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    Lahnstein: Kleinkinderbereich im Freibad wird aufgemotzt

    Neue Badetechnik für das Nichtschwimmerbecken, Solartechnik, die das Wasser im Kleinkinderbereich erwärmt und ein Spraypark inklusive Kinderbecken zur Steigerung der Attraktivität: Auf diese Maßnahmen im Freibad hat sich der Stadtrat verständigt. Voraussichtliche Kosten des Maßnahmenpakets, das nach der aktuellen Badesaison umgesetzt werden soll: mehr als eine halbe Million Euro.

    Wegen der großen Hitze bleibt das Freibad noch bis Sonntag geöffnet - allerdings erst ab 12 Uhr.  Foto: Karin Kring
    Wegen der großen Hitze bleibt das Freibad noch bis Sonntag geöffnet - allerdings erst ab 12 Uhr.
    Foto: Karin Kring

    Von unserem Redakteur Tobias Lui

    Fachbereichsleiter Thomas Becher stellte die Planungen vor: Den größten Batzen von rund 330 000 Euro wird die Erneuerung der Badewassertechnik kosten, rund 125 000 Euro gehen in die Überarbeitung des Kleinkinderbereichs. Elektroarbeiten, die Installation eines Solarabsorbers, Malerarbeiten und Nebenkosten lassen die Gesamtsumme auf 544 000 Euro steigen - dabei hatte sich der Werksausschuss eigentlich einen Kostendeckel von 500 000 Euro gesetzt. "Leider haben wir diesen nicht ganz erreicht", so Michael Güls (CDU), der den Boom in der Baubranche als Grund anführte. "Aber durch die notwendigen Maßnahmen wird die Attraktivität deutlich gesteigert. Ich denke, dies wird dem Bad noch einmal einen Schub geben."

    Der CDU-Stadtrat spielte damit auf den zuvor präsentierten Jahresabschluss der Bäderbetriebe an: Dieser weist für das vergangene Jahr einen Verlust von rund 445 000 Euro aus - das sind knapp 30 000 Euro weniger, als geplant. Hauptgrund war der gute Sommer 2015, der die Besucherzahlen im Freibad auf 38 139 Gäste (2014: 23 385) hatte steigen lassen.

    Auch Richard von Eyß (SPD) sprach sich für die Investitionen in das Freibad aus, "auch wenn wir den Kostenrahmen gern gehalten hätten". Doch eine "instabile Angebotssituation" habe dies unmöglich gemacht. Der Sozialdemokrat unterstrich den Wert des Freibads für die Bevölkerung und zeigte sich davon überzeugt, dass es im Konkurrenzkampf Alleinstellungsmerkmale brauche. "Mit diesem tollen Kleinkinderbecken erreichen wird dies."

    Die Unabhängige Liste Lahnstein (ULL) blies zum Generalangriff auf das Investitionspaket. "Wir verpassen mit diesem Beschluss eine große Chance", kritisierte Fraktionschef Lennart Siefert. Es werde viel Geld für "nicht notwendige" Maßnahmen ausgegeben, die Technik sei in Ordnung und die investierte Summe werde auch durch eine höhere Attraktivität des Kleinkinderbereichs nicht wieder reinkommen. Siefert gab sich "enttäuscht, denn mit dieser Entscheidung werden wir den Standort die nächsten Jahrzehnte halten müssen". Dabei könne es sich die hoch verschuldete Stadt einfach nicht leisten, mit den Bäderbetrieben Jahr für Jahr fast eine halbe Million Defizit einzufahren. Sein Appell: "Lassen Sie uns einen Alternativstandort für ein Ganzjahresbad suchen!" Er beantragte die Rücknahme der Ausschussbeschlüsse und eine Prüfung von Standorten durch die Verwaltung. Starker Tobak, zumal die Maßnahmen einstimmig im Werksausschuss beschlossen worden waren - der ULL-Vertreter enthielt sich. Entsprechend heftig wurde Siefert anschließend in die Mangel genommen: "Warum hat der Vertreter ihrer Fraktion im Werksausschuss denn nicht dagegen gestimmt?", wollte Oberbürgermeister Peter Labonte wissen. "Das ist nicht fair - auch wenn man wie Sie höhere Weihen anstrebt …" - eine Abspielung auf Sieferts Wahl zum Generalsekretär der Freien Wähler Rheinland-Pfalz.

    Labonte legte nach: Bereits 2013 habe der Stadtrat 450 000 Euro für die Erneuerung der Badetechnik in den Haushalt gestellt, weil diese aus den 60er-Jahren stamme. Lediglich die Umsetzung sei verschoben worden. "Was bitte hat sich vier Jahre später an dieser Notwendigkeit geändert?" Zuletzt habe der Stadtrat immer wieder Maßnahmen im Freibad beschlossen und "damit deutlich gemacht, dass er das Bad nicht schließen will!"

    Richard von Eyß warf Siefert vor, "hier den großen Zampano zu machen, im Ausschuss hört man aber nichts". Der ULL-Vertreter sei entweder gar nicht da oder enthalte sich. Von Eyß' Rat: "Ihr müsst mit einer Stimme reden." Klemens Breitenbach (CDU) forderte: "Es wäre konsequent, den Antrag zu stellen: Schließt das Freibad! Aber dieser Mut wird nicht aufgebracht." Wenig überraschend scheiterte der ULL-Antrag. Anschließend beschloss eine Ratsmehrheit (20 mal Ja, 3 mal Nein und eine Enthaltung) die Auftragsvergaben.

    Kommentar: Diesmal hat sich der ULL-Chef vergaloppiert
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