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Marienfels/Miehlen

Nach fast einem Jahr: Auf der L 335 ist Ende der Sperrung in Sicht

Cordula Sailer

Ein neugieriger Radfahrer sondiert schon mal die Lage zwischen Marienfels und Miehlen: Es scheint sich nicht schlecht zu fahren auf dem neuen Asphalt. Doch die L 335 in diesem Bereich bleibt noch bis Ende September gesperrt. Als Baustein der Umgehungsstraße Marienfels/Miehlen ist die Landesstraße zwischen den beiden Orten komplett neu entstanden. Seit Oktober vergangenen Jahres besteht eine Vollsperrung. Ende Juli, spätestens August wollte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) die Strecke wieder freigeben. Doch die Bodenbeschaffenheit hat den Straßenbauern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nach fast einem Jahr Bauzeit soll die L 335 zwischen Marienfels (Bild) und Miehlen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Für die Umgehung um beide Orte ist die Straße komplett neu gemacht worden. Ein Teil der Ortsumfahrung an Marienfels vorbei ist bereits asphaltiert (links im Bild). Allerdings endet die Straße momentan noch nach ein paar Metern.  Fotos: Cordula Sailer
Nach fast einem Jahr Bauzeit soll die L 335 zwischen Marienfels (Bild) und Miehlen wieder für den Verkehr freigegeben werden. Für die Umgehung um beide Orte ist die Straße komplett neu gemacht worden. Ein Teil der Ortsumfahrung an Marienfels vorbei ist bereits asphaltiert (links im Bild). Allerdings endet die Straße momentan noch nach ein paar Metern. Fotos: Cordula Sailer
Foto: Cordula Sailer

„Die Markierungsarbeiten und ein paar Restarbeiten müssen noch umgesetzt werden“, erklärt Lutz Nink, Leiter des LBM Diez. Ansonsten ist das rund 2 Millionen Euro teure und etwa 1,2 Kilometer lange Teilstück der Umgehungsstraße fertig. Und auch der Unterschied zur Vorgängerstraße ist gut zu erkennen: Zwar orientiert sich die neue L 335 am alten Streckenverlauf, doch die Straße ist jetzt deutlich breiter, die Kuppen und Senken sind verschwunden.

Doch der Untergrund, den der LBM und das beauftragte Bauunternehmen vorfanden, war nicht einfach zu bearbeiten. Der vorhandene Lösslehm ist sehr witterungsempfindlich. In trockenem Zustand ist er recht hart. „Und wenn der Boden nass wird, wird er breiig und neigt zum Wandern“, erläutert Kai Mifka, stellvertretender Leiter des LBM Diez. Das führte dazu, dass der Boden stellenweise ausgetauscht werden musste, um ihn standfest zu bekommen. Der Lössboden wurde dann durch gebrochenes Hartgestein ersetzt.

Auch die Böschung musste nun aufwendig gesichert werden, damit der Lösslehm nicht erodiert, so Mifka. Dazu ist ein Schotter- und Erdgemisch auf dem Hang angebracht worden. „Solange diese Arbeiten liefen, konnten wir die Strecke nicht asphaltieren“, erläutert Mifka. Und ist die Deckschicht der Straße erst einmal angebracht, müsse noch 14 Tage mit der Markierung gewartet werden, damit die Farbe auch richtig hält. „Wir sind in zeitlichen Abhängigkeiten gefangen“, erklärt der stellvertretende Behördenleiter, warum die Straßenöffnung im August dann doch nicht geklappt hat.

Lutz Nink, Leiter des LBM Diez, und sein Stellvertreter Kai Mifka sehen sich an, wie die Böschung an der L 335 gesichert worden ist.
Lutz Nink, Leiter des LBM Diez, und sein Stellvertreter Kai Mifka sehen sich an, wie die Böschung an der L 335 gesichert worden ist.
Foto: Cordula Sailer

Ob die Landesstraße zwischen Marienfels und Miehlen dann am Freitag oder Samstag, 28. oder 29. September, oder doch erst am darauffolgenden Montag geöffnet wird, „wird sich in den kommenden zwei Wochen herauskristallisieren“, so Mifka. Der genaue Termin werde jedenfalls noch öffentlich gemacht. Bevor es so weit ist, muss die Straße an zwei Stellen auch noch mit Baken abgesperrt werden, damit Autofahrer nicht vom Weg abkommen.

