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    St. GoarshausenNight of the Prog Festival: Hymnen und kunstvolle Riffs auf der Loreley

    Psychedelische Klänge der 1960er treffen auf Hardrock, Weltmusik, Klassik und Jazz. So oder ähnlich könnte der Besucher die Night of the Prog 2017 zusammenfassen. Über drei Tage hinweg trafen sich auf der Loreley zum zwölften Mal Künstler unterschiedlicher Ausrichtung, die eines gemeinsam hatten: die Liebe zum Progressive Rock.

    Die Crème de la Crème der Prog-Rock-Szene traf sich am Wochenende auf der nagelneuen Loreleybühne. Und reichlich Fans folgten. Vor allem genossen sie die Show von Chris Thompson in Begleitung norwegischer Musiker.
    Die Crème de la Crème der Prog-Rock-Szene traf sich am Wochenende auf der nagelneuen Loreleybühne. Und reichlich Fans folgten. Vor allem genossen sie die Show von Chris Thompson in Begleitung norwegischer Musiker.
    Foto: Dirk Förger

    Schon das Altersspektrum der Sänger auf der Bühne reichte vom jungen Twen Sabina Moser bis zum 72-jährigen Rockveteranen Jon Anderson. Und während Letzterer als Gründungsmitglied von Yes Ende der 1960er noch vom Beat beeinflusst war, nahm Moser vor drei Jahren am Wettbewerb „The Voice of Germany“ teil. Auf der Loreley röhrte sie als Sängerin von Ashby ins Mikrofon. Apropos Yes: Für viele war das Mutterschiff des Progressive Rock samstags sicher der Höhepunkt des Festivals. Insbesondere, da neben Anderson auch der Keyboard-Virtuose Rick Wakeman und der südafrikanische Gitarrist Trevor Rabin an alte Größe erinnerten. Vor voll gefüllten Reihen spielten Yes spät abends viele ihrer bekanntesten Stücke. Dass Rabin nebenbei ein bekannter Komponist für Soundtracks von Filmen wie „Armageddon“ oder „Con Air“ ist, macht das ungeheure Potenzial der anwesenden Künstler nur umso deutlicher. Ein ebensolcher Tausendsassa ist der Violinist David Cross, der mit seiner fünfköpfigen Begleitband auftrat. Der englische Musiker hat ebenfalls sehr erfolgreiche Tanz- und Theateraufführungen produziert.

    Im Gegensatz zu den oftmals sphärischen Klängen von Yes hatte Mike Portnoy am Vorabend einen deutlich lauteren Auftritt: Mit seinem „Shattered Fortress“ erschütterte er die Loreley bis in die Grundfesten und machte damit dem Titel seiner Performance (shattered = zerschmettert) alle Ehre. Der Ex-Drummer von Dream Theater hatte noch dazu Glück mit dem Wetter. Denn die sehr gute deutsche Gruppe Blind Ego musste davor bei strömendem Regen spielen. Und während die italienische Gruppe Soul Secret bei einigen Besuchern nicht so angekommen war, begeisterte die britische Band Maschine mit tollem Gitarren-Sound. Dass auch aus Deutschland toller Nachwuchs kommt, zeigten am Samstag die bereits erwähnte Gruppe Ashby sowie Eyevory. Die aus dem Ruhrgebiet und Bremen stammenden Bands haben einige Dinge gemeinsam. So wurden sie von Frank Bornemann, Kopf der deutschen Artrock-Gruppe Eloy, gefördert. Und beide Bands haben schon Crowdfunding-Kampagnen gestartet, um sich ihre Alben zu finanzieren. Das hat eine Musikgröße wie Ray Wilson natürlich nicht mehr nötig. Der Ex-Sänger von Genesis versetzte viele der häufig grauhaarigen Besucher mit seinen Stücken zwei Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit - mindestens.

    Am abschließenden Sonntag gab es für die Prog-Rock-Fans ebenfalls wieder mehrere musikalische Höhepunkte, die unterschiedliche Geschmäcker ansprachen. Am meisten ging das Publikum bei Chris Thompson mit, der diesmal norwegische Musiker mitgebracht hatte. Kein Wunder, denn der langjährige Sänger von Manfred Mann’s Earth Band trug quasi das gesamte Repertoire an Hits aus den 1970er-Jahren vor. Dieses hatte er eigens für das Festival zusammengestellt. Und spätestens bei dem noch älteren Millionenseller „Mighty Quinn“ aus der Feder von Bob Dylan konnte wirklich jeder in der tobenden Menge mitsingen.

    Dagegen schlugen Seven Impale, ebenfalls aus Norwegen, eher jazzige Töne an. Auch die britische Kultband Gong spielte neben sehr rhythmischen Stücken einiges aus dem Bereich Jazzrock. Besonders auffällig dabei waren Ian East an den Blasinstrumenten und der sehr extrovertierte Leadsänger und Gitarrist Kavus Torabi. Mit wildem Haar, silbrigen Stiefeln und rollenden Augen sprang und stampfte er über die Bühne. Dass er danach in puncto Ausdruck und Gestik noch übertroffen wurde, lag an der abschließenden Gruppe der Veranstaltung: Was Schauspiel angeht, reicht wohl kaum ein Sänger an Steve Hogarth, den Frontmann der britischen Band Marillion, heran. Würdiger Abschluss einer wieder einmal sehr beeindruckenden Veranstaltung.

    Von Dirk Förger

    Prog Rock ist Musik mit hoher musikalischer Komplexität

    Der Progressive Rock entstand Mitte bis Ende der 1960er-Jahre.

    Statt auf Einfachheit, Wiederholungen und simple Riffs zu setzen, entwickelt dieser Stil die Musik weiter.  Keith Emerson von ELP soll gesagt haben: „Progressive Musik nimmt ein Riff, kehrt sein Inneres nach außen, stellt es auf den Kopf, spielt es dann wieder andersherum und erkundet so sein Potenzial.“ Kennzeichnend für Prog Rock sind musikalische Komplexität, hymnische Elemente, sehr lange Stücke mit epischen Soli, die extensive Nutzung elektronischer und exotischer Instrumente sowie anspruchsvolle Texte.Häufig waren die Plattencover wahre Kunstwerke und Musiker formten immer wieder in unterschiedlichen Besetzungen so genannte Supergroups. Die Musikrichtung gliedert sich in drei Phasen mit dem Höhepunkt von Ende der 1960er- bis Mitte der 1970er-Jahre. Typische Vertreter des Genres waren und sind King Crimson, Emerson Lake & Palmer, Yes, Genesis, Jethro Tull und Pink Floyd.

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