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Lahnstein

Lahnsteins fünfte Partnerstadt spricht italienisch

Nach Hermsdorf in Thüringen, Kettering in England, Vence in Frankreich und Ouahigouya in Burkina Faso könnte die fünfte Partnerstadt Lahnsteins in Italien liegen.

Vertreter von Lahnstein und Montesilvano unterzeichneten eine „Absichtserklärung zur Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen“.
Vertreter von Lahnstein und Montesilvano unterzeichneten eine „Absichtserklärung zur Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen“.

Von unserem Redakteur Tobias Lui

Am Wochenende unterzeichneten Vertreter der Stadt Montesilvano, die in den Abruzzen liegt, und Oberbürgermeister Peter Labonte eine „Absichtserklärung zur Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen“. Ziel ist eine offizielle deutsch-italienische Partnerschaft.

Zu Beginn diesen Jahres hatte Labonte den Kontakt zu seinem Bürgermeisterkollegen aus Montesilvano, Francesco Maragno, gesucht und die Aufnahme einer freundschaftlich-partnerschaftlichen Verbindung durch einen Austausch in Bereichen wie Tourismus oder Wirtschaft vorgeschlagen.

Den Hinweis auf das 208 Kilometer östlich von Rom gelegene Montesilvano hatte Labonte von Giuseppe Tarricone erhalten. Der Inhaber der Pizzeria „Al Trullo“ lebt seit Jahrzehnten mit seiner Familie in Lahnstein, hat Menschen und Region schätzen gelernt, die Heimat Italien aber natürlich immer im Herzen behalten. „Beim Besuch eines Freundes, mit dem ich viele Jahre in Cochem zusammengearbeitet habe, ist der Gedanke an eine Städtepartnerschaft aufgekommen“, berichtet Tarricone unserer Zeitung. Dessen Freund lebt und arbeitet in Montesilvano, einer unmittelbar nördlich der Provinzhauptstadt Pescara gelegenen Gemeinde. Ein Teil liegt am Meer, ein anderer auf einem Hügel.

Der italienische Wirt aus Lahnstein war sofort begeistert und berichtete Lahnsteins Stadtchef Labonte von diesen Eindrücken – dem gefiel der Gedanke an eine weitere Partnerstadt. Nach Rücksprache mit dem Ältestenrat knüpfte er die ersten Kontakte mit der Verwaltungsspitze von Montesilvano, an einem Wochenende im April besuchte Labonte die 55 000-Einwohnerstadt sogar privat. Zum weiteren Kennenlernen lud er die Italiener nach Lahnstein ein. Und so schlenderte am zurückliegenden Wochenende eine siebenköpfige italienische Delegation durch die Stadt. Neben einer Führung durch Niederlahnstein standen unter anderem ein Besuch der Lehner Kirmes sowie der Festung Ehrenbreitstein auf dem Programm, im Wirtshaus an der Lahn genossen die Gäste eine Weinprobe. Doch da die Reise nicht nur dem Vergnügen dienen sollte, gab es auch intensives Arbeitsgespräch im Hotel auf der Höhe. OB Peter Labonte machte dabei deutlich, „dass von unserer Seite großes Interesse besteht, die Stadt Montesilvano und ihre Menschen kennen zu lernen“. Auch die Schulen seien interessiert, am Marion-Dönhoff-Gymnasium denke man beispielsweise über eine Italienisch-AG nach. Labonte zeigt sich vom Sinn einer weiteren Städtepartnerschaft fest überzeugt. „Die Geschichte Europas – wann immer sie friedlich war und auf Handel, Austausch von Ideen und Kultur gerichtet blieb – war schon immer eine Geschichte der Städte.“ Aufgabe der Politik sei es, das Interesse aneinander zu wecken und die Neugier zu fördern, vor allem auch bei jungen Menschen. Sein Appell: „Lassen Sie uns diese Städtefreundschaft mit Leben füllen.“

Auch Labontes Amtskollege nahm den europäischen Gedanken auf. „Heute bin ich kein Italiener und Peter ist auch kein Deutscher – heute sind wir Europäer“, erklärte Francesco Maragno bei dem Arbeitsgespräch, an dem vonseiten der Stadt Lahnstein auch Büroleiter Winfried Ries, Bürgermeister Adalbert Dornbusch, die Beigeordnete Beatrice Schnapke-Schmidt sowie die Ratsmitglieder Sieglinde Bornschier, Gerhard Schmidt und Sascha Weinbach teilnahmen.

Francesco Maragno machte deutlich, dass die beiden Städte sowohl kulturell als auch wirtschaftlich unterschiedlich sind. „Doch wie sagt man so schön: Gegensätze ziehen sich an und so können wir alle nur von diesem interkulturellen Austausch profitieren.“ Die italienische Delegation überreichte Lahnsteins Oberbürgermeister als Geschenk die Zeichnung eines antiken Fischerboots, das heute in Montesilvano zu einem Restaurant umgebaut worden ist. Außerdem gab's als Symbol für die gute italienische Küche einen Teller. Revanchieren kann sich der Lahnsteiner Verwaltungschef bereits im Oktober – denn dann ist der offizielle Gegenbesuch in der 55 000-Einwohnerstadt geplant.

Giuseppe Tarricone will dann natürlich auch dabei sein. „Das lasse ich mir bestimmt nicht entgehen“, sagt der Restaurantchef, der sich über eine Liaison der beiden Städte unglaublich freuen würde.

Bad Ems Lahnstein
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