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Mittelrhein

Studie über Hotelstandorte: Wo gibt es im Buga-Land Platz für Investoren?

Andreas Jöckel

Idealerweise haben IHK und Wirtschaftsförderer ab Herbst einen „Prospekt“ zur Hand, der Hotelbetreibern oder Projektentwicklern aufzeigt, wo es sich lohnt, in der Region Mittelrhein für die kommenden 15 bis 30 Jahre zu investieren. Bis die entsprechende Hotelbedarfsanalyse am 11. Oktober vorgestellt wird, hoffen die Initiatoren noch auf etwas mehr Unterstützung aus den Kommunen.

Vor allem im Hinblick auf die Buga 2029 oder 2031 braucht die Region Mittelrhein ausreichende und qualitativ auf bestimmte Zielgruppen abgestimmte Übernachtungsangebote. Dabei steht der Romantische Rhein in Konkurrenz zu vielen anderen Destinationen in Deutschland.  Foto: Andreas Jöckel
Vor allem im Hinblick auf die Buga 2029 oder 2031 braucht die Region Mittelrhein ausreichende und qualitativ auf bestimmte Zielgruppen abgestimmte Übernachtungsangebote. Dabei steht der Romantische Rhein in Konkurrenz zu vielen anderen Destinationen in Deutschland.
Foto: Andreas Jöckel

Mit einer Wertschöpfungsstudie der dwif Tourismusberatung hatte die IHK bereits 2015 aufgezeigt, dass die touristische Nachfrage in der Region Romantischer Rhein zwischen Remagen und Rüdesheim für mehr als eine Milliarde Euro Bruttoumsatz im Jahr sorgt. Fast 80.000 Touristen empfängt die Region täglich im Durchschnitt. Demzufolge ist die Destination als Wirtschaftsfaktor im nördlichen Rheinland-Pfalz nicht mehr wegzudenken und darüber hinaus noch ausbaufähig.

Anlass zur Sorge

Anlass zur Sorge gibt allerdings eine weitere Studie zur Unternehmensnachfolge am Mittelrhein aus dem vergangenen Jahr. Das Fazit: Die Zahl der Übernachtungsbetriebe wird in den kommenden Jahren weiter sinken – um 13 Prozent bis 2032. Darüber hinaus gibt es in vielen Betrieben einen Investitionsstau, der dazu führt, dass sie weder zeitgemäß noch auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind. Das Tal braucht also dringend Investitionen, damit das Gastgewerbe für die Betriebsnachfolge attraktiv und auch zukunftsfähig ist.

Investitionsbedarf bis zur Buga

Der Investitionsbedarf gilt insbesondere im Hinblick auf die Buga 2029 im strukturschwachen Welterbe Oberes Mittelrheintal, die sich auch an der Zahl der Übernachtungen messen lassen wird und dabei – wie schon die Buga 2011 in Koblenz – auf die gesamte Mittelrheinregion ausstrahlen soll. Um Klarheit über den Status quo und die Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen, haben die IHK und die Entwicklungsagentur (EA) Rheinland-Pfalz im Sommer dieses Jahres eine dritte Studie bei der dwif in Auftrag gegeben. Die Hotelbedarfsanalyse soll auf Basis der bestehenden Angebotsstrukturen sowie unter Berücksichtigung der kommunalen Bauleitplanungen und bereits vorliegender Studienergebnisse konkrete Flächen identifizieren, die für künftige Neuansiedlungen geeignet sind. Darüber hinaus soll sie Empfehlungen für Art, Größe und Marktpositionierung möglicher Hotelprojekte geben. Einfach gefragt: Wo braucht die Buga 2029 noch Betten, für wen und in welcher Preisklasse?

Möglichkeiten der Beteiligung nicht ausgereizt

Bei der Erstellung der Studie waren die Initiatoren auf Mithilfe von Beherbergungsbetrieben und anderen Unternehmen aus der Region angewiesen, die bis 31. Juli an einer Befragung teilgenommen haben. Auch die Kommunen waren gefragt, Entwicklungsflächen zu melden oder Ideen einzubringen, die derzeit vielleicht noch in Schubladen schlummern. Zwar gab es laut dem zuständigen IHK-Referenten Christian Dübner aus vielen Kommunen bereits wertvolle Infos. Einigen Bürgermeistern und Wirtschaftsförderern sei aber offenbar die Bedeutung der Problematik noch nicht bewusst: „Wir haben den Eindruck, dass von verschiedenen Stellen noch nicht alle Möglichkeiten ausgereizt wurden, die Studie mit Blick auf die Gesamtregion zu unterstützen.“ Deshalb appelliert Dübner an alle Bürgermeister, Projekte, Flächen und Ideen gegebenenfalls noch nachzureichen.

Zielgruppen und Trendthemen bedienen

Letztlich wird die Studie auch dazu beitragen müssen, die Region insgesamt wach zu rütteln. Denn im Hinblick auf ein knappes Angebot an modernen und zielgruppengerichteten Hotels, das zudem ein starkes Gefälle zwischen einzelnen Städten und Gemeinden aufweist, steht das Mittelrheintal noch vor großen Herausforderungen. Noch immer werden die klaren touristischen Trendthemen wie Wandern, Radfahren sowie Wein- und Kulturlandschaft in den Betrieben des Mittelrheintals nicht ausreichend bedient.

Im Hinblick auf die regionale Buga ist die Buga 2015 in der Havelregion ein mahnendes Beispiel. Dort reichten die Kapazitäten nicht aus, um die Übernachtungsnachfragen zu decken. Lachender Dritter war das eine knappe Autostunde entfernte Potsdam, wohin die Besucher ausweichen konnten.

Flächen und Ideen gefragt

Bürgermeister oder Wirtschaftsförderer, die noch Flächen, Ideen oder Projekte für die Entwicklung von Hotel- und Übernachtungsbetrieben melden möchten, können sich wenden an die IHK Koblenz, Christian Dübner, Telefon 0261/106306, E-Mail: duebner@koblenz.ihk.de

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel
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