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Wallhausen

SERIE Nachwuchs im Bingert: Lukas und Achim Bicking lassen ihren Weinen Zeit zum Reifen

Sie wollen ihren Weinen Zeit zum Reifen geben: Die Brüder Lukas Bicking (25) und Achim Bicking (31) setzen auf Weine mit Tiefe und Charakter. Das aus der Pfalz stammende Brüderpaar hat 2016 das Anbaugebiet gewechselt und das Weingut Theobald Eckes in Wallhausen übernommen.

Die Brüder Lukas Bicking (25) und Achim Bicking (31) setzen auf Weine mit Tiefe und Charakter.  Foto: Andreas Durst
Die Brüder Lukas Bicking (25) und Achim Bicking (31) setzen auf Weine mit Tiefe und Charakter.
Foto: Andreas Durst

Lukas und Achim Bicking erfüllen sich hier auch einen lang gehegten Wunsch, denn sie stellen den Betrieb mit einer Rebfläche von fast 11 Hektar auf biologische Bewirtschaftung um. „Wir haben 2014 schon viel ausprobiert und mit Spontangärung experimentiert“, erzählt Lukas Bicking.

Die Umstellung bot sich aus Sicht der Brüder auch an, weil Siegfried Eckes, ihr Vorgänger als Betriebsführer in Wallhausen, schon naturnah gearbeitet hatte.

In der Pfalz und in Rheinhessen ist der Trend zum ökologischen Weinbau weiter verbreitet als an der Nahe, meint Lukas Bicking. „Dort sind aber auch die Bedingungen einfacher, etwa bei der Bodenbearbeitung“, erklärt der junge Winzer, der seinen Wirtschafter-Abschluss in Neustadt und die Techniker-Schule in Bad Kreuznach absolviert hat, Bruder Achim ist Winzermeister.

Das Anbaugebiet Nahe hat nach Ansicht von Lukas Bicking vielsprechendes Potential wegen der Lagen und der Bodenvielfalt auf engem Raum. Die ersten Veränderungen haben die Brüder bei der Kellerwirtschaft schon eingeleitet: Neben der Spontangärung gehört dazu der Verzicht auf Schönung. Im Weinberg starteten sie 2016 eine Testphase und verzichteten auf den Einsatz von Herbiziden. „Es ist ein größerer Aufwand, aber es lässt sich bewältigen“, so das Fazit von Lukas Bicking.

Die Weinberge haben sich in dieser Zeit schon verändert und auch ihre Weine, haben die Brüder festgestellt. „Es ist einfach mehr Leben im Weinberg, es gibt mehr Insekten und der Wuchs ist etwas gezügelt“, nennt Lukas einige Details. Mehr Handarbeit ist bei der biologischen Bewirtschaftung erforderlich, bei der Unkrautentfernung etwa und bei der Heftarbeit, das Ausbrechen erfordert viel Sorgfalt. „Wenn man einen lebendigen Weinberg hat mit genau so vielen Nützlingen wie Schädlingen regelt sich vieles von selbst“, sagt Lukas Bicking.

SERIE Nachwuchs im Wingert

Auch frühere Generationen von Weinbauern haben ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel auf kleineren Flächen und mit Einsatz der ganzen Familie gewirtschaftet. Heute haben Winzer moderne technische Hilfsmittel, die das ökologische Wirtschaften erleichtern. Drei Jahre dauert die Umstellungsphase. Ab dem nächstem Jahr unterliegen sie strengeren Kontrollen, und 2021 können die Bicking-Brüder dann ihren ersten Bioweinjahrgang ernten. Beim Weinmachen setzen Lukas und sein Bruder nicht so sehr auf Fruchtaromen. Sie haben mineralische Weine im Visier mit moderatem Alkoholgehalt, die langsam reifen und dabei Tiefe und Charakter entwickeln.

So haben die jungen Winzer einem Riesling zwei Jahre Zeit gelassen, bis sie ihn als trinkreif befanden. Dabei weiß Lukas Bicking, dass die meisten Kunden den neuen Jahrgang so schnell wie möglich im Glas haben möchten. Aus seiner Sicht ist der Akzent auf Qualitätsweine, die sich vom Supermarktsortiment abheben, die Nische für die Selbstvermarkter.

Erfahrungen, wie man die Kunden für Veränderungen begeistert, haben die Brüder bereits mit ihrem Umzug von der Pfalz an die Nahe gesammelt. „Obwohl das Zellertal, wo wir herkommen, gar nicht weit von hier ist“, merkt Lukas Bicking an. 2015 starteten sie ihr Unternehmen „Bicking & Bicking“ mit Pfälzer Weinen und 2016 gab es den ersten Nahejahrgang mit Bicking-Wein für die Kunden.

Von unserer Reporterin Christine Jäckel

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