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Bad Ems/Region

Mobilität ist überlebenswichtig: Konzepte für Region Koblenz-Mittelrhein gefragt

Viele Besucher dürften es nicht gewesen sein, die zu der Abendveranstaltung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Bad Ems gekommen waren. Denn bei rund 80 Gästen reiferen Durchschnittsalters im Sitzungssaal war der Pkw-Parkplatz direkt an der Kreisverwaltung Rhein-Lahn gut gefüllt. Auf einige der Impulsgeber warteten auch Fahrer im Dienstwagen. Dennoch war ÖPNV der Kern des Themas „Mobilität als Standvorteil“, zu dem der Verein Initiative Region Koblenz-Mittelrhein eingeladen hatte. Das Fazit: Die Vernetzung der Region tut not, ist aber an einigen Stellen bereits auf einem guten Weg.

Die verkehrstechnische Anbindung der ländlichen Regionen an das Oberzentrum Koblenz ist für die Stadt an Rhein und Mosel genau so wichtig wie umgekehrt. Die Initiative Region Koblenz-Mittelrhein regt deshalb eine konstruktive Diskussion über zukunftsfähige Systeme an.  Fotos: Andreas Jöckel
Die verkehrstechnische Anbindung der ländlichen Regionen an das Oberzentrum Koblenz ist für die Stadt an Rhein und Mosel genau so wichtig wie umgekehrt. Die Initiative Region Koblenz-Mittelrhein regt deshalb eine konstruktive Diskussion über zukunftsfähige Systeme an. Fotos: Andreas Jöckel
Foto: aj

Vorsitzender Hans-Jörg Assenmacher stellte zu Beginn kurz die Zielsetzung der Initiative vor, die sich für die Identifizierung der Region als Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein einsetzt. Auch die Entwicklung und Etablierung eines zukunftsfähigen Mobilitätskonzepts sei erforderlich, um sich im Wettbewerb der Regionen um Fachkräfte und Investitionen dauerhaft behaupten zu können. Oder, wie der gastgebende Landrat Frank Puchtler es beschreibt: „Die Mobilität wird entscheiden, ob die Menschen auch künftig im Dorf leben wollen.“

Impressionen aus 18 Modellregionen

Impressionen aus 18 deutschen Modellregionen im ländlichen Raum brachte Christian Schlump, Referent und Projektleiter beim Bundesverkehrsministerium, mit. Die Beispiele reichten vom Rufbus über Mitfahrerbänke und von Unternehmen finanzierte Einkaufsbusse bis hin zum E-Bürgerauto oder dem klassischen Bürgerbus mit ehrenamtlichen Helfern. Auch ein Telemedizin-E-Auto, über das eine Krankenschwester mit dem Arzt in der Praxis in Verbindung steht, wird örtlich erprobt. Mehr dazu gibt es im Internet unter www.modellvorhaben-versorgung-mobilitaet.de.

Beispiel Paderborn

Bürgermeister Michael Dreier berichtete von den Mobilitätskonzepten in der Regiopolregion um seine Heimatstadt Paderborn mit rund 150.000 Einwohnern in der Stadt und etwa 300.000 im Landkreis. Auch dort sind umfangreiche Überlegungen nötig, um die ländliche Umgebung in Bezug auf alle Lebensbereiche an Zentren anzubinden: Dazu gehören unter anderem die Bereiche Arbeit, Bildung (Uni, Hochschule), Gesundheit, Kultur, Sport und täglicher Bedarf.

Paradigmenwechsel beim ÖPNV

Diskutieren über den ÖPNV der Zukunft im nördlichen Rheinland-Pfalz (von links): Landrat Achim Hallerbach (Neuwied), Gerhard Harmeling (Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz), Hans-Egon Link (RMV), Hansjörg Kunz (EVM), Stephan Pauly (VRM) und Moderatorin Katrin Wolf.
Diskutieren über den ÖPNV der Zukunft im nördlichen Rheinland-Pfalz (von links): Landrat Achim Hallerbach (Neuwied), Gerhard Harmeling (Verkehrsministerium Rheinland-Pfalz), Hans-Egon Link (RMV), Hansjörg Kunz (EVM), Stephan Pauly (VRM) und Moderatorin Katrin Wolf.
Foto: aj

Bei der anschließenden Diskussion, die Katrin Wolf moderierte, wurde schnell deutlich, dass die Region um die großen Zentren Koblenz und Neuwieder Becken mit den kleinteiligen ländlichen Regionen Eifel, Westerwald, Taunus und Hunsrück in Bezug auf bedarfsgerechten ÖPNV alles andere als leicht zu bedienen ist. Grundsätzlich sind sich aber die Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM), Stephan Pauly, und der Rhein-Mosel-Verkehrsgesellschaft, Hans-Egon Link, einig, dass derzeit ein Paradigmenwechsel vollzogen wird: Weg von der reinen Pflichtaufgabe der Schülerbeförderung, hin zu einem umfassenden und kundenorientierten ÖPNV.

Vorreiter für das nördliche Rheinland-Pfalz

Als Vorreiterbeispiel für den ÖPNV, wie er in den kommenden Jahren sukzessive im nördlichen Rheinland-Pfalz umgesetzt werden soll, nannte Pauly den Rhein-Lahn-Kreis. Wo bislang die Verkehrsbetriebe eigenwirtschaftlich agieren mussten, was dazu führte, dass für unrentable Linien gar keine Konzessionen mehr beantragt wurden, hat der Kreis das Heft selbst in die Hand genommen und die Linienausschreibungen gebündelt. Somit werde erreicht, dass jeder Ort von montags bis freitags tagsüber mindestens im Zweistundentakt an die Mittel- und Oberzentren angebunden sei.

Unterstützung des Landes gefragt

In diesem Zusammenhang sieht der Neuwieder Landrat Achim Hallerbach auch das Land in Pflicht. Denn derzeit sei lediglich die Schülerbeförderung eine Pflichtaufgabe der Landkreise. Auch wenn die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion einen Haushalt einer verschuldeten Gebietskörperschaft wegen ÖPNV-Ausgaben nicht mehr rüge, müsse das Land für deren nötige finanzielle Ausstattung sorgen.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

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