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Bad Kreuznach

Die Kurstadt Bad Kreuznach atmet auf

„Luft für Heilbad zu schlecht“, titelte der Oeffentliche Anzeiger im Jahr 2004. Der Deutsche Wetterdienst sah damals die lufthygienischen Voraussetzungen für den Heilbad-Titel nicht mehr erfüllt. Seitdem hat sich einiges getan, wie ein neues Gutachten zeigt.

Von unserer Redakteurin Denise Bergfeld

Bad Kreuznach – Die Luft in der Kurstadt Bad Kreuznach ist wesentlich besser als noch vor sechs Jahren. Das jüngste Gutachten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt, dass die Stadt die lufthygienischen Bedingungen für ein Heilbad erfüllt. Allerdings mit geringen Einschränkungen.


Im Jahr 2004 noch ergaben Messungen an der viel befahrenen Salinenstraße zu hohe Werte. „Es waren keine schönen Schlagzeilen“, blickt Oberbürgermeister Andreas Ludwig zurück. Nach dem schlechten Ergebnis vor sechs Jahren beschloss die Stadt einen Maßnahmenkatalog.


Unter anderem versuchte sie, den Durchgangsverkehr im Salinental mit einer besseren Beschilderung zu reduzieren und die Ampelsteuerung zu optimieren. Sie baute ein neues Parkhaus, brachte ein Förderprogramm für Erdgasheizungen auf den Weg und reinigte die Straßen häufiger nass. Ludwig: „Das Ergebnis der jüngsten Messung sieht gut aus.“ Die Stadt hat die Luftqualität diesmal an vier Stellen bestimmen lassen: am Radonstollen, auf der Kurinsel, am Bäderhaus und an der Salinenstraße. Die Messstation an der Salinenstraße wäre für das Gutachten gar nicht erforderlich gewesen, sie dient allein der Vergleichbarkeit.


Die Messungen erfolgten ab April 2009 für ein Jahr. Der DWD wertete zum einen die Langzeitkonzentrationen von Grobstaub, Feinstaub, Ruß im Feinstaub und Stickstoffdioxid aus. An der Salinenstraße stellten die Experten eine erhöhte Belastung durch schwarze Grobstaubpartikel fest. Am Bäderhaus war die Feinstaubbelastung erhöht. Alle Werte liegen aber unter der Höchstgrenze.


Bei der Stickstoffdioxid-Belastung stuften die Gutachter Kurinsel und Bäderhaus als „kurortüblich“ ein. Am Radonstollen sind die Werte erhöht, an der Salinenstraße stark erhöht. Höchstgrenze bei Kurstätten ohne Heilanzeige für Atemwegserkrankungen sind 34 Mikrogramm pro Kubikmeter, gemessen wurden jetzt 32,3, im Jahr 2003 waren es noch 38,5.


Außerdem bewertete der DWD, wie häufig die Grenzwerte in der Luft überschritten wurden. Am Bäderhaus lag der Feinstaubwert fünfmal kurzzeitig über der Höchstgrenze. Erlaubt sind maximal drei Überschreitungen. Der DWD sieht einen Zusammenhang mit der Witterung, denn vier Überschreitungen fielen in die Wintermonate im Januar und Februar, in denen viel geheizt wurde.


Der DWD befürwortet nach Angaben der Stadt, den Heilbad-Titel zu bestätigen und die Zeit bis zum nächsten Gutachten auf zehn Jahre auszudehnen. Das letzte Wort aber hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier.

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