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Callbach/Meisenheim

Die Laster mit Erde rollen und rollen: Schwerverkehr zur Meisenheimer Deponie belastet die Bürger

Roswitha Kexel

Wie lange müssen wir noch diese Lärm- und Schmutzbelästigung durch den zusätzlichen Schwerlastverkehr ertragen? Das fragen sich nicht nur Anwohner der B 420 in den Orten Callbach, Unkenbach, Obermoschel, sondern auch in Medard und Odenbach. Denn aus allen Himmelsrichtungen wird derzeit Material zum Abfüllen der alten Kreismülldeponie zwischen Meisenheim und Callbach angekarrt.

Die Restabfalldeponie Meisenheim wird von Schwerlastverkehr aus verschiedenen Himmelsrichtungen angefahren. Die Lkw liefern Erdmaterial zur Sanierung der seit 2009 stillgelegten Deponie.
Die Restabfalldeponie Meisenheim wird von Schwerlastverkehr aus verschiedenen Himmelsrichtungen angefahren. Die Lkw liefern Erdmaterial zur Sanierung der seit 2009 stillgelegten Deponie.
Foto: Roswitha Kexel

Bereits seit Ende August 2017 laufen die Arbeiten zur Sanierung der sogenannten Norderweiterung der seit 2009 stillgelegten Restabfalldeponie Meisenheim. Rund 27.000 Kubikmeter Erdmaterial sind laut Kreisverwaltung allein für die Profilierung des Deponiekörpers notwendig und werden derzeit von verschiedenen Baustellen angeliefert. Bedenken von Bürgern, es könnte belastetes oder gar gesundheitsschädliches Material darunter sein, setzt die Kreisverwaltung Bad Kreuznach entgegen, die Transporte würden von der Sonderabfall-Management-Gesellschaft Mainz geprüft.

Zwar dürften Erdmassen im Bereich Deponiebau und Deponiesanierung ein definiertes Maß an schädlichen Verunreinigungen mit sich führen, die Einhaltung der Grenzwerte werde jedoch mehrfach mittels des sogenannten Begleitscheinverfahrens kontrolliert. Jeder Lkw, der die Deponie Meisenheim anfahre, müsse einen Begleitschein mitführen.

„Alle schadstoffbelasteten Böden, die als Ersatzbaustoffe in Meisenheim Verwendung finden, unterliegen vollständig diesem Nachweis- und Begleitscheinverfahren“, teilte der Erste Kreisbeigeordnete und Abfalldezernent des Kreises, Hans-Dirk Nies, auf Anfrage mit.

Für die Trag- beziehungsweise Ausgleichsschicht der 3,4 Hektar großen Sanierungsfläche wird als Auflage für die Dichtungskomponenten weiteres Material in einer Größenordnung von rund 11.000 Kubikmeter angeliefert. Über ein vierteiliges Dichtungssystem, das aus Tragschicht, Tondichtungsbahn, Kunststoffdichtungsbahn und Drainagematte besteht, wird eine Rekultivierungsschicht ausgebreitet, für die weitere 36.000 Kubikmeter Auffüllmaterial erforderlich sind. Macht insgesamt knapp 75.000 Kubikmeter Erdmasse, die per Lkw angeliefert und bewegt werden.

Vor den Sanierungsarbeiten ging die Kreisverwaltung von 4500 Lkw-Transporten aus, die den Deponiebereich anfahren, aber auch wieder abfahren müssen, was zu verstärktem Schwerlastverkehr auf der B 420 und weiteren Straßen der Umgebung von Meisenheim und Callbach führt. Dies nervt nicht nur die Anwohner der betroffenen Straßen, sondern auch Pendler, die Tag für Tag hinter den Brummis, die zeitweise in Zweier- und Dreierkolonnen fahren, herzockeln müssen, wenn keine Überholmöglichkeit gegeben ist.

Hinzu kommen die Belastungen durch die meist halbseitige Sperrung der Straße zur Sanierung der B 420 im Bereich Callbach/Unkenbach. Und beide Beeinträchtigungen werden sich auch über den Sommer hinaus ziehen. Voraussichtlich im Spätherbst soll die Bauphase am Deponiekörper abgeschlossen sein. Diesen Zeitraum gibt auch der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Worms als Ziel für das Ende der Bauarbeiten an.

Das Bauvolumen für die Sanierung der Restabfalldeponie gibt die Kreisverwaltung Bad Kreuznach mit rund 3,8 Millionen Euro an, die jedoch durch Rückstellungen in ausreichender Höhe vorhanden seien, sodass keine Erhöhung der Müllgebühren erforderlich sei.

Der LBM Worms rechnet mit 2,35 Millionen Euro Gesamtkosten für das Straßensanierungsprojekt B 420. Somit werden bis zum Jahresende 2018 gut 6,15 Millionen Euro im Bereich Unkenbach, Callbach, Meisenheim verbaut.

Von unserer Reporterin Roswitha Kexel

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