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VG Loreley

Verbandsgemeinde Loreley: Unwetterschäden bleiben ein Dauerbrenner

Andreas Jöckel

Fast ein Jahr nach den Starkregen, die Ende Mai 2016 in der Verbandsgemeinde Loreley niedergingen, ist die Verwaltung noch immer mit der Behebung der Unwetterschäden beschäftigt. Bauamtsleiter Ewald Gabel informierte im Bauausschuss über den Sachstand in den am heftigsten betroffenen Orten.

Zu den stärksten Unwetterschäden zählt das Erdloch am Wellmicher Bach, das 2016 einen Tennisplatz zerstörte und das Vereinsheim unterspülte. Eigentümer ist die Stadt St. Goarshausen. Der Stadtrat will demnächst über die Sanierung und künftige Nutzung der Fläche entscheiden. Foto: Andreas Jöckel
Zu den stärksten Unwetterschäden zählt das Erdloch am Wellmicher Bach, das 2016 einen Tennisplatz zerstörte und das Vereinsheim unterspülte. Eigentümer ist die Stadt St. Goarshausen. Der Stadtrat will demnächst über die Sanierung und künftige Nutzung der Fläche entscheiden.
Foto: Andreas Jöckel

Im vergangenen Jahr sorgte zunächst die Rechtslage für Diskussionen. Zwar ist für Gewässer dritter Ordnung, zu der die Bäche zählen, die 2016 für Überschwemmungen und Erdlöcher sorgten, die Verbandsgemeinde zuständig. Laut einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts gilt diese Regelung jedoch nur für offen fließende Gewässer. Sobald ein Bach überbaut wurde und nur unterirdisch durch Rohre und Kanäle läuft, liegt die Verantwortung beim jeweiligen Grundstückseigentümer, gegebenenfalls also bei den Ortsgemeinden. Dennoch wickelt die VG die Schäden für die Ortsgemeinden ab. Vom Umweltministerium in Mainz wurden im vergangenen Jahr insgesamt 697.000 Euro an Zuschüssen bewilligt.

Sauerthal

Deshalb ist auch die Gemeinde Sauerthal Träger einer Maßnahme, die rund 400.000 Euro kosten, aber vom Land mit 200.000 Euro bezuschusst wird. Dabei handelt es sich um eine ausreichend große Verrohrung vom Ranselbach bis zum Tiefenbach. Die Dauer der Arbeiten wird auf rund sechs Monate geschätzt. Die Ausschreibung wird laut Gabel derzeit vorbereitet. Allerdings müsse auf Geheiß der Umweltbehörden noch eine Vorprüfung abgewartet werden, die bescheinige, dass für den Bau kein Umweltverträglichkeitsgutachten notwendig ist – obwohl die betroffenen Bereiche schon zuvor bebaut waren.

Kaub

An den zwei betroffenen Stellen in Kaub ist man laut Gabel ein gutes Stück vorangekommen. Für den Bereich des Volkenbachs sei ein Ingenieurbüro beauftragt worden, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen. Der Entwurf werde bald im Stadtrat vorgelegt. Problematisch waren dort laut Gabel nach Starkregen auftretende Wasserläufe, die auf eine Überbauung des Bachs zu Zeiten des Schieferbergbaus zurückzuführen sind, und die kaum mehr nachvollziehbar waren. Von den Ingenieuren neu berechnete Verrohrungen sollen den dortigen Wirtschaftsweg künftig schützen. Beim Damm im Bereich des Blücherbachs oberhalb von mehreren Häusern muss ebenfalls dafür gesorgt werden, dass das Wasser schadlos bis zur Ortslage geführt werden kann.

St. Goarshausen

In St. Goarshausen hat der Stadtrat noch nicht entschieden, wie mit dem Erdloch auf dem stadteigenen Tennisplatz verfahren werden soll. Dem Tennisclub als Pächter reichen die verbliebenen beiden Plätze aus. Das Vereinsheim ist vorerst abgestützt.

Kamp-Bornhofen

In der Kamp-Bornhofener Burgenstraße (K103) wurde das obere Erdloch mittlerweile wieder verfüllt und wird noch asphaltiert. Bevor das zweite Erdloch weiter unterhalb verfüllt werden kann, wird noch das Gesamtkonzept zur Sanierung abgewartet. Nach den Vorarbeiten des Geologen Pohl sind noch weitere Vermessungen, Bodengutachten sowie Gebäudeprüfungen nötig, die mindestens noch zwei Monate dauern werden.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel
  • 127,3 Kilometer lang sind mehr als 20 namentlich bekannte Bachläufe in der VG Loreley, für die als Gewässer dritter Ordnung die Verbandsgemeinde zuständig ist. Für deren Unterhaltung wurden laut Verwaltung in den vergangenen Jahren folgende Summen ausgegeben: 32.000 Euro (2013), 33.000 Euro (2014), 32.000 Euro (2015) und 185.000 Euro aufgrund der Unwetter in 2016. Zu den Arbeiten gehören Kontrollen der Bachläufe und Einlaufbauwerke sowie gegebenenfalls Reparaturen oder Räumungen. aj

Begehung in Braubach

Nach den schweren Unwettern im Mai und im Juni will die Verbandsgemeinde Loreley zukünftig die Risiken von Schäden durch Rhein-Hochwasser und Starkregen in allen Gemeinden mindern. Dazu sollen über rund zwei Jahre mit den Bürgern maßgeschneiderte Hochwasserschutzkonzepte entwickelt werden. Mehrere Workshops sind geplant.

Im Vorfeld findet jetzt eine Begehung der Risikogebiete im Bereich des Mühlbachs in Braubach am Donnerstag, 18. Mai, ab 17 Uhr statt. Treffpunkt ist das Verwaltungsgebäude, Friedrichstraße 12. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten unter Telefon 06771/919.260 oder per E-Mail an s.siering@vg-loreley.de aj

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