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Lahnstein

Lahnsteiner Goetheschule: Neubau statt Kellerausbau?

Karin Kring

Wie verlässlich sind die prognostizierten Schülerzahlen für die kommenden Jahre? Wie viele Grundschüler werden durch neue Wohngebiete wie das Rheinquartier zu erwarten sein? Schafft die Stadt Lahnstein jetzt eine Lösung, die ausreicht, oder plant man weiter in die Zukunft und baut neu? All diese Fragen wurden während der gemeinsamen Sitzung von Bauausschuss und Haupt- und Finanzausschuss äußerst lebhaft diskutiert.

Trotz angekündigtem demografischen Wandel: In Lahnstein steigen die Schülerzahlen. Genaue Prognosen über die nächsten Jahre hinaus lassen sich aber laut OB Peter Labonte nicht machen.
Trotz angekündigtem demografischen Wandel: In Lahnstein steigen die Schülerzahlen. Genaue Prognosen über die nächsten Jahre hinaus lassen sich aber laut OB Peter Labonte nicht machen.
Foto: dpa/picture alliance

Eigentlich war schon alles klar. Die Goetheschule wird vierzügig und hat einen größeren Raumbedarf, als zunächst vermutet. Die Verwaltung hatte eine Lösung erarbeitet: Im Zuge der aktuellen Sanierung werden zusätzlich die Kellerräume der Goetheschule ausgebaut, mit einem Lichthof versehen, sodass zusätzliche Unterrichtsräume entstehen. Die Kosten wurden auf rund 600.000 Euro geschätzt (wir berichteten). Auch bei einer Begehung gemeinsam mit dem Architekten ist den Gremien diese Lösungsmöglichkeit vorgestellt worden. Inzwischen allerdings hat sich eine Kostensteigerung für den Ausbau des Kellergeschosses ergeben. Rund 840.000 Euro wird die Stadt dafür aus der Kasse nehmen müssen. Und genau dies war der Punkt für die SPD, zu diesem Vorhaben jetzt „Nein“ zusagen. „Wenn wir schon Geld ausgeben, dann sinnvoll. Wir wollen eine nachhaltige Lösung“, argumentierte Gabi Laschet-Einig, für ihre Fraktion, die sich noch einmal intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe. Denn durch die neuen Baugebiete sei mit weiter steigenden Schülerzahlen zu rechnen. Ihr Lösungsvorschlag: Statt 840.000 Euro für den Ausbau von Kellerräumen lieber 1 Million Euro investieren für einen Neubau auf der Freifläche an der Schulstraße, der dann auch für die kommenden Jahre noch ausreichend wäre.

Während der Vorschlag bei der ULL zunächst auf Zustimmung stieß, gab es von CDU und FBL heftigen Gegenwind. „Die Problematik ist, wir brauchen jetzt eine Lösung“, argumentierte Johannes Lauer (CDU). „Die gemeinsame Linie wird verlassen, alles was vor 14 Tagen noch klar war, wird jetzt verworfen“, ärgerte er sich über die SPD. Zudem machte er deutlich, dass er die Fläche des ehemaligen HJ-Heimes für ungeeignet halte. „Wenn wir jetzt einen Neubau planen, dann passiert die nächsten zwei Jahre gar nichts“, stimmte Reiner Burkard (FBL) zu. Als „unrealistisch“, bezeichnete Christian Müller (CDU) Laschet-Einigs Schätzung von 1 Million für einen Neubau.

„Die Schülerzahlen steigen. Und in zwei Jahren sitzen wir wieder hier und haben zu wenig Räume“, prophezeite Sieglinde Bornschier (SPD) wiederum. „Wenn wir uns jetzt unter Zeitdruck setzen, treffen wir garantiert die falsche Entscheidung“, war sich Gerhard Schmidt (Grüne) sicher. „Hier werden Vorschläge geboren in einer Geschwindigkeit, dass mir schwindlig wird“, ereiferte sich Paul Arzheimer, der im Übrigen glaubt, dass in naher Zukunft der Trend zu Privatschulen gehen werde – auch im Grundschulbereich – was die Diskussion überflüssig mache. Die Schülerzahlen für die nächsten sechs Jahre seien überschaubar, merkte Oberbürgermeister Labonte an, was aber danach sei, könne niemand vorhersagen. Aktuell habe die Goetheschule 250 Kinder, nach dem Umbau des Untergeschosses könnten hier 384 Kinder lernen, erklärte Bauamtsleiter Jürgen Becker. Dann stünden auch 1973 Quadratmeter Schulfläche zur Verfügung, mehr sogar als die behördlich geforderten 1674 Quadratmeter für eine vierzügige Grundschule.

Die Diskussion schaukelte sich hoch, die Argumente wiederholten sich, bei der anschließenden Abstimmung – getrennt nach Haupt- und Bauausschuss (was für ein wenig Verwirrung sorgte) – schienen die Mehrheiten ohnehin klar. Oder doch nicht: CDU und FBL stimmten für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, die SPD lehnte ihn ab, ebenso Lennart Siefert (ULL) und Gerhard Schmidt (Grüne), Stefanie Muno-Meyer (ULL) hatte sich offenbar überzeugen lassen und folgte dem Vorschlag, der da lautet: Das Untergeschoss der Goetheschule soll zu den ermittelten Kosten von 840.000 Euro ausgebaut werden. Entscheiden wird letztlich der Stadtrat in seiner Sitzungam Donnerstag um 17 Uhr.

Von unserer Redakteurin
Karin Kring

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