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    Bad EmsVioline und Harfe im Dialog

    Die Epoche des Barock – eine Zeit voller Leidenschaft und Emotionen: Jetzt lebte sie in Bad Ems beim Lahnfestival Gegen den Strom auf.

    Harfe und Violine im virtuosen Gespräch.
    Harfe und Violine im virtuosen Gespräch.
    Foto: Julia Mädrich

    Geprägt von Mystik und Gegenreformation entstanden zwischen dem 16. und 18 Jahrhundert zahlreiche barocke Instrumentale, stürmische Strophenlieder und melancholische Arien. „Spirit and Pleasure“: So nannten Johanna Seitz an der Barockharfe und Christoph Meyer an der Barockvioline ihr Konzertprogramm, das die musikalische Epoche des Barock von ihrer emotionalen Seite zeigte. In der Pfarrkirche St. Kastor in Dausenau boten die beiden Musiker im Rahmen des Lahnfestivals „Gegen den Strom“ Sonaten, Lieder und Tänze aus England, Italien und Deutschland.

    Wie in einem Dialog standen sich Violine und Harfe gegenüber. Sie kommunizierten miteinander, wiederholten und betonten einander und spielten sich regelrecht in Rage. Mal volkstümlich schlicht, mal kunstvoll raffiniert berührten Seitz und Meyer mit geistreichen wie vergnüglichen Klängen, begeisterten mit eindrucksvoller Fingerfertigkeit und dynamisch wie rhythmisch differenzierten Arrangements. In ihrem sanften Spiel fanden sich Trauer und Tristesse, Freude und Leidenschaft. Von Akustik und Ambiente der altertümlichen Pfarrkirche unterstützt, entlockten die Musiker ihren historischen Instrumenten anmutige Melodien.

    Der Barock stand für neue Möglichkeiten, Spannungen und Gegensätze auszudrücken. Während Meyer an der Violine mit einem feurigen Staccato seiner Leidenschaft freien Lauf ließ, antwortete Seitz an der Harfe mit beruhigenden kontrapunktischen Klängen und schuf ein außergewöhnliches polyfones Klangerlebnis.

    Mit „Lagrime mie“ der italienischen Komponistin Barbara Strozzi vereinten sich die beiden Musiker in Melancholie und Schmerz, warteten einander ab und trafen sich zu träumerischen Melodien wieder. In einem stürmischen Ausbruch steigerten sich Violine und Harfe in chromatischen Tonfolgen zu einem regelrechten Streit zu Montalbanos Geloso, nur um sich im melancholisch absteigenden Duktus von Monteverdis „Si dolce è’l Toremento“ wieder zu versöhnen. In komplementären Stimmführungen ergänzten sich die Instrumente und wandten sich nach John Dowlands „Lacrimae“ mit „John, Come Kiss Me Now“ von Thomas Baltzar der fröhlichen und fidelen Seite des Barock zu. Abschließende Tänze wie „Greensleeves“ und „An English Mask“ gaben einen Einblick in die beschwingteren Melodien des sonst melancholisch geprägten Englands seiner Zeit und entließen ein zutiefst beeindrucktes Publikum.

    „Wir wollten nicht nur Sonaten und Lieder wiedergeben, sondern eine neue Konzertform schaffen. Durch den Dialog treten Harfe und Violine in ein Gespräch. Mal führt das eine Instrument, mal das andere“, so Christoph Meyer. Auch Diethelm Gresch, Intendant des Lahnfestivals „Gegen den Strom“, zeigte sich begeistert: „Das Spiel der beiden Musiker löst Gefühle aus. Es ist geistreich und unheimlich anspruchsvoll.“ Julia Mädrich

    Bad Ems Lahnstein
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