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Kreis Bad Kreuznach

Existenzgründermesse: Rat alter Hasen gefragt – Starthilfe für kreative Köpfe

Stefan Munzlinger

Kreis Bad Kreuznach. Auch ein alter Hase war bei der sechsten Existenzgründermesse am Freitagabend in der Kreisverwaltung dabei: Horst Heieck (56), gelernter Karosseriebauer und zuletzt bei Recaro in Rockenhausen tätig, eröffnet am 1. April 2017 im ehemaligen Krempl-Küchenstudio eine 700 Quadratmeter große Boulderhalle.

Überzeugte etwa die Sparkasse Rhein-Nahe mit einem akribischen Businessplan: Horst Heieck, der mit seiner Frau Margit eine Boulderhalle eröffnet hat.
Überzeugte etwa die Sparkasse Rhein-Nahe mit einem akribischen Businessplan: Horst Heieck, der mit seiner Frau Margit eine Boulderhalle eröffnet hat.
Foto: Stefan Munzlinge

Das im Raum Bad Kreuznach einzigartige Angebot kommt an, rund 65 Kletterer üben sich an den 4,50 Meter hohen Wänden täglich, an sieben Tagen die Woche. Tendenz steigend, vor allem in den bevorstehenden Wintermonaten.

Nicht nur, dass Heieck und seine Frau Margit (55) für sich eine Existenz gegründet haben, sie beschäftigen auch noch fünf Teilzeitkräfte. Und so gilt Heieck, mit silbern-langer Haarmähne bei der Messe am Freitagabend als „Vorzeige-Existenzgründer“, ist als Gesprächspartner gefragt. Sein Erfolgsmodell gründe auf einem einst akribisch ausgearbeiteten Businessplan mit belastbaren Fakten. Der habe beispielsweise die Sparkase Rhein-Nahe als Starthelfer überzeugt. „Denkt nach, bereitet euch vor, seid informiert“, rät Heieck jungen Gründern. Zwar hat er gerade selbst erst den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, will jungen Leuten aber gerne als Ansprechpartner zur Seite stehen.

Repräsentierten den im Juni 2017 gegründeten Bito-Campus Meisenheims, der junge Start-ups unterstützt: Katrin Ramlow (links) und Lena Schweitzer im großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung am Freitagabend.  Fotos: Stefan Munzlinger
Repräsentierten den im Juni 2017 gegründeten Bito-Campus Meisenheims, der junge Start-ups unterstützt: Katrin Ramlow (links) und Lena Schweitzer im großen Sitzungssaal der Kreisverwaltung am Freitagabend. Fotos: Stefan Munzlinger
Foto: Stefan Munzlinge

Vier Fachgruppen – Organisation, Steuern/Recht, Vertrieb/Marketing und Finanzen mit jeweils drei beratenden Unternehmen – stehen den bis zu 70 Interessenten zur Verfügung. Nicht viel für eine viereinhalbstündige Messe? Wirtschaftsjunior und Steuerberater Mirko Syré (40), der die Messe vor sechs Jahren aus der Taufe hob, betont: „Der Aufwand lohnt sich.“ Es gehe darum, den Reiz des Unternehmens ins Bewusstsein der Bürger zu tragen und den angehenden Geschäftsleuten den Weg zu substanziellen Netzwerken zu bahnen. Vor acht Jahren, als er sich auch als Wirtschaftsberater selbstständig machte, gab es eine solche konzentrierte Messe nicht, musste er sich seine Kontakte, seine Infos mühsam zusammensammeln: „Damals hätte ich mir so etwas gewünscht“, sagt Syré am Freitagabend. Der Vortrag von Michael Fluhr (Stadtverwaltung) habe wichtige Infos geboten, müsse sonst für teuer Geld eingekauft werden., so Syré weiter. Und noch ein Ziel der Messe: Nicht nur um die Existenzgründung geht es ihr, auch um die Übergabe mittelständischen Unternehmen an einen Nachfolger. Das Rückgrat der Wirtschaft sei an vielen Stellen ohne Perspektive, suche erzweifelt nach tatkräftigen jungen Leuten, die etwa einen Handwerksbetrieb übernehmen wollen. Der Unterstützung junger Leute hat sich auch der Meisenheimer Bito-Camus in der restaurierten Volksschule der Glanstadt verschrieben. Im Juni 2017 gegründet, will der Campus, eine Tochter der Fritz-Bittmann-Holding (Bito-Lagertechnik), die bald in eine eigenständige GmbH umgewandelt wird, „jungen Gründern helfen“. Etwa mit kostenlosem Büroraum. Derzeit sind da etwa zwei Schüler, die sich mit einem Start-up in Veranstaltungstechnik selbstständig gemacht haben. Oder ein Start-up, das Werbejingles produziert. Die Campus-Hilfe ist mit einem Stipendium zu vergleichen.

Melanie Schmidt (33, BME), gelernte Reisekauffrau, will Fotografin (Tiere, Babys, Familien) werden. Jörg Lenger (IHK) informierte über Starthilfen.
Melanie Schmidt (33, BME), gelernte Reisekauffrau, will Fotografin (Tiere, Babys, Familien) werden. Jörg Lenger (IHK) informierte über Starthilfen.
Foto: Stefan Munzlinge

Sind die Start-ups erfolgreich, auch durch die bis zu sechsstellige finanzielle Unterstützung durch den Bito-Campus, treten sie Anteile an ihre Helferorganisation ab. Fünf, sechs solcher Beteiligungen hält der Campus bereits. Und es werden ganz sicher mehr. In naher Zukunft.

Von unserem Redakteur Stefan Munzlinger

Lob für starke Qualität der angehenden Existenzgründer

„Es ist ein Angebot.“ Thomas Braßel, Wirtschaftsförderer des Kreises, sind nicht die großen Zahlen bei der Existenzgründermesse (auch 2018 um 70) wichtig, sondern die Qualität der Interessenten.

„Und die war richtig gut“, bestätigte Andrea Rosenberg von der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück am Freitagabend bereits kurz vor 18.30 Uhr und damit zwei Stunden vor Ende. „Herzlich willkommen“, rief Stadtwirtschaftsförderer Markus Schlosser Existenzgründern zu.

Genau wie Landrätin Bettina Dickes auf die Sinnfrage von Moderator Benjamin Hilger: „Wir helfen und stellen den Kontakt zu den Netzwerken her.“ mz

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