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Kreis Bad Kreuznach

Echte Typen: "Nahe Sieben" sind eine Marke

Kurt Knaudt

Kreis Bad Kreuznach. „Echte Typen“: Mit diesem Slogan wirbt Weinland Nahe für seine Winzer und deren Wein. Damit können sich auch die „Nahe Sieben“ voll identifizieren. Sie sind seit der Gründung zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen, die sich für den Nahewein starkmacht, von der aber auch jeder Einzelne beruflich und menschlich profitiert. Zusammengefunden haben sie sich im Jahr 2006.

Bei den Treffen der „Nahe Sieben“ kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Zur Gruppe, die als eingetragener Verein firmiert, gehören (von links) Johannes Schild (St. Katharinen), Ulrich Lorenz (Bosenheim), Thomas Funck (Waldböckelheim), Marcus Hees (Auen), Alexander Wallhäuser (Mandel), Stephan Barth (Sommerloch) und Florian Lunkenheimer (Waldböckelheim).  Foto: Nahe Sieben
Bei den Treffen der „Nahe Sieben“ kommt auch der Spaß nicht zu kurz. Zur Gruppe, die als eingetragener Verein firmiert, gehören (von links) Johannes Schild (St. Katharinen), Ulrich Lorenz (Bosenheim), Thomas Funck (Waldböckelheim), Marcus Hees (Auen), Alexander Wallhäuser (Mandel), Stephan Barth (Sommerloch) und Florian Lunkenheimer (Waldböckelheim).
Foto: Nahe Sieben

Damals suchte Weinland Nahe ein Winzerteam, das beim Fischerstechen Weine ausschenkt. Thomas Funck (Waldböckelheim) ergriff die Initiative und trommelte sechs Kollegen und Kumpels zusammen, die sich vom Studium und der Weinbauschule kannten. Die eigentliche Geburtsstunde kam danach, als die sieben bei einer Flasche Wein beschlossen, eine Art Jungwinzerstammtisch einzurichten. Heute ist die Gruppe zumindest an der Nahe ein Begriff für frische Ideen und beispielhaften Zusammenhalt jenseits von Neid und Konkurrenzdenken. „Das spielt bei uns keine Rolle“, berichten Stephan Barth (Sommerloch) und Ulrich Lorenz (Bosenheim) im Gespräch mit dem „Oeffentlichen“. Jeder präsentiert wie selbstverständlich die Weine der anderen.

Das wird dadurch erleichtert, „dass wir Freunde sind. Das ist der Kern des Ganzen“, betont Alexander Wallhäuser (Mandel), der sich als Vorsitzender des eingetragenen „Nahe Sieben“-Vereins vor allem um organisatorische Dinge kümmert. Alle vereint das Streben nach Qualität und der Anreiz, besser zu werden. Dazu gehören Blindverkostungen, bei denen die eigenen Weine auf dem Prüfstand stehen. Auch die Weine, die bei eigenen Auftritten ausgeschenkt werden, sind per Blindprobe ausgewählt. „Unsere Zusammenarbeit hat uns in jeder Hinsicht weitergebracht. Wir haben im Lauf der Jahre viel voneinander gelernt“, bekunden Stephan Barth und Ulrich Lorenz.

„Nahe Sieben“: Das ist inzwischen eine Marke. Dennoch sind sich bei Entscheidungen natürlich nicht immer alle einig: „Dann stimmen wir ab.“ Bekannt ist die Gruppe, deren Mitglieder inzwischen 33 bis 36 Jahre alt sind, vor allem durch ihren Gemeinschaftsstand im Weinzelt auf dem Jahrmarkt und die „Winebeats“ im Bonnheimer Hof in Hackenheim, die am 21. April 2018 zum zehnten Mal über die Bühne gehen: Dort gibt's wie immer zunächst eine offene Weinprobe mit Gastwinzern aus anderen Anbaugebieten, ehe dann um 21 Uhr die große Weinparty beginnt, zu der regelmäßig rund 800 Besucher kommen. Sie soll vor allem jüngere Leute für Wein begeistern. Das scheint zu klappen: „Das Durchschnittsalter liegt bei höchstens 40“, weiß Ulrich Lorenz, dessen Bruder Matthias den Bonnheimer Hof betreibt. Aber auch außerhalb der Heimat sind die „Nahe Sieben“ gefragt. Ob bei der Grünen Woche in Berlin, bei der „Media Night“ der CDU ebenfalls in der Bundeshauptstadt oder bei diversen Rheinland-Pfalz-Tagen: Dabei und bei anderen Gelegenheiten haben sie Naheweine präsentiert, deren Charakter durch die Vielfalt der Böden geprägt wird: „Schon die Rieslinge innerhalb unserer Gruppe schmecken ganz anders“, sagt Stephan Barth. Alle Auftritte und Veranstaltungen dienen vor allem einem Ziel: zu zeigen, dass sich die Nahe vor keinem Weinland der Welt verstecken muss. Noch mehr Öffentlichkeitsarbeit und Marketing gehen schon allein aus Zeitgründen nicht: Jeder muss sich schließlich vorrangig um seinen Betrieb kümmern. Ein Wunsch bleibt: Es müsste im Interesse der Nahe und der Winzer zwischen Touristikern, Winzern und Gastronomen vieles noch besser vernetzt werden. „Dabei helfen wir gern mit“, betonen die „Nahe Sieben“.

Von Kurt Knaudt

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