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    Lahnwein: Winzer erhoffen sich von Flurbereinigung mehr Fläche und weniger Handarbeit

    Die Flurbereinigung im Bereich der Weinbergslage in Obernhof und Weinähr ist vom Ministerium genehmigt worden. Nun geht es nach langen vorbereitenden Untersuchungen an die praktische Umsetzung.

    Vieles wird in den Weinbergen von Obernhof und Weinähr von Hand gemacht.
    Vieles wird in den Weinbergen von Obernhof und Weinähr von Hand gemacht.
    Foto: Carlo Rosenkranz

    Obernhof/Weinähr - Die Flurbereinigung im Bereich der Weinbergslage in Obernhof und Weinähr ist vom Ministerium genehmigt worden. Nun geht es nach langen vorbereitenden Untersuchungen an die praktische Umsetzung.

    Ziel ist es, seit Jahrzehnten brach liegende Flächen von Bäumen und Büschen zu befreien und die Anbaufläche von derzeit sieben auf mehr als zehn Hektar zu vergrößern. Winzer Norbert Massengeil-Beck geht davon aus, dass die Pflanzung im Jahr 2015 erfolgen und die erste volle Ernte auf den neuen Flächen im Jahr 2018 eingefahren werden kann. Die Flurbereinigung soll auch die Voraussetzungen für eine effizientere Bewirtschaftung der Weinberge schaffen. Laut Massengeil-Beck sind derzeit 1100 Arbeitsstunden pro Hektar in den Steillagen von Goetheberg und Giebelhöll notwendig. Der Aufwand soll durch die Mechanisierung vieler Tätigkeiten auf rund 650 Stunden pro Hektar sinken. „Die dadurch gewonnene Zeit können wir dann dem Ausbau der Weine widmen, um ihre Qualität weiter zu steigern“, sagt der Obernhofer. Zudem benötigten die Winzer bei steigender Weinmenge auch mehr Zeit für die Vermarktung ihrer Produkte.

    Insgesamt wird deutlich mehr Fläche als die reine Weinbaufläche von den Winzern benötigt, um neben den Wingerten auch Ausgleichsflächen und Pufferzonen zum Schutz vor Wild anzulegen. Zudem führen diese Bereiche laut Massengeil-Beck insgesamt zu einer Verbesserung des Kleinklimas im Wingert. Auch in Zukunft wollen die Winzer die Trockenmauern in den Hängen erhalten, die Lebensraum für Wärme liebende Arten sind. Verbuschte Areale hingegen sollen freigeschnitten werden, denn sie gelten als Rückzugsräume der Wildschweine, die in den vergangenen Jahren massive Schäden verursacht haben. Die Schwarzkittel fraßen 2010 besonders viele Trauben von den Reben, sodass die Ernte zum Teil um 60 Prozent niedriger ausfiel.

    Die bislang letzte Flurbereinigung an den Hängen von Lahn und Gelbach wurde 1983 durchgeführt. „Hätte die damals aktive Winzergeneration die Anbaufläche nicht von 4,5 Hektar auf das heutige Maß erweitert und die Voraussetzungen für die damals übliche Mechanisierung der Arbeit geschaffen, gäbe es heute keinen Weinbau an der Lahn mehr“, sagt Massengeil-Beck, der die heutigen Fläche mit den Obernhofer Winzerkollegen Uwe Haxel und Helge Ehmann sowie den Weinährer Betrieben Treis und Scherer bewirtschaftet. Der Vorsitzende des Winzervereins betrachtet den Weinbau und die Weinstuben als Alleinstellungsmerkmal für Obernhof. „Wenn der Weinbau ausstirbt, gibt es hier auch keinen Tourismus mehr, weil die Übernachtungsmöglichkeiten fehlen.“ Damit spielt Massengeil-Beck auf die Tatsache an, dass zwei ehemalige Gasthäuser mit mehreren Dutzend Betten seit geraumer Zeit geschlossen sind.

    Carlo Rosenkranz

    Bad Ems Lahnstein
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