Zum einen soll ein Straßenstück kurz vor Miehlen abgesichert werden. Denn dort wird die Straße breiter, da bereits der Abzweig der neuen Umgehungsstraße zu erkennen ist, die später an der Tongrube vorbeigeführt wird. Bei Marienfels ist sogar schon ein kurzes Stück der Umgehung am Ort vorbei asphaltiert. Auch hier sollen Warnbaken aufgestellt werden, da die Straße momentan schon nach kurzer Zeit in den Baustellenbereich mündet. „Das ist wichtig, dass die Leute das realisieren“, sagt Mifka. Daher sollen zusätzlich zu den Baken auch Geschwindigkeitsbegrenzungen eingerichtet werden.

Neben der L 335 zwischen Marienfels und Miehlen ist der LBM Diez aktuell mit zwei weiteren Baustellen in Sachen Umgehungsstraße beschäftigt: mit der Überführung der K 76 zwischen Miehlen und Hainau, die über die spätere Umgehung führen soll, sowie mit der Ehrbachtalbrücke über die K 74. Bei der Überführung der Kreisstraße „ist es das Ziel, das bis zum Ende des Jahres hinzubekommen“, erklärt Mifka. Die Kosten für das Bauwerk liegen bei etwa 1,3 Millionen Euro. Der Überbau ist bereits betoniert worden. Auf dem Bauprogramm stehen unter anderem noch die Kappen, auf die später das Geländer aufgesetzt wird, die Abdichtung sowie die Schutzschicht.

Die gut 4 Millionen Euro teure Ehrbachtalbrücke wird erst im Frühjahr 2019 fertiggestellt. Nachdem ein Stück des Überbaus aufgrund schadhaften Betons im vergangenen Jahr wieder abgerissen werden musste, ist er nun komplett betoniert. Auch ein Teil der Abdichtungen ist schon angebracht. In diesem Jahr soll noch ein Betriebsweg für Wartungen auf der 200 Meter langen Brücke erstellt werden. Die Fahrbahn wird allerdings erst 2019 fertiggestellt, wenn ein Damm an den Widerlagern der Brücke aufgeschüttet ist. Durch die Rampe soll es einfacher werden, Material auf die Brücke zu schaffen. Ist die Ehrbachtalbrücke fertig, soll sie auch schon als Transportweg für die Bauarbeiten an der Umgehungsstraße rund um Marienfels genutzt werden. Denn im kommenden Jahr starten die Erd- und Straßenbauarbeiten rund um den Ort. Die Ausschreibung werde gerade vorbereitet, so Lutz Nink.

„Parallel dazu geht es 2019 mit Bauwerken in Miehlen weiter“, erklärt der LBM-Leiter. Gemeint sind damit die Überführung der Umgehungsstraße über den Hainauer Bach sowie die Unterführung des Radweges am Ortsende Richtung Nastätten. Im kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten losgehen. Für Ende 2019 sei zudem geplant, noch mit dem letzten Bauwerk, der Mühlbachbrücke, zu beginnen. „Das ist noch mal ein richtiger Trümmer“, sagt Kai Mifka über die Brücke, die mit etwa 40 Metern Spannweite die Umgehung über die Mühlbachaue führen soll. Die geschätzten Kosten liegen bei 1,5 Millionen Euro.

2020 will der Landesbetrieb Mobilität mit dem Straßenbau um Miehlen herum starten. In diesem Jahr soll bereits der Marienfelser Teil der Umgehung für den Verkehr freigegeben werden. Und wann ist die knapp fünf Kilometer lange Umgehungsstraße komplett fertig? „Wenn es gut läuft, wird es Ende 2021“, prognostiziert Mifka. Über die Gesamtkosten lasse sich allerdings erst zum Ende des Bauprojekts etwas sagen. Angesetzt waren sie bei rund 20 Millionen Euro. Aber: „Es wird etwas teurer, was der Marktlage geschuldet ist“, sagt Lutz Nink.

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer
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