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    Roxheim2400-Seelen-Ort Roxheim fühlt sich von drei Jugendlichen terrorisiert

    Ein brennender Kleidercontainer, eingetretene Zäune, Schmierereien an Bushaltestellen, eingeworfene Scheiben an der Birkenberghalle, zerstochene Reifen: Die Liste der Vorfälle ist lang, die Ortsbürgermeister Reinhold Bott und sein Beigeordneter am Mittwochabend zitieren. Bott ist sichtlich aufgebracht. Drei Jugendliche aus Roxheim terrorisieren seinen Angaben nach seit mehr als einem Jahr die gesamte Gemeinde. Offenbar ziehen sie sich auch Kapuzen vors Gesicht und springen oder schmeißen sich vor fahrende Autos, drohen Anwohnern, werfen Steine, provozieren gezielt und anscheinend mit Erfolg.

    Roxheim - Ein brennender Kleidercontainer, eingetretene Zäune, Schmierereien an Bushaltestellen, eingeworfene Scheiben an der Birkenberghalle, zerstochene Reifen: Die Liste der Vorfälle ist lang, die Ortsbürgermeister Reinhold Bott und sein Beigeordneter am Mittwochabend zitieren. Bott ist sichtlich aufgebracht. Drei Jugendliche aus Roxheim terrorisieren seinen Angaben nach seit mehr als einem Jahr die gesamte Gemeinde. Offenbar ziehen sie sich auch Kapuzen vors Gesicht und springen oder schmeißen sich vor fahrende Autos, drohen Anwohnern, werfen Steine, provozieren gezielt und anscheinend mit Erfolg.


    Polizei und Jugendamt sind eingeschaltet, seit Ende März fahren Polizeibeamte im Ort verstärkt Streife – uniformiert und in zivil. Vier Anzeigen haben die Beamten seitdem gestellt. Ein Jugendlicher zeigte einen falschen Ausweis, es ging um Hausfriedensbruch und Sachbeschädigungen. Polizeihauptkommissar Dietmar Kron ist zuversichtlich: „Wir bekommen die Sache in den Griff. In den letzten Tagen ist nichts mehr passiert.“

    Bürgermeister ist aufgebracht


    Vertreter von Polizei, Jugendamt und der Gemeinde haben sich vor der Birkenberghalle versammelt, sprechen über die Vorfälle und die vermeintlichen Übeltäter. Von den Jugendlichen selbst oder ihren Eltern fehlt jede Spur. Sie wurden nicht eingeladen. Von „Dummen-Jungen-Streichen“ will der Bürgermeister nichts wissen: „In der Summe sind das keine Bagatellen mehr. Die Roxheimer haben mittlerweile Angst und scheuen sich, Anzeige zu erstatten.“  Die meisten Vorfälle, die Bott und sein Beigeordneter nennen, lassen sich weder beweisen, noch sind sie bei der Polizei angezeigt worden. „Wir können erst tätig werden, wenn wir informiert werden“, betont Kron.

     

    Vor der Birkenberghalle hat die Gemeinde den Jugendlichen bereits Hausverbot erteilt. Die Gemeinde sei laut Bott sogar bereit, Geld für einen Privatdetektiv und Kameraüberwachung auszugeben. Mehrfach versucht Kron, den Ortschef zu beschwichtigen: „Sie müssen uns auch die Möglichkeit geben, unsere Arbeit zu machen.“ Brennpunkte gebe es in jeder zweiten Gemeinde. Und sei die Polizei erst eingeschaltet, erledige sich das meist schnell.

    Jugendraum ist geschlossen


    In der 2400-Seelen-Gemeinde Roxheim selbst leben rund 150 Jugendliche. Nur drei im Alter von 13 bis 16 Jahren bereiten laut Bott diese Probleme. Warum, bleibt unbeantwortet. In einem Fall seien die Erziehungsberechtigten überfordert, heißt es. Doch welche Alternativen gibt es für junge Menschen, wenn das eigene Elternhaus ihnen offenbar keine bieten kann? Bürgermeister und Beigeordneter verweisen auf das „rege Vereinsleben“ mit Sport- und Musikangeboten. Einen Jugendraum gibt es zwar, er ist aber seit drei Jahren geschlossen. „Wir haben keine Eltern mehr gefunden, die bereit waren, Aufsichten zu übernehmen“, sagt Bott und schiebt den „Schwarzen Peter“ weiter.
    Auch die Polizei verweist auf die Rolle der betroffenen Eltern, deren Aufsichtspflicht und darauf, dass sie belangt werden können, wenn sie ihr nicht nachkommen.

     

    Das Kreisjugendamt beschäftigt sich zwar mit den Vorkommnissen, darf aber keine Details nennen. Ulrich Ehret von der Jugendgerichtshilfe spricht nur über das generelle Procedere in solchen Fällen. Darüber, dass das Amt Unterstützung anbietet, von der Erziehungshilfe bis hin zur Heimunterbringung, dabei aber auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen ist. Sperren sich diese, bleibt nur der Weg über das Jugendgericht.

     

    Denise Bergfeld

    Bad Kreuznach
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