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    St. Goarshausen

    Lewentz: Offene Worte in der "alten" Schule

    Er schaut sich um, lacht und erkennt: "Ich hab früher selbst in diesem Klassenraum gesessen!" Roger Lewentz, rheinland-pfälzischer Minister des Innern, freute sich sichtlich auf den Besuch in seiner alten Schule, dem Wilhelm-Hofmann-Gymnasium in St. Goarshausen, und auf das Gespräch mit den Schülern, die kurz vor dem Abi stehen.

    Entspannte Stimmung und viel Offenheit beim Gespräch: Innenminister Roger Lewentz diskutierte gestern Morgen mit Schülern der Erdkunde-Leistungskurse, Jahrgangsstufe 13, am Wilhelm-Hofmann-Gymnasium über Infrastruktur, Rheinbrücke und Demografie.
    Entspannte Stimmung und viel Offenheit beim Gespräch: Innenminister Roger Lewentz diskutierte gestern Morgen mit Schülern der Erdkunde-Leistungskurse, Jahrgangsstufe 13, am Wilhelm-Hofmann-Gymnasium über Infrastruktur, Rheinbrücke und Demografie.
    Foto: Karin Kring

    Von unserer Redakteurin Karin Kring

    Rund 40 Schüler beider Erdkunde-Leistungskurse, Jahrgangsstufe 13, diskutieren gern mit dem Minister aus Kamp-Bornhofen. Viele kennen ihn persönlich, und er kennt viele von ihnen aus dem Sportverein, aus der Feuerwehr oder einfach, weil sie mit seinen vier Kindern bekannt sind. Dazu sind die jungen Leute auch noch bestens vorbereitet und haben eine Menge Fragen.

    Zum Beispiel nach der Rheinbrücke. "Was ist eigentlich damit?", möchte Viola zu allererst wissen. "Das hat ja lange gedauert!", lacht Lewentz, und erklärt, was bisher geschah, warum es der Koalitionsvertrag mit den rheinland-pfälzischen Grünen nötig machte, die Brücke vorerst hinten anzustellen. Die Landesregierung hat die Planungen für die Brücke für die fünf Jahre der Wahlperiode ausgesetzt. Wie es danach weitergeht, werde man nach der Landtagswahl 2016 sehen. Lewentz jedenfalls ist nach wie vor der Meinung, dass die fehlende Brücke ein großes Manko für das Mittelrheintal ist.

    Nach dem bereits diskutierten, möglichen Bahntunnel, der den Güterverkehr aus dem Rheintal verbannen könnte, fragte Julian. "Der Güterverkehr muss raus aus dem Tal. Dafür brauchen wir eine neue Trasse", ist Lewentz sicher. Er werde in Kürze ein Gespräch mit dem Planer führen, der diesen Tunnel zwischen Troisdorf und Wiesbaden – mit 103 Kilometern Länge wäre er der längste Bahntunnel der Welt – bauen wolle. Die Nord-Süd-Achse der Bahn sei für die europäische Wirtschaft extrem wichtig und unverzichtbar. Lewentz macht den Schülern aber auch deutlich, dass es sich um ein Mammutprojekt handele, das bis zu einer Verwirklichung noch viel Zeit in Anspruch nehmen werde.

    Oberthema Infrastruktur. Die Schüler fragen nach fehlenden Busverbindungen, beklagen den Zustand mancher Straße. Lewentz nennt Bürgerbussysteme wie den Einrich-Bus in Katzenelnbogen als gelungenes Konzept für Anbindung kleiner Orte und erläutert die verschiedenen Zuständigkeiten für Kreis- und Landesstraßen. Er ermuntert die Schüler auch, selbst aktiv zu werden und die Kreispolitiker darauf anzusprechen. Schüler und Minister sprechen über die Entwicklung der Loreleybühne, über Breitbandverkabelung und nostalgische Autokennzeichen. Weiteres großes Thema: der demografische Wandel. "Wie kann man verhindern, dass unsere Dörfer aussterben?", will Eike wissen. Lewentz nennt Städtebauförderung und Dorferneuerungsprogramme als Beispiele für Maßnahmen der Landesregierung. "Wir müssen einen Weg finden, die Gemeinden attraktiv zu machen", lautet sein Rezept. Gute Schulen, Kindergärten, eine gute Erreichbarkeit, schnelles Internet und die In-frastruktur seien wichtige Komponenten, um die Dörfer zukunftsfit zu machen.

    Die Schüler selbst seien das beste Beispiel für den demografischen Wandel: Wer ein Studium beginnt – und nicht gerade die Uni Koblenz aussucht – gehe fort aus dem Tal. "Ziel muss es sein, dass die jungen Leute nach dem Studium wiederkommen", sagt auch Schulleiter Fritz Schornick und äußert mit einem Blick in die Runde den Wunsch: "Ich hoffe, dass 90 Prozent von Euch wieder zurückkommen. Ihr tätet der Region sehr gut!" Innenminister Lewentz, obwohl er jetzt in der Landeshauptstadt tätig ist, und seine Familie sind nie auf die Idee gekommen, nach Mainz zu ziehen. "Wir sind hier einfach Zuhause!", sagt er.

    Und dann gibt's noch eine ganz persönliche Frage – die auch nichts mit dem Nürburgring und der Regierungsumbildung zu tun hat -, sondern mit dem Menschen Roger Lewentz. "Macht Ihnen Ihr Job bei all dem Stress eigentlich noch Spaß?", will Eike wissen. "Es gibt jeden Tag Überraschungen, jeden Tag Neues. Es macht mir Freude, Verantwortung zu übernehmen und Entwicklungsprozesse mitgestalten zu können. Ich habe das Glück, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte", sagt Roger Lewentz. "Und der Beruf macht mir sehr viel Spaß!"

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