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    Roxheim

    Brocken schlägt in Garten ein: Felssturz jagt Roxheimern großen Schrecken ein

    Seit Jahrzehnten ist er stillgelegt, aber zur Ruhe kommt er nicht: der Steinbruch an der Bergstraße Roxheims. Rückblick auf vergangenen Sonntagnachmittag: Nach starken Regenfällen an den Vortagen kracht ein zentnerschwerer Brocken der etwa 12 Meter hohen und rissig-porösen Steilwand in den Garten Margot Bensheimers (Hausnummer 82). Das Haus der Seniorin (80) ist nur wenige Meter von der Felswand entfernt.

    Der Schreck sitzt tief. Jetzt traut sie sich nicht mehr an die Absturzstelle heran. Noch vor Tagen hatte sie genau dort Gartenarbeiten erledigt und mit einem Nachbarn eine kleine Rasenfläche angelegt – nicht ahnend, was wenige Tage später passieren sollte. Immer mal wieder fallen Steine herab, erzählt sie, aber ein solcher Brocken noch nie. 1950 baute ihre Familie hierher, in den Schatten des Felsens: „Wir wollten in Roxheim bleiben, aber andere Bauplätze gab es im Dorf nicht.“ Und so siedelten sie vor 67 Jahren am „Rotliegenden“ an.

    Noch näher am Fels gelegen ist das Haus ihres Nachbarn Manfred Kaufmann (71). Zwar blieb er am Samstag von Brocken verschont. Doch in der Vergangenheit ist mehrfach Gestein heruntergerieselt. Einmal sei gar ein Hund vom Plateau auf sein Vordach gestürzt, verletzte sich aber nur leicht.

    Beiden – Manfred Kaufmann wie Margot Bensheimer ist die Gefahr, die vom nahen Felsen ausgeht, bewusst. Doch ständig in Angst leben? Nein, sagen sie mit Nachdruck, „wenn man über Jahrzehnte dort wohnt, gewöhnt man sich dran“.

    Auch im Garten von Horst Richter (Hausnummer 54) gingen etliche Brocken nieder. Dort ist die Absturzstelle jedoch gut 25 Meter vom Haus entfernt. Beunruhigt ist seine Schwester und Nachbarin Rita Reichart (59) trotzdem. Gut, wenn sich das Landesamt für Geologie des Felsens rasch annehme und Gesteinsproben zöge, um festzustellen, wo der Rotliegende schwächelt, schlägt sie vor.

    Die rötliche Felswand, als „Rotliegendfelswand“ bekannt und so auch auf einer Infotafel an der Bergstraße beschrieben, gehört der Gemeinde, der damit auch die Verkehrssicherungspflicht obliegt. Mitglieder des Alpenvereins rückten von Zeit zu Zeit an, um Gestein zu entfernen, dass gefährlich werden könnte, erklärt Ortsbürgermeister Reinhold Bott, der das Thema am Montagabend im Gemeinderat ansprach.

    Er hat sofort das Landesamt für Geologie eingeschaltet und um einen Ortstermin (18. September) gebeten. Schon vor Jahren hatte das Amt die Abbruchkante begutachtet. Doch unternommen wurde damals nichts. Ortsbürgermeister Bott geht davon aus, dass unverzüglich Sicherungsmaßnahmen nötig sind. „Die Gemeinde ist Eigentümer zweier Parzellen und ein Grundstück ist herrenlos“, erklärt Bott. Um die Steinschlaggefahr zu bannen, könnten aufwendige Maßnahmen erforderlich werden, auch begrenzte Sprengungen schließt er nicht mehr aus.

    Von unseren Reportern Christine Jäckel und Stefan Munzlinger

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