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Désirée Thorn und ihr Günni: Sensibelchen im Rentnerlook

Günni ist ein Sensibelchen. Ist es ihm zu heiß, verweigert er die Weiterfahrt, ist es zu nass, lässt er die Handbremse nicht los, und ist es ihm zu kalt, will er erst gar nicht anspringen. Übel kann man ihm die kleinen Zickereien trotzdem nicht nehmen – er ist eben alt, und im Alter steckt man nicht mehr alles so einfach weg.

Man wird alt wie #ne Kuh und lernt immer noch dazu: Désirée Thorns Günni (das Auto) hat sogar auf Rowdy umgesattelt.
Man wird alt wie #ne Kuh und lernt immer noch dazu: Désirée Thorns Günni (das Auto) hat sogar auf Rowdy umgesattelt.
Foto: Privat

Immerhin hat Günni schon 24 Jahre auf dem Rücken – umgerechnet in Autojahren also bestimmt schon weit über 80. Aber der Schein des dunkelroten Rentnerlooks trügt. Eigentlich ist Günni topmodern: Gut, die Fenster muss man selbst herunterkurbeln, und der Rückspiegel hängt seit einem Zwischenfall mit der Matratze meines Schwagers auf Halbmast, dafür wärmen seine Sitze im Winter die Insassen, und selbst die Außenspiegel müssen nicht frieren.

Und seit Neustem hat Günni sogar einen ganz aktuellen Trend adaptiert: die Start-Stopp-Automatik. Ganz umweltbewusst geht er im Stau oder an der Ampel einfach aus. Günni geht eben mit der Zeit.

Man muss ihm aber auch zugutehalten, dass er mit uns schon einiges mitmachen musste. Seit er vor etwa sechs Jahren mit gerade mal rund 80.000 Kilometern aus seinem gemütlichen Nest, der Garage eines kümmernden Ex-Opelaners, in die staubige Welt meiner Familie geworfen wurde, hat er wahrscheinlich mehr erlebt als in seiner gesamten Jugend.

Regelmäßig wird er als Bandauto missbraucht und schleppt die schweren Musikboxen von einem Auftritt zum nächsten, ausdauernd fährt er zu Freunden nach Berlin, München und oft genug wird er nach Clubbesuchen oder Festen allein zurückgelassen.

Doch neben mir und meinem Freund hat Günni zum Glück einen großen Fan, der es besonders gut mit ihm meint: den Kfz-Meister. Während wir unseren alten Mann schon das ein oder andere Mal abgeschrieben hatten, gab der Tüftler selbst für das kleinste Budget alles, um „das gude Audo“, wie er Günni nennt, wieder zum Leben zu erwecken. Gerade erst im Februar hat Günnis technisch versierter Freund für eine neue Plakette gesorgt und damit ist klar, dass Günni noch eine ganze Weile bei uns bleiben darf – „bis dass der TÜV uns scheidet“. Désirée Thorn

Bad Kreuznach
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