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Nassau

Nach schwierigem Wirtschaftsjahr: Leifheit setzt stärker auf elektrische Produkte

Die Leifheit AG hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Das Unternehmen hat die selbst gesteckten Ziele 2017 nicht erreicht. Das haben auch die Aktionäre gespürt, weil sich der Kurs der Anteilsscheine nicht wie erwartet entwickelte. Außerdem verzichtete der Konzern mit Sitz in Nassau darauf, eine Sonderdividende zu zahlen. Künftig will sich Leifheit stärker in den digitalen Medien präsentieren und den Verkauf übers Internet ausbauen.

Unter dem Dach der Marke Leifheit geht man nach den Fenstersaugern auch in anderen Bereichen nun weg von ausschließlich mechanischen Artikeln und wendet sich stärker elektrischen Geräten zu. Foto: Rosenkranz
Unter dem Dach der Marke Leifheit geht man nach den Fenstersaugern auch in anderen Bereichen nun weg von ausschließlich mechanischen Artikeln und wendet sich stärker elektrischen Geräten zu.
Foto: Rosenkranz

Im Netz macht Leifheit nach eigenen Angaben derzeit rund 14 Prozent des Umsatzes. Zudem setzt das Nassauer Unternehmen verstärkt auf vernetzte Produkte und Service-Angebote, wie es unter dem Namen Soehnle Connect der Fall ist. Dabei geht es derzeit um Waagen, Pulsmesser und Fitness-Tracker, die beispielsweise mit Apps auf dem Smartphone in Verbindung stehen. Die Hoffnung der Konzernleitung ist auch, damit die Marken attraktiver für ein jüngeres Publikum zu machen.

Generell stellt Leifheit die seit 1868 bestehende Marke Soehnle neu auf. Vom einstigen Waagen-Spezialisten entwickelt sich der Konzernbereich nach einem ersten Versuch im Wellness-Bereich vor einigen Jahren zum Anbieter von Artikeln zu den Themen Fitness und Gesundheit weiter. Den Waagen bleibt man unterdessen treu und hat die erste spülmaschinenfeste Küchenwaage auf den Markt gebracht. Von solchen Neuheiten erwartet sich Vorstand Thomas Radke in diesem Jahr „neuen Schwung“ für Soehnle.

Unter dem Dach der Marke Leifheit geht man nach den Fenstersaugern auch in anderen Bereichen nun weg von ausschließlich mechanischen Artikeln und wendet sich stärker elektrischen Geräten zu. Aktuelle Beispiele sind ein Akkusauger, dessen Namensbestandteil Regulus auf den Teppichkehrer der 1960er-Jahre verweist, mit dem das von Günter und Ingeborg Leifheit 1958 in Nassau gegründete Unternehmen rasant wuchs. Mit Strom funktioniert auch ein neuer Dampfreiniger, der ohne Reinigungsmittel für Sauberkeit im Haus sorgen soll. Solche Neuheiten sollen ebenso wie neu konzipierte Werbekampagnen dazu beitragen, dass die Traditionsmarke Leifheit ein moderneres und frischeres Image erhält.

Bei allen vorgenommenen und noch anstehenden Optimierungen, die Leifheit wieder zu höheren Erträgen führen soll, ist die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Für den Leifheit-Konzert arbeiteten zum Jahresende 1168 Menschen. Damit waren 75 Leute mehr für die Firma tätig als im Jahr zuvor. Vor allem in der Produktion in Tschechien wurde neu eingestellt. Aber auch in Deutschland, wo Leifheit zum Jahresende 443 Menschen beschäftigte, wuchs die Zahl der Mitarbeiter. Der Grund: Statt selbstständiger Handelsvertreter setzt der Konzern nun auf eigene Angestellte. Ein Konzept, das nach Aussagen von Vorstandschef Radke bereits deutliche Erfolge zeigt und weiteres Potenzial in sich birgt. Carlo Rosenkranz

Wichtige Kennzahlen aus dem Wirtschaftsjahr 2017

Umsatz: 236,8 Millionen Euro (Vorjahr: 237,1 Millionen)

  • EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern): 18,8 Millionen Euro (22,1 Millionen)
  • Periodenergebnis: 12,8 Millionen Euro (14,5 Millionen)
  • Investitionen: 7,8 Millionen Euro (7,8 Millionen)
  • Mitarbeiter am Jahresende: 1168 Personen (1093)
  • Dividende je Aktie: 1,05 Euro (1,05 Euro)
  • Sonderdividende: 0 Euro (0,40 Euro)
  • Höchstkurs der Aktie: 36,50 Euro
  • Tiefstkurs: 26,43 Euro

Die Hauptaktionäre der Leifheit AG

MKV Verwaltungs GmbH, Grünwald (Deutschland), 10,03 Prozent

  • Joachim Loh, Haiger (Deutschland), 8,26 Prozent
  • Capital Income Builder, Los Angeles (USA), 5,60 Prozent
  • MainFirst SICAV, Sennigerberg (Luxemburg), 5,04 Prozent
  • EQMC Europe Development Capital Fund plc, Dublin (Irland), 5,09 Prozent
  • Teslin Capital Management BV/Gerlin NV, Maarsbergen (Niederlande) 5,05, Prozent
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