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Monzingen

Diskussion um die Sicherungsanlagen: Sonderverkehrsschau soll Schranken prüfen

Nach dem Unfalltod von fünf jungen Männern in einem Auto auf dem beschrankten Bahnübergang bei Monzingen vom vergangenen Samstag steht die Frage nach dem "Warum?" im Mittelpunkt. Bis die Unfallursache geklärt ist, wird noch Zeit vergehen.

Von unserem Redakteur Rainer Gräff

Sicher ist: Es wird in absehbarer Zeit eine "Sonderverkehrsschau" geben. Dies erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn AG (Netze) in Frankfurt auf Anfrage. Verkehrsschauen finden auch sonst mehr oder weniger regelmäßig an besonderen Stellen im Verkehrsgefüge statt. Bislang allerdings sahen wohl die beteiligten Stellen und Behörden – darunter Bahn, Feuerwehr, Polizei, Straßenverkehrsträger und Politiker – keinen Anlass, die Monzinger Anlage zu monieren. Jetzt muss wegen des Unfalls besagte Sonderverkehrsschau stattfinden.

Ermittlungen und Spekulationen

Die offiziellen Stellen verweisen auf die laufenden Ermittlungen und Gutachten. Sie sollen erklären, warum der voll besetzte Kleinwagen auf die Gleise geriet, wo er von einem Vlexx-Zug in voller Fahrt erfasst wurde. Bis diese Antworten vorliegen, ist Spekulationen Tür und Tor geöffnet – und der Frage, warum es an dieser Kreuzung von Straße und Schiene "nur" Halbschranken gibt.

Entscheidend sei hier laut der Bahnsprecherin die Situation vor Ort: die Schnelligkeit der Züge, die Zahl der kreuzenden Fahrzeuge und Fußgänger, die Situation für Lkw sind Kriterien. Die gesetzlichen Vorschriften sind in der Frage der Absicherung von Übergängen nicht eindeutig. Dies bemängelt auch der bundes- und europaweit agierende Verkehrssicherheitsingenieur Franz Schilberg, der zahlreiche Fälle untersucht hat. Er sieht auch die örtlichen Politiker in der Pflicht: "Die örtlichen Stellen können etwas bewegen und Veränderungen beantragen."

Keine gesetzlichen Festlegungen

Entscheiden müsse dann das Bundesverkehrsministerium. Kommt es zu Neu- oder Umbauten, werden in der Regel die Kosten zwischen Bahn, Straßenbaulastträger und Bund gedrittelt. Die Monzinger Unfallstelle liegt an einer Kreisstraße (K 97, Kaisergarten), die eine Bundes- (B 41) mit einer Landesstraße (L 232) verbindet. Die Bundesregierung antwortete 2012 auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag zur Sicherheit an Bahnübergängen unter anderem so: "Die gesetzlichen Regelungen enthalten keine Festlegungen, welche Art der technischen Sicherung im Einzelfall vorzusehen ist.

Es ist vielmehr eine Gemeinschaftsaufgabe der Baulastträger für die beteiligten Verkehrswege Schiene und Straße, die im Einzelfall in Abhängigkeit von den jeweiligen örtlichen Verhältnissen erforderlichen Sicherungsmaßnahmen und Beschilderungen zu planen und abzustimmen." Die Bundesregierung teilt weiter mit: "An Bahnübergängen mit Halbschranken erfolgen deutlich mehr Unfälle als an Vollschrankenanlagen. Die Ursache resultiert aus dem Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer. (...) Bei Einhaltung der Verkehrsregeln lassen sich keine spezifischen Defizite für Halbschrankenanlagen ableiten."

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