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    Lahnstein: Bisher fehlt jede Spur vom Feuerteufel – Karte zeigt Brandorte

    Ratlosigkeit, Unverständnis und Wut über einen (oder gar mehrere?) Feuerteufel, außerdem tiefe Dankbarkeit für den ehrenamtlichen Einsatz von Feuerwehr, THW und DRK: In der Stadt gab es am Montag fast kein anderes Thema als den Feuerteufel, der seit Monaten sein Umwesen im Lahnsteiner Stadtwald treibt.

    Die Polizei hat eine Karte der Brandorte veröffentlicht.
    Die Polizei hat eine Karte der Brandorte veröffentlicht.

    Von unserem Redakteur Tobias Lui

    Am Sonntag hatte der Täter (wenn es denn nur einer ist) nämlich erneut Brände gelegt, diesmal gleich an mehreren Stellen. Die Polizei rätselt über die Frage, wer ganz offensichtlich Spaß daran hat, immer wieder Feuer im Stadtwald zu legen? Auch wenn es bisher noch keine Spur gibt, sind die Beamten mittlerweile aber sicher, dass es sich um einen Einzeltäter handelt.

    Hubschrauber, Helfer von THW und DRK, dazu Kameraden unterschiedlichster Feuerwehren – am Sonntagabend tobte im Stadtwald ein Großeinsatz, an dem rund 80 Menschen beteiligt waren. Die Brände in einem nur über Waldwege zugänglichen Gebiet in Niederlahnstein machten die Löscharbeiten extrem schwierig. Am Montagmorgen schien es zunächst, als würde die Horrornacht fortgesetzt werden – die Feuerwehr musste nämlich erneut in Richtung Allerheilgenberg ausrücken: Zum Glück stellte sich heraus, dass "nur" einige Glutnester wieder aufgelodert war, also kein neues Feuer hinzugekommen ist.

    "Wir haben den Bereich großzügig mit Wasser abgespritzt", berichtet Marco Fassbender von der Freiwilligen Feuerwehr. Anschließend kontrollierten die Wehrleute der Bereich noch einmal mit einer Wärmebildkamera. Diesmal waren 18 Feuerwehrleute im Einsatz, teilweise Kräfte, die bereits in der Nacht hatten ausrücken mussten. Da hatten diverse Brände im Bereich Uhulay und Lichterkopf die Helfer in Atem gehalten, um die dort oben schwierige Wasserversorgung sicherzustellen, waren Wehren aus Koblenz, Bad Ems, Singhofen und Nastätten hinzugezogen worden. Insgesamt brannten nach Angaben Fassbenders rund 700 Quadratmeter. Ein Hubschrauber überflog viele Male das Waldgebiet und suchte mittels Wärmebildkamera nach möglichen weiteren Brandherden.

    Entsprechend aufgeschreckt war die Bevölkerung, in den Sozialen Netzwerken wurde bereits über mögliche Täter spekuliert. Handelt es sich um eine Person, die sich rächen will? Oder jemanden, der an Pyromanie erkrankt ist, also den Drang verspürt, Feuer zu legen und daraus eine Befriedigung zu ziehen? Für Ansgar Feldges, den Leiter der Polizeiinspektion Lahnstein, alles wilde Spekulationen. "Bisher gibt es leider keine Täterspur", erklärt der Polizeihauptkommissar offen und ehrlich. Ein zunächst erkannter "vager Tatverdacht" habe sich als falsch herausgestellt.

    Das Hauptproblem: Das betroffene Waldgebiet ist einfach zu groß, um es 24 Stunden zu überwachen, zudem gestaltet sich der Einsatz von Kameras aus Datenschutzgründen schwierig. Also setzt die Polizei auf Beobachtungen aufmerksamer Zeugen. "Jeder noch so kleine Hinweise kann zur Ergreifung des Täters beitragen", so Feldges in Richtung der Bevölkerung. Mittlerweile geht er davon aus, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. "Wir glauben nicht an einen Mittäter. Denn über so einen langen Zeitraum hätte einer von beiden wahrscheinlich bewusst oder unbewusst etwas ausgeplaudert." Auch an eine Gruppe von Heranwachsenden denkt der Polizeihauptkommissar nicht, er geht von einer Einzelperson aus. Um nicht nur auf mögliche Zeugenbeobachtungen zu warten, wurden diejenigen Personen, die in der Vergangenheit schon mal ähnlich in Erscheinung getreten sind, in den vergangenen Taggen von den Ermittlern aufgesucht und befragt.

    Nach den umfangreichