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Bad Ems

Nach dem Verkauf an die Porterhouse Group AG: Neuer Chefarzt für die Paracelsus-Klinik in Bad Ems

Tobias Lui

Insolvenz, Verkauf oder gar Schließung? Nach Monaten wildester Spekulationen rund um die Zukunft der Bad Emser Paracelsus-Klinik gibt es mal wieder gute Nachrichten aus der Zentrale des Paracelsus-Konzerns in Osnabrück: Das einzig verbliebene Akutkrankenhaus der Kurstadt hat seit dem 1. Juli nämlich einen neuen Chefarzt. Dieser soll dem schlingernden Krankenhaus den Weg in eine bessere Zukunft ebnen.

Ein Schmuckstück ist sie nicht, die Bad Emser Paracelsus-Klinik.
Ein Schmuckstück ist sie nicht, die Bad Emser Paracelsus-Klinik.
Foto: Michaela Cetto

Wie die Pressestelle des Konzerns in Osnabrück mitteilt, hat Dr. med. Stephan Ruff zum Monatsanfang den Chefarztposten für Gefäßchirurgie angetreten. „Mit dieser Verpflichtung wird das Leistungsspektrum der Klinik um ein wichtiges Versorgungsgebiet erweitert“, heißt es. Dr. Ruff wird auch Ärztlicher Direktor der Klinik. Zuvor arbeitete er als Chefarzt der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Paracelsus-Klinik Karlsruhe-Durlach, die Ende Februar diesen Jahres geschlossen wurde.

Der neue ärztliche Direktor, Dr. med. Stephan Ruff, soll mithelfen, das Akutkrankenhaus in eine bessere Zukunft zu führen. Foto: Paracelsus-Klinik
Der neue ärztliche Direktor, Dr. med. Stephan Ruff, soll mithelfen, das Akutkrankenhaus in eine bessere Zukunft zu führen.
Foto: Paracelsus-Klinik

Der Facharzt mit jahrzehntelanger Erfahrung soll als neuer Chefarzt ein breit angelegtes chirurgisches Spektrum abdecken und in enger Zusammenarbeit mit seiner chefärztlichen Kollegin, Priv.-Doz. Dr. Kötting, „die chirurgische Leistungsfähigkeit der Klinik erheblich ausbauen“, stehtt in der Mitteilung. „Die Gefäßchirurgie erfordert eine sehr spezialisierte diagnostische und therapeutische Herangehensweise, um Erkrankungen wie Krampfaderleiden, Gefäßverengungen oder Aussackungen der Aorta umfassend und nachhaltig behandeln zu können“, ergänzt Dr. Stephan Ruff. Neben familiärer Veranlagung sei eine ungesunde Lebensführung häufig ursächlich für eine Gefäßerkrankung. Deshalb verstehe er sich nicht ausschließlich als Operateur, sondern nehme auch die Ursachen der Erkrankung in den Blick. Der Chirurg trägt auch die Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin. Darüber hinaus strebt Ruff eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen der Region an, denn „der Erfolg einer Operation ist langfristig am besten zu erhalten, wenn auch nach Entlassung aus der Klinik eine gute ärztliche Versorgung stattfindet“, wie der Gefäßchirurg überzeugt ist.

Die Paracelsus-Klinik Bad Ems sichert seit fast 40 Jahren die medizinische Grund- und Regelversorgung der Bevölkerung in Bad Ems und der gesamten Region und ist damit für den Gesundheitsstandort Bad Ems ein enorm wichtiger Faktor. „Dass wir die Gefäßchirurgie an der Klinik etablieren, kennzeichnet den Neubeginn nach schwierigen Zeiten. Eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau, verbunden mit der familiären Atmosphäre eines kleineren Krankenhauses – das ist seit jeher die Stärke unserer Akutklinik“, erklärt Regionaldirektor Stefan Begemann, der den erfahrenen Chirurgen Stephan Ruff an die Lahn gelotst hat.

Von unserem Redakteur Tobias Lui

Mitarbeiter werden informiert

Ende vergangenen Jahres erschütterte eine Meldung den Gesundheitsstandort Bad Ems: Die Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH & Co. KGaA hat beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung eingereicht. Der Klinikverbund mit 40 Einrichtungen an 23 Standorten war zuvor in eine finanzielle Schieflage geraten, weil vor allem die Akutkrankenhäuser (wie in Bad Ems) defizitär arbeiteten.

An der Lahn wuchsen nicht nur die Sorgen der Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz, sondern auch die der Politiker und Touristiker um den Ruf als Gesundheitsstandort Nummer eins in der Region. Ende April diesen Jahres erhielt die Porterhouse Group AG vom Gläubigerausschuss den Zuschlag für die Übernahme der Klinikgruppe. Die Beteiligungsholding mit Sitz in Luzern beabsichtigt, den privaten Krankenhausbetreiber nach rechtlicher Übernahme wieder zurück auf die Erfolgsspur zu bringen. Offenbar mehr als Worthülsen, immerhin wechselte nun mit Dr. med. Stephan Ruff ein renommierter Chefarzt von Karlsruhe nach Bad Ems gelockt. Am kommenden Dienstag will Stefan Begemann, Regionaldirektor Süd der Paracelsus-Kliniken Deutschland, die Mitarbeiter über die „verbesserten Perspektiven“ informieren. Anschließend spricht er mit Vertretern des jüngst gegründete „Initiativkreises Gesundheit“. tl
Bad Ems Lahnstein
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