landgerichts Bad Kreuznach, aber auch der Amtsgerichte Kusel, Rockenhausen, Kaiserslautern, Trier, Bitburg, Andernach und Viersen mit der Erstattung psychologischer Gutachten beauftragt worden sein. Hierbei seien die zuständigen Familienrichter davon ausgegangen, dass der Angeklagte, wie er durch entsprechende Unterzeichnung seiner Schriftstücke vorgegeben habe, tatsächlich studierter Diplom-Psychologe ist. Seine schriftlichen Gutachten und ergänzenden Stellungnahmen habe der Angeklagte unterschrieben, indem er seinem Namen jeweils die Bezeichnung „Diplom-Psychologe“ oder „Dipl.-Psych.“ hinzugefügt habe.

Bei der Abrechnung seiner Tätigkeit als Gutachter habe die Mitinhaberin des Instituts gegenüber den Amtsgerichten gutgläubig erklärt, dass der Angeklagte seine gutachterliche Tätigkeit ordnungsgemäß erbracht habe und ihm ein Vergütungsanspruch in der geltend gemachten Höhe gegen die Staatskasse zustehe.

Tatsächlich habe dem Angeklagten jedoch keine Vergütung zugestanden, da er seinen Anspruch durch das Führen eines falschen Titels verwirkt habe, so die Anklage. Dies habe der Angeklagte billigend in Kauf genommen – ganz zu schweigen davon, dass seine Gutachten für das Schicksal von Familien mitentscheidend waren. In sieben Fällen habe der Angeklagte vor Gericht falsch ausgesagt, da er bei seiner Vernehmung zur Person bewusst wahrheitswidrig angegeben habe, er sei Diplom-Psychologe. Der Angeklagte hat sich im Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft nicht eindeutig zum Tatvorwurf geäußert. Aufgeflogen war er durch die Aufmerksamkeit einer Mitarbeiterin der Kreisverwaltung Birkenfeld: Ihr war aufgefallen, dass die Diplomurkunde des Mannes Formfehler enthält.

Bad Kreuznach
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