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Bad Kreuznach

Bilanz im Kornmarkt-Käfig: 13.000 feiert fröhlich in der Partyarena [Update]

Marian Ristow

Nicht nur die Narren hatten ihren Spaß im Käfig, auch aus Sicht von Polizei und DRK ist der Autakt zum Straßenkarneval in Bad Kreuznach sehr gut gelaufen. Mindestens 13.000 Feiernde hatten den Narrenkäfig bevölkert, davon brauchten 60 Hilfeleistungen, 31 wurden ins Krankenhaus gebracht – gerade mal 0,5 Prozent der Besucher. 28 Strafanzeigen schrieb die Polizei – im letzten Jahr waren es noch 39 Strafanzeigen gewesen.

So wie diese vier "Fürfelder Meed" hatte der absolut überwiegende Teil der Feiernden auf dem Narrenkäfig am Kornmarkt nur fröhliches Feiern im Sinn. Polizei und DRK waren jedenfalls zufrieden mit dem Ablauf am Donnerstag und auch in der Nacht.
So wie diese vier "Fürfelder Meed" hatte der absolut überwiegende Teil der Feiernden auf dem Narrenkäfig am Kornmarkt nur fröhliches Feiern im Sinn. Polizei und DRK waren jedenfalls zufrieden mit dem Ablauf am Donnerstag und auch in der Nacht.

Donnerstagabend, 18 Uhr, Dietrich-Bonhoeffer-Haus: erste Bilanz des Altweibertags. 19 Menschen mussten bis zu diesem Zeitpunkt an den drei DRK-Zelten (Kornmarkt, Geesebrigg, Fußgängerzone) versorgt werden; hinzu kamen 12, die in die beiden Kreuznacher Krankenhäuser eingeliefert wurden – allesamt nur mit kleineren Blessuren, Herz-Kreislaufschwächen... Weit weniger als 2017 bis zum diesem Zeitpunkt. Doch, so schränkte DRK-Sprecher Philipp Köhler ein: „Da kommt im Laufe der Nacht sicher noch einiges hinzu.“

So auch die Polizei, für die Chef Christian Kirchner berichtete: Bis 18 Uhr gab es kleinere Rangeleien, eine Körperverletzung auf dem Kornmarkt. Eine Flasche Hochprozentiges musste ausgeschüttet werden, wie sich Heiderose Häußermann, Leiterin des Amtes für Recht und Ordnung, anschloss. Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz bei der Alkoholausgabe? Fast keine, so Frau Häußermann.

Karl-Werner Gaul berichtete für die Feuerwehr. Neun Mann und eine Kraft in der Zentrale standen bereit, waren am Nachmittag aber nur beim Lkw-Unfall auf der B 41 als periphere Unterstützung gefordert. 70 Ehrenamtliche machten bei der DRK mit, nicht zu vergessen die Freiwilligen des Vereins Kreuznacher Narrefahrt (KNF) um Conny Christmann-Faller, lobte Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer den Einsatz für die Stadt. Gegen 16 Uhr kam sie zum Kornmarkt und stellte angesichts der vielen jungen Leute fest: „Oh, wie jung Bad Kreuznach ist.“

Betonpoller an den Zufahrten, starke und Polizeipräsens auch vom Dach der Sparkasse aus: Alles rüste auf für die Sicherheit – im Einsatz waren auch 82 Security-Mitarbeiter aus Wiesbaden: „Der Altweibertag ist ein gutes Aushängeschild für die Stadt.“ Und wenn die Leute hier und da blau sind, dann sei das kein Wunder: „Das gehört schließlich zum Geschäftsmodell dieses Tages.“ Jetzt hoffe sie auf einen ebenso friedlichen Narrefahrt-Samstag.

