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Rhein-Lahn

Neue Richtlinien: Rhein-Lahn-Kreis will Kitas stärker fördern

Andreas Jöckel

Für die Kindertagesstätten im Rhein-Lahn-Kreis sind die Richtlinien für die Freistellung von Leitungskräften und die Gewährung von Fördermitteln zum Jahresbeginn 2018 verbessert worden. Die Beschlüsse dazu hat der Kreisausschuss bereits in seiner letzten Sitzung des vergangenen Jahres gefasst.

Neben der Schaffung neuer U 3-Plätze können nun auch Sanierungen oder Umbauten in Kitas gefördert werden. Foto: dpa
Neben der Schaffung neuer U 3-Plätze können nun auch Sanierungen oder Umbauten in Kitas gefördert werden.
Foto: dpa

„Es sieht gut aus mit der Geburtenrate im Rhein-Lahn-Kreis“, freut sich Landrat Frank Puchtler, „deshalb sind wir auch froh, dass wir im Bereich Kindertagesstätten einen wichtigen Standortfaktor für unseren Heimatkreis stärker unterstützen können.“ Insgesamt 83 Kitas gibt es im Rhein-Lahn-Kreis. Davon sind 32 in kommunaler Trägerschaft, 14 in katholischer Trägerschaft, 32 in evangelischer Trägerschaft und 5 in freier Trägerschaft.

Pädagogen, Eltern und auch Kommunalpolitiker fordern auch im Rhein-Lahn-Kreis schon seit vielen Jahren, dass die Leitungsaufgaben bei der Personalausstattung stärker berücksichtigt werden. Denn die Aufgaben der Leitungskräfte sind vielfältig: Sicherung der pädagogischen Qualität, Personalführung und Betriebsorganisation. Obwohl diese Leitungsaufgaben in allen Kitas unabhängig von deren Größe zu erfüllen sind, war eine Freistellung bislang nur ab vier Kitagruppen möglich. Die neue Regelung sieht dies nun für alle Einrichtungen vor, wobei die Freistellungsstunden von 3 Stunden bei einer Gruppe bis 21 Stunden bei sechs Gruppen variieren (siehe weiter unten). Bislang hatten nur 30 Einrichtungen im Kreis einen Freistellungsanteil, wobei die Kosten für die Kreisverwaltung bei 270.000 Euro jährlich lagen. Künftig haben alle Einrichtungen ein Recht darauf. Unter der Voraussetzung, dass dies alle Kitas auch in Anspruch nehmen, entstehen ab diesem Jahr für den Kreis zusätzliche Kosten von 135.000 Euro.

Zuwendungen auch für Neu-, Um- und Anbauten sowie Sanierungen

Ebenfalls neue Richtlinien gelten ab 2018 für die Schaffung neuer Kitaplätze sowie die Sanierung und den Umbau bestehender Einrichtungen. Laut Kindertagesstättengesetz „hat der Träger des Jugendamtes sich entsprechend seiner Verantwortung für die Sicherstellung ausreichender und bedarfsgerechter Kindertagesstätten an den notwendigen Kosten angemessen zu beteiligen“. Laut Verwaltungsvorschrift gilt eine 40-prozentige Förderung als angemessen. Zusätzlich schreibt ein Urteil des Verwaltungsgerichts Trier den Städten und Gemeinden ins Stammbuch, dass eine angemessene Förderung nicht von der Haushaltslage der Kommune abhängig gemacht werden kann.

Bislang wurden im Rhein-Lahn-Kreis lediglich neue U 3-Plätze gefördert, wobei sich der Kreis an Bau- und Ausstattungskosten mit maximal 15.000 Euro je neuer Gruppe beteiligte – also mit 1500 Euro je U 3-Platz. Im konkreten Fall würde das bedeuten, dass eine Ortsgemeinde die Kosten von mehr als 500.000 Euro für eine gesetzlich erforderliche Erweiterung selbst aufbringen müsste und lediglich 12.000 Euro vom Kreis erhalten würde.

Die Verwaltung hat anhand einer „Beispiel-Kita“ Kostenrichtwerte ermittelt und in einer Richtlinie neue Fördersummen festgelegt, die ab Januar dieses Jahres gelten. Gefördert werden Neu-, Um- und Anbauten sowie Sanierungen und die Einrichtung provisorischer Gruppen. Auch energetische Sanierungen und besserer Brandschutz werden gefördert.

Höchstbeträge

Die Zuwendung beträgt maximal 40 Prozent bei folgenden Höchstbeträgen: Neubau einer Kita mit einer Gruppe (170.000 Euro), zwei Gruppen (220.000), drei Gruppen (280.000 Euro), vier Gruppen (340.000 Euro), fünf Gruppen (400.000 Euro), sechs Gruppen (460.000 Euro) und sieben Gruppen (520.000 Euro). Umbauten und Anbauten je Maßnahme bis zu 50.000 Euro. Ersatzbauten je Gruppe bis zu 50.000 Euro. Sanierung je Gruppe bis zu 50.000 Euro. Je provisorische Gruppe gibt es 10.000 Euro.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Freistellung

Leitungskräfte in Kitas werden wöchentlich wie folgt freigestellt:

  • Eine Gruppe: 3 Stunden
  • Zwei Gruppen: 4,5 Stunden
  • Drei Gruppen: 7,5 Stunden
  • Vier Gruppen: 15 Stunden
  • Fünf Gruppen: 18 Stunden
  • Sechs Gruppen: 21 Stunden
  • Pro weiterer Gruppe: plus 3 Stunden wöchentlich
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