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Bad Kreuznach

Auch im neuen Schuljahr herrscht weiter Verkehrschaos vor der Grundschule Hofgartenstraße

Harald Gebhardt

Freitag, 12.45 Uhr: Der Spuk dauert nur eine knappe Viertelstunde, dann verschwindet er so schnell wieder, wie er gekommen ist. Schulende in der Grundschule Hofgartenstraße und für kurze Zeit bricht wieder Chaos aus. Daran hat sich auch im neuen Schuljahr nichts geändert. Die CDU verschaffte sich jetzt mit dem neuen Ordnungsdezernenten Markus Schlosser selbst einen Eindruck von der aktuellen Situation vor Ort im wilden Kreuznacher Norden.

Das tägliche Chaos an der Grundschule Hofgartenstraße. Foto: Harald Gebhardt
Das tägliche Chaos an der Grundschule Hofgartenstraße.
Foto: Harald Gebhardt

Nicht besser, wenn nicht noch schlimmer stellt sich die Situation am zweiten Standort der Schule im Steinweg dar. Auch dort ist dreimal am Tag das Chaos Zuhause. Daran hat das neue Verkehrskonzept nicht viel geändert. Trotz Einbahnstraßenregelung sowie Kiss-and-Ride-Plätzen: Die Situation bleibt verfahren und für beide Seiten, Anwohner wie Eltern, ein Dauerärgernis – ganz zu schweigen von der Sicherheit für die Kinder. Die Kontrollen der städtischen Ordnungsbeamten und die Knöllchen schrecken offenbar kaum jemanden ab. Oft genug sind die Kiss-and-Ride-Plätze belegt, teilweise von Auswärtigen, schildert Iris Ludwig-Schäfer. Oder die Eltern selbst nutzen sie länger als dafür vorgesehen. Oder sie parken trotzdem direkt vor dem Schuleingang. Auch in der Straße wird weiter geparkt und der Verkehrsfluss behindert. Vielleicht würden auf der Fahrbahn aufgezeichnete Sperrlinien helfen, das zu unterbinden, regte der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Werner Klopfer, an.

Einig war man sich darin, dass dies nur ein Herumdoktern an den Symptomen ist, nicht aber die Ursachen beseitigt. Auch für den Stadtbeigeordneten ist das alles deshalb keine Dauerlösung. Er hält es für das Beste, auf dem Parkplatz Jahnhalle eine Fläche für die Elterntaxis anzulegen. „Das wäre eine Option, um den Verkehr aus dem Gebiet herauszubekommen.“ Von dort müssten die Kinder zur Schule laufen. „Sie könnten so auch ein Stück Schulweg erleben“, findet Schlosser. Allerdings müsste dann ein Hol- und Bringdienst eingerichtet und organisiert werden.

Ein weiteres Problem ist, dass der Schulbezirk der Hofgartenschule sehr groß ist und die Schule weiter wächst. 436 Kinder, mehr als 200 davon in Ganztagsbetreuung, besuchen die Einrichtung. Das Schulgebäude auf dem großen Areal an der Hofgartenstraße ist 120 Jahre alt. Doch mehr Kopfschmerzen bereiten Schulleiterin Yasmin Röhr die 30 Jahre alten Container, in denen ebenfalls Schulklassen untergebracht sind. Die Räume sind stark geruchsbelastet, Ameisen und Spinnen drücken hier ebenfalls die Schulbank. Auch wenn ein Gutachten zu dem Ergebnis kam, dass es keine Belastung mit Schadstoffen gibt – „man kann das den Kindern nicht mehr zumuten“, betont sie.

Noch ist die Schule fünfzügig, doch Röhr rechnet damit, dass die Schülerzahlen weiter zunehmen werden. Sie geht künftig von einer Sechs- oder sogar Siebenzügigkeit aus. „Wir brauchen dringend Platz.“ Zu Beginn des neuen Schuljahres wurden zwei weitere Klassenräume in neuen Containern untergebracht. „Allerdings: So wie sie jetzt stehen, war das nicht abgesimmt. Der Plan, den Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer uns gezeigt hat, sah anders aus. Vorgesehen war eine L-Form“, schimpft Röhr. Jetzt stehen die zwei Pavillons nebeneinander. Das bedeutet: Die Rollos an den Fenstern müssen heruntergelassen werden. „Dem hätten wir so nicht zugestimmt“, macht die Schulleiterin klar. Schlosser spricht von einem Schildbürgerstreich. Auch er ist damit nicht einverstanden. „Das Schulamt wurde vor vollendete Tatsachen gestellt“, beklagt er und kritisiert den Informationsfluss innerhalb der Verwaltung zwischen den beiden Dezernaten. Klar ist für ihn auch, dass eine Containerlösung für mehr als zwei Jahre keinen Sinn macht.

Genauso klar ist, dass weitere Schulplätze benötigt werden. Die Projektgruppe Bildung und Region (biregio), die mit der Fortschreibung des städtischen Schulentwicklungsplans beauftragt wurde, empfiehlt den Neubau einer zwei- oder dreizügigen Grundschule im Bereich der Kernstadt.

Schlosser will zwar einer Entscheidung nicht vorgreifen, er sieht aber die Lösung eher darin, an den bestehenden Schulstandorten etwas zu machen. Auch Klopfer sprach sich dagegen aus, auf das Gesamtkonzept zu warten. An der Grundschule Hofgartenstraße haben laut Röhr nach einer Begehung schon vor zwei Jahren das Ministerium und die Aufsichtsbehörde einem Anbau zugestimmt. Der Platz dafür wäre vorhanden.

Von unserem Redakteur Harald Gebhardt

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