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    Bad Ems

    Unzuverlässige Öffnungszeiten: Wieder großer Ärger mit der Post in Bad Ems

    Eine böse Überraschung erlebte die Mitarbeiterin von Christian Vollheim aus Bad Ems am vergangenen Mittwoch. Der Anwalt hatte ihr aufgetragen, einen eiligen Brief beim Postbank Finanzcenter in der Römerstraße 25 in Bad Ems aufzugeben – doch als sie um kurz nach 12 dort war, waren die Türen bereits fest verschlossen.

    Kunden ärgern sich über Postbank-Filiale in Bad Ems.  Foto: Metzmacher
    Kunden ärgern sich über Postbank-Filiale in Bad Ems.
    Foto: Metzmacher

    Zumindest bis 12.30 Uhr hätte die Filiale an diesem Tag geöffnet sein müssen. Seit 33 Jahren ist Vollheim Anwalt und „so etwas habe ich noch nicht erlebt“, erzürnte er sich, als seine Mitarbeiterin unverrichteter Dinge ins Büro zurückkehrte.

    Seit einigen Wochen schon beklagen sich viele Bad Emser über schwankende Öffnungszeiten ihrer Post. Ein Aushang klärt nun auf: Die Nachmittagsöffnungszeiten der Filiale wurden für die Woche von 25. bis 30. September kurzerhand gestrichen. Von Montag bis Freitag war die Filiale nur am Vormittag von 9 bis 12.30 Uhr geöffnet, am Samstag nur bis 12 Uhr. Ohne Angabe von Gründen und offenbar ohne Rücksicht auf Kunden. Normalerweise öffnet die Filiale auch nachmittags von 14.30 bis 17 Uhr; auch das ist vielen Kunden schon zu wenig. Als Ersatz verweist der Aushang auf die Partnerfilialen in Nievern und Nassau — ein zu weiter Weg für viele Emser.

    „Schlimm genug, dass die Öffnungszeiten derart verkürzt werden, aber dass selbst diese nicht eingehalten werden, ist ein Unding“, ärgert sich Vollheim. Der Anwalt glaubt, dass die verkürzten Öffnungszeiten des Postbankzentrums viele Menschen in Bad Ems beschäftigen und ihr Privat- oder Geschäftsleben massiv einschränken.

    Die Post in Bad Ems bereitete in jüngster Zeit vielen Bürgern in der Verbandsgemeinde Kopfschmerzen. Erst sorgten Briefträger, die nach 22 Uhr die Post austrugen, für Verwunderung. Doch stapelweise an Nachbarn adressierte Briefe, die bei mehreren Bürgern in Arzbach eingeworfen wurden, waren da ein größerer Aufreger. Dabei ging es teilweise sogar so weit, dass einige Briefe in der Nachbarschaft weitergegeben werden mussten. Dass einige Wahlbenachrichtigungen für die Bundestagswahl nicht ihren Empfänger erreichten, setzte dem Ärger mit der Post im Rhein-Lahn-Kreis die Krone auf. Am Ende spielte die Verwaltung gar selbst Briefträger und lieferte die Benachrichtigungen kurzerhand aus.

    Zu den Öffnungszeiten in dieser Woche äußerte sich die Pressesprecherin für den Bereich Privatkunden der Postbank, Iris Laduch-Reichelt, entschuldigend: Kunden würden in Unternehmen „guten Service“ und „verlässliche Öffnungszeiten“ erwarten. „Dies können wir in unserer Filiale in Bad Ems bedauerlicherweise aufgrund von Personalmangel aktuell nicht immer gewährleisten.“ Die Verärgerung der Kunden könne die Postbank „gut nachvollziehen“.

    Diese unregelmäßigen Öffnungszeiten lägen am Personalmangel in der gesamten Region. So gäbe es nicht nur in der Bad Emser Filiale, sondern auch in umliegenden Standorten seit einiger Zeit unbesetzte Stellen. Zur Verbesserung der Situation suche die Postbank derzeit zeitlich befristetes Personal für diese Filialen, so Laduch-Reichelt. „Als Maßnahme zur Stabilisierung der Öffnungszeiten haben wir die Öffnungszeiten in Bad Ems vorübergehend verkürzt. So können wir die Filiale wieder verlässlich für die Kunden öffnen und gleichzeitig die gesetzlichen Pausenzeiten für die Mitarbeiter einhalten.“ Auf die Beschwerde Vollheims hätten die Mitarbeiter der Filiale in Bad Ems „sehr betroffen“ reagiert. „Sie arbeiten mit großem Einsatz, um die Filiale trotz des Personalmangels geöffnet zu halten und die Kunden zufriedenzustellen“, erklärte Laduch-Reichelt. Dass aber die Filiale am 27. September bereits um 12 geschlossen gewesen sei, stritt die Pressesprecherin ab. „Anhand der Kassenprotokolle ist (…) nachvollziehbar, dass die Filiale an dem betreffenden Tag auch nach 12 Uhr geöffnet war und Kunden bedient wurden.“ Ein Bad Emser Bürgers und Postkunde erklärte, dass er die Tür zu den normalen Öffnungszeiten auch schon des Öfteren verschlossen vorgefunden habe.

    Eine Mitarbeiterin der Filiale bestritt auf Anfrage die verfrühten Schließungen ebenfalls. Unter dem Personalmangel, der für die verkürzten Öffnungszeiten verantwortlich ist, litten Kunden sowie Mitarbeiter, die sich an die Änderungen anpassen müssten. Sie habe natürlich Verständnis für den Ärger der Kunden und hoffe, dass sich die Situation bald ändert. Nächste Woche sei die Filiale in der Römerstraße 25 wieder regulär, also auch nachmittags, geöffnet. Was danach kommt, sei ungewiss. Derzeit bekämen die Mitarbeiter nämlichen jeden Freitag die Öffnungszeiten für die kommende Woche mitgeteilt.

    Von unserem Mitarbeiter
    David Metzmacher

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