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Lahnstein

Musical-Uraufführung in Lahnstein: Romeo und Julia im Hier und Jetzt

Karin Kring

Die Geschichte ist uralt – und doch immer wieder neu und aktuell. Sie handelt von der magischen Kraft der Liebe und Freundschaft einerseits und der despotischen und zerstörerischen Kraft von Hass, Engstirnigkeit und Wut andererseits. So oft ist sie schon erzählt worden. Jetzt gibt es noch eine neue und zweifellos ganz besondere Fassung, gespielt von der Städtischen Bühne Lahnstein: Das Musical „Romeo und Julia“, das am Samstag in der Stadthalle Premiere feierte, ließ sein Publikum begeistert und fasziniert zurück.

Faszinierende Darstellung, tolle Kostüme und ein voller Empathie spielendes Ensemble: Das Musical „Romeo und Julia“ nach William Shakespeare feierte am Samstag in der Stadthalle eine gelungene Premiere.  Fotos: Eva-Maria Hahn
Faszinierende Darstellung, tolle Kostüme und ein voller Empathie spielendes Ensemble: Das Musical „Romeo und Julia“ nach William Shakespeare feierte am Samstag in der Stadthalle eine gelungene Premiere. Fotos: Eva-Maria Hahn
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Zur Zeit William Shakespeares war er Mode, der gestärkte, gefältelte, große Kragen. Und er war auf den ersten Blick das einzige Indiz, das auf das 16. Jahrhundert hinwies. Ein bisschen Gothik-Look, Lederjacken, lange schwarze Mäntel, Overknees und coole Sonnenbrillen, dazu der schwarze oder weiße Shakespearekragen – so betrat das Ensemble die Bühne, um mit geballtem Temperament und dem ersten Song sein Publikum tanzend und singend mitzunehmen nach Verona, in die Stadt, in der Shakespeares Tragödie spielt. Die beiden Familien Montague und Capulets tragen dort eine Fehde aus, der Sohn Romeo und die Tochter Julia, die sich auf den ersten Blick ineinander verlieben, dürfen nicht zusammenkommen. Die tragisch endende Geschichte muss nicht erzählt werden.

Patricia Kain und Alexander Plein als Romeo und Julia.
Patricia Kain und Alexander Plein als Romeo und Julia.
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Berührend sind die Texte, die nah an Shakespeares Original orientiert sind und von Friedhelm Hahn zusammengestellt wurden, mitreißend ist die Musik, die Ulrich Cleves eigens komponiert hat und die live gespielt wurde: traurige Balladen, rockige Stücke, melancholische Balladen. Vor allem aber faszinierend ist die Leistung des bunt gemischten Ensembles: die stolze und biestige Gloria Capulet, Julias Mutter gespielt von Ivana Langmajer, der Gesang von Julias Amme, dargestellt von Silva Heil, die tolle Leistung von Manuel Bashirpour als Mercutio, der leider viel zu früh stirbt, ebenso wie sein Widersacher Tybalt, gespielt von Rocco Hauff, oder die tolle tänzerischen Leistungen der jungen Darsteller, für die als Choreografin Felicitas Hadzik verantwortlich war. Die beiden Hauptdarsteller, Patricia Kain als Julia und Alexander Plein als Romeo, verstehen es, sich in ihrer unschuldigen Liebe und ihrer Vertrautheit von den beiden Familien abzuheben, befinden sich in ihrer eigenen Welt – vielleicht weil sie einander so ähnlich scheinen –, aus der sie immer wieder jäh herausgerissen werden, und spielen ihre Rollen mit spürbarer Begeisterung und voller Empathie. Fast schade, dass es kein Happy End gibt. Das Musical „Romeo und Julia“ ist aktuell, denn wer will bezweifeln, so sagt Friedhelm Hahn, dass es all das im Jahr 2017 mehr denn je gibt. Und es ist absolut sehenswert.

Die Darsteller, die Termine, die Karten

Es spielen, singen und tanzen: Patricia Kain, Alexander Plein, Patrick Pflingstl, Manuel Bashirpour, Rocco Hauff, Frank Eller, Ivana Langmajer, Christian Vitu, Silva Heil, Felicitas Hadzik, Peter Saal, Annika Höfer, Lisa Heinroth, Sophia Busch, Katharina Meyer, Klara Krämer, Nadine Böttcher. Inszenierung: Friedhelm Hahn, Musik: Ulrich Cleves, Musikalische Leitung: Ulrich Cleves, Cynthia Grose, Choreografie: Filicitas Hadzik, Kostüme: Ulrike Krapp, Licht und Ton: Chris Hanke, Produktionsleitung: Sebastian Obel, Mediales Bühnenbild: Das Illustrat. Die Band: Ulrich Cleves, Stefan Sträter, Stefan Kassner, Timo Liebschner, Lutz Büchner, Thomas Bethmann, Anett Binar-Siebenhaar.
Termine: Samstag, 18., Sonntag, 19. November, Sonntag, 3. und 31. Dezember, Donnerstag, 4., Freitag, 5., Samstag, 6., und Sonntag, 7. Januar, jeweils 20 Uhr, sonntags und Silvester um 18 Uhr in der Stadthalle Lahnstein.
Karten gibt es unter der Ticket-Hotline bei Ticket-Regional,
Tel. 0651/979 07 77

Von unserer Redakteurin Karin Kring

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