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    Rhein-LahnWinkler ist der fleißigste Abgeordnete

    Josef Winkler ist der fleißigste der drei aktuellen Bundestagsabgeordneten aus den Wahlkreisen 200 (Koblenz) und 205 (Montabaur). Das geht aus einer Auswertung von "Zeit online" hervor.

    Demnach ist der Parlamentarier von Bündnis 90/Die Grünen in der ablaufenden Legislaturperiode insgesamt 510-mal durch Reden, Anfragen und Gruppeninitiativen in Erscheinung getreten. Demgegenüber weit abgeschlagen befinden sich die beiden Christdemokraten Michael Fuchs und Joachim Hörster im hinteren Drittel. Fuchs kommt immerhin auf 53 Aktivitätsnachweise innerhalb der zurückliegenden vier Jahre. Hörster hingegen landet mit 25 dokumentierten Einsätzen im Bundestag auf dem letzten Platz der heimischen Hitparade. Insgesamt kamen die Mitglieder der CDU-Fraktion im Schnitt auf 101 Beiträge zur Parlamentsarbeit. Fuchs und Hörster liegen also weit darunter.

    Die Datenjournalisten von "Zeit online" haben sich einer großen Mühe unterzogen und insgesamt 155 965 Datensätze des Bundestags ausgewertet, um herauszufinden, wie aktiv die einzelnen Volksvertreter tatsächlich sind. In die Analyse sind keine Dokumentationen aus den Bundestagsausschüssen eingeflossen, da diese nicht öffentlich zugänglich sind. Alles andere ist lückenlos nachweisbar: Wie oft standen die 620 Abgeordneten am Rednerpult? Wie oft haben sie Fragen an die Regierung gerichtet? Wie viele Gruppeninitiativen gestartet, wenn es etwa um Gesetzesanträge mehrerer Bundestagsmitglieder ging?

    Was die Reden vor dem Hohen Haus angeht, so schneidet Winkler sogar besser ab als Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Bündnisgrüne sprach 36-mal vor dem Parlament. Angela Merkel trat - erstaunlicherweise - dort nur 34-mal in Erscheinung. Das sind immer noch mehr Reden, als die beiden CDUler Michael Fuchs und Joachim Hörster gehalten haben. Fuchs brachte es in der laufenden Periode immerhin auf ganze 23, Hörster lediglich auf 11 Auftritte am Rednerpult im Plenum.

    Bei Joachim Hörster vermerkt die Statistik die erste Aktivität für den 23. Oktober 2009. Da unterrichtete er das Plenum als Leiter der Delegation der Bundesrepublik Deutschland in der parlamentarischen Versammlung des Europarats über deren Tagung vom 27. bis zum 30. April in Straßburg. Seine erste Rede hielt Michael Fuchs am 11. November 2009. Sie bezieht sich auf die Regierungserklärung der Kanzlerin, die einen Tag zuvor erfolgt war, und hat zum Thema, wie die Koalition Deutschland aus der Krise herausführen will. Applaus erntete er dafür von der CDU/CSU und von der FDP. Hubertus Heil (SPD) hingegen kommentierte die Rede des heimischen CDU-Politikers mit den Worten: "Sie haben aber einen ganz schönen Tunnelblick!" Die Wortmeldungen von Michael Fuchs hatten hauptsächlich die Energiepolitik zum Thema.

    Hörster, der sich während der laufenden Periode nur zweimal zu Wort meldete, äußerte sich zum Atomgesetz und zum Vorgehen des damaligen libyschen Gaddafi-Regimes gegen friedliche Demonstranten. Der CDU-Mann wird übrigens für den neuen Bundestag, der am 22. September gewählt wird, nicht mehr kandidieren. Als seinen Nachfolger schicken die heimischen Christdemokraten Andreas Nick aus Montabaur ins Rennen.

    Falls er den Sprung in das Plenum schafft, wird sich zeigen, ob er durchstartet wie Pascal Kober (FDP). Der Bundestagsneuling führt wenige Wochen vor der nächsten Wahl sogar die Rednerhitliste an. Er hielt insgesamt 140 Reden - bei 251 Sitzungstagen eine stolze Bilanz. Öfter als der Mann, der von Beruf übrigens Pfarrer ist, sprach niemand im Bundestag. Der Vielredner der CDU, Ralph Brinkmann, hatte dagegen nur etwa halb so viele Einsätze am Bundestagsmikrofon. Im Gegenzug dazu stellte der FDP-Mann allerdings in der gesamten Zeit nicht eine einzige Anfrage an die Regierung.

    Ganz anders der Grüne Josef Winkler. Er fiel in der 17. Legislaturperiode des Deutschen Bundestags vor allem durch eine Vielzahl von Fragen und Anfragen auf. Dieses Mittel nutzen Oppositionsfraktionen traditionell gern und oft. Seine erste schriftliche Anfrage vom 2. Oktober 2009 hat Einbürgerungen zum Thema, weitere in den Folgejahren befassen sich unter anderem mit dem Flüchtlingsschutz oder dem Afghanistan-Einsatz Insgesamt 165-mal löcherte der Bündnisgrüne aus Bad Ems die schwarz-gelbe Bundesregierung.

    Allerdings: Wer sich in den Ausschüssen abrackert, in denen sich die eigentliche Arbeit der Parlamentarier abspielt, bleibt dem Wähler verborgen. Die Auswertung, die die Journalisten von "Zeit online" vorgenommen haben, ist ein Parameter, um die Arbeit der Bundestagsmitglieder zu bewerten.

    Wer sich eingehender informieren möchte, kann auf der Internetseite von "Zeit online" jeden einzelnen Einsatz eines jeden Abgeordneten detailliert nachvollziehen. Links führen darüber hinaus zu den jeweiligen Protokollauszügen des Bundestags, in denen die Redebeiträge der Abgeordneten nachzulesen sind. mp/sm

    Die Analyse von "Zeit online" ist zu finden unter ku-rz.de/abgeordnetenbilanz

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