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Nassau

Verbandsgemeindewerke Bad Ems und Nassau: Weichen stehen auf Zusammenschluss

David Metzmacher

/Bad Ems. Auch die zweite gemeinsame Sitzung der Werkausschüsse beider ab 2019 fusionierten Verbandsgemeinden Bad Ems und Nassau stand im Zeichen des Zusammenschlusses. Konkrete Entscheidungen konnten dabei zwar keine getroffen werden, dennoch, auf der Tagesordnung standen gleich zwei Großprojekte: zum einen die Erweiterung des Verwaltungsgebäudes der Werke auf der Nassauer Koppelheck und zum anderen der Verbund der Trinkwasserversorgung.

Im Zuge der Fusion ziehen die Mitarbeiter der bisherigen Bad Emser Werke zu den Kollegen auf die Nassauer Koppelheck. Dort soll das Gebäude für etwa eine halbe Million Euro erweitert werden, um ausreichend Platz zu schaffen.  Foto: David Metzmacher
Im Zuge der Fusion ziehen die Mitarbeiter der bisherigen Bad Emser Werke zu den Kollegen auf die Nassauer Koppelheck. Dort soll das Gebäude für etwa eine halbe Million Euro erweitert werden, um ausreichend Platz zu schaffen.
Foto: David Metzmacher

Die Sitzungsteilnehmer um die beauftragten Personen beider VGs, Udo Rau (VG Nassau) und Rainer Lindner (VG Bad Ems), trafen sich zuerst auf der Koppelheck für eine Führung durch die Räumlichkeiten und eine Veranschaulichung des geplanten Anbaus und wechselten für den weiteren Teil der Sitzung in den Nassauer Kulturkeller. „Den Emser Kollegen möchten wir heute unser Verwaltungsgebäude vorstellen, uns aber auch gegenseitig besser kennenlernen“, begrüßte Rau die Ausschussmitglieder.

Auf der Nassauer Koppelheck arbeiten derzeit sowohl das Personal der Verwaltung sowie das der Technik der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung der VG Nassau. Als künftiger Sitz der Werke der VG Bad Ems-Nassau sollen hier ab 2019 alle Verwaltungsangestellten der Eigenbetriebe ihrer Arbeit nachgehen. Dafür bedarf es jedoch größerer Räumlichkeiten. Das Architekturbüro Schellenberg legte dazu einen Entwurf vor: Dort, wo sich derzeit noch die Einfahrt befindet, soll ein Anbau entstehen, rund 160 Quadratmeter auf zwei Etagen. „Eine günstige und unkomplizierte Lösung“, resümierte Rau, „mit der die neuen Räume bereits Anfang 2019 bezogen werden können.“ Die Kosten für den Anbau sollen sich insgesamt auf ungefähr 500.000 Euro belaufen. In den Reihen der Ausschussmitglieder regte sich anfänglich noch Widerstand gegen das geplante Flachdach, auch eine Fotovoltaikanlage wurde vorgeschlagen. Werner Ruckdeschel von den Werken der VG Nassau erklärte, dass das Flachdach sowohl die günstigste als auch die geräumigste Lösung darstelle, zumal Regenwasser durch die zehnprozentige Schräge problemlos abfließen könne. Auf Grundlage des Entwurfs werden nun Arbeitskreise unter den Bauexperten der Ausschüsse gebildet, um einen endgültigen Bauplan zu entwickeln.

Zweites Thema waren die Verbundmöglichkeiten für die Trinkwasserversorgung der künftigen VG Bad Ems-Nassau. Für die südwestlichen Gemeinden der jetzigen VG Nassau (Oberwies, Dörstheck, Misselberg, Sulzbach und Dien- thal) werden perspektivisch zusätzliche Trinkwasserressourcen benötigt, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ingenieur Stuchly von Björnsen Beratende Ingenieure stellte dazu drei Varianten vor: Die erste Möglichkeit sieht den Bau eines 1500 Kubikmeter Wasser fassenden Hochbehälters auf dem Dachskopf bei Dachsenhausen vor. Dieser würde Wasser von der Energieversorgung Mittelrhein (EVM) in Lahnstein beziehen, somit wäre über Becheln ein Anschluss an die VG Nassau möglich. Das Besondere an dieser Lösung: Auch die VG Loreley und die VG Nastätten könnten über den Hochbehälter Dachskopf Trinkwasser der EVM beziehen, die Kosten für den Bau der Leitung und des Hochbehälters würden dann zwischen den Verbandsgemeinden aufgeteilt. „Üblicherweise werden solche Kooperationsprojekte vom Land Rheinland-Pfalz besser gefördert“, erklärte Stuchly, möglicherweise ein entscheidender Vorteil. Doch die VG Bad Ems verfügt bereits über einen Anschluss an die EVM.

Die zweite Möglichkeit ist daher eine reine Eigenlösung, also ohne die VG Loreley und die VG Nastätten. Über den bereits bestehenden Anschluss könnte über den Bau einer neuen Leitung Trinkwasser auch für die VG Nassau bereitgestellt werden: kurzfristig günstiger sowie schneller umzusetzen. Die dritte Variante schließlich fasst beide vorangegangenen Alternativen zusammen, ist somit die aufwendigste. „Durch den Verbund könnten aber langfristig Kosten eingespart werden“, legte Stuchly nahe, zudem sei hier die Versorgungssicherheit am größten.

Die gewichtigste Unbekannte sei jedoch nach wie vor die Höhe der Fördermittel, die für das Verbundprojekt zwischen den Verbandsgemeinden vom Land ausgezahlt werden könnte: „Nur mit dieser Information ist eine Kostengegenüberstellung möglich“, so Stuchly. Die VG Loreley benötigt jedoch dringend eine Entscheidung, ob sich die künftige VG Bad Ems-Nassau am Hochbehälter Dachskopf beteiligen möchte. Die Versorgungssicherheit der VG Loreley nämlich ist kritisch, laut Rau will sie daher eine Absichtserklärung bis spätestens Ende März verabschieden. Doch die Mitglieder beider Werkausschüsse der VG Bad Ems und VG Nassau sind sich einig: „Wir können uns nicht vom Mangel der anderen Verbandsgemeinden unter Druck setzten lassen und eine übereilte Entscheidung treffen“, betonte beispielsweise Gisela Bertram. Die Ausschüsse stimmen auch darin überein, dass das übergeordnete Ziel der Trinkwasserversorgung in der VG Bad Ems-Nassau sein müsse, eine Balance zwischen Fremdbezug (beispielsweise von der EVM) und Eigengewinnung zu finden. Nun möchten die Werkausschüsse möglichst bald Gewissheit über die Höhe der Fördermittel für das Verbundprojekt haben, erst dann möchten sie eventuell eine Absichtserklärung unterzeichnen.

Von unserem Mitarbeiter David Metzmacher

Bad Ems Lahnstein
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