Auch auf dem Kornmarkt alles okay: Eben noch Partyarena, Am Freitagmorgen wieder Alltag mit letzten Abbauten.
Auch auf dem Kornmarkt alles okay: Eben noch Partyarena, Am Freitagmorgen wieder Alltag mit letzten Abbauten.
Foto: Stefan Munzlinger

Das wünscht sich auch Conny Christmann-Faller, die mit dem Altweibertag 2018 sehr zufrieden ist. Die Zahl der Feiernden schätzte sie vorsichtig auf rund 13.000: „Viel mehr als 2017.“ Bei 13.500 liegt die Obergrenze, „dann hätten wir die Türen aufmachen müssen“. Bis zu 80.000 Euro lässt sich der Verein die beiden Tage Altweiber und Narrefahrt kosten und ist damit an der Grenze angelangt. Mehr geht nicht. Bleibt nachzutragen: Ein Portemonnaie wurde auf dem Kornmarkt gefunden.

Und noch ein Nachtrag: Den Colombina Cruciniacum-Orden erhielt am Nachmittag Steffi Meffert, die Vorsitzende des Bad Kreuznacher Kinderschutzbundes. Ihr „selbstloses Wirken“, wie Conny Christmann-Faller betonte, sei beispielgebend. Der Verein übernehme viele Aufgaben der Kinder- und Jugendförderung, nicht nur Freizeitangebote. Im Kindercafé „Knallfrosch“ würden Schüler bei den Hausaufgaben professionell unterstützt. Steffi Meffert dankte, uneigennützig wie immer, ihren Helfern und Sponsoren.

Von Redakteuren Marian Ristow und Stefan Munzlinger

Polizei zieht am Tag nach dem Narrenkäfig 2018 positive Bilanz

Bad Kreuznach. Wenn es auch im Vergleich zu den Vorjahren nur zu einer geringen Reduzierung der Strafanzeigen kam -  den deutlich überwiegenden Teil der Veranstaltung feierten die Närrinnen und Narren friedlich und ausgelassen im Käfig.

Die Roßstraße am Tag danach. Alles weg bis auf die Toi-Tois. Perfekt!
Die Roßstraße am Tag danach. Alles weg bis auf die Toi-Tois. Perfekt!

So deutete es sich bereits in der Pressekonferenz am Donnerstagabend um 18 Uhr an. Allerdings bewahrheitete sich auch die dort bereits geäußerte Vermutung des Einsatzleiters Christian Kirchner, dass es im weiteren Verlauf noch zu einem Anstieg von Störungen kommen dürfte.

So mussten die Einsatzkräfte der Polizei gerade ab circa 19 Uhr mehrfach zu kleineren Rangeleien innerhalb und im unmittelbaren Umfeld des Käfigs ausrücken. Dabei konnten die Auseinandersetzungen durch die starke Polizeipräsenz zwar jeweils schnell unterbunden werden, beschäftigten die Polizei jedoch bis tief in die Nacht hinein, da in den Kneipen um den Narrenkäfig herum munter weitergefeiert wurde. Insgesamt wurden bislang 15 Strafanzeigen wegen Körperverletzung durch die Polizei aufgenommen. In vier Fällen gingen Randalierer auch gegen die Einsatzkräfte der Polizei vor, dabei wurden drei Polizeibeamte leicht verletzt. Gegen diese Täter wurden ebenfalls Strafanzeigen gefertigt.

Daneben kam es noch vereinzelt zu Sachbeschädigungen und Beleidigungen. Insgesamt sieben Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Schwerwiegende Sexualdelikte wurden der Polizei bislang glücklicherweise nicht bekannt, allerdings wussten einigen Personen offensichtlich nicht, dass die sexuelle Selbstbestimmung an den Fastnachtstagen nicht außer Kraft gesetzt ist. Insgesamt gegen drei Täter wurde ein Strafverfahren wegen sexueller Belästigung eingeleitet, nachdem sie Frauen an den Po "gegrapscht" haben. Der

2016 - auf Grund der Vorfälle um die Silvesternacht in Köln - ins Strafgesetzbuch aufgenommene Tatbestand  sieht eine Strafe von bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe vor, wenn andere Personen in sexuell bestimmter Weise berührt und dadurch belästigt werden. Gerade der Po- oder Busengrapscher wird damit eindeutig unter Strafe gestellt.

Für die Statistik: Im Vorjahr wurden durch die Polizei 39 Strafanzeigen gefertigt, in diesem Jahr waren bislang nur 28 Fälle bekannt geworden.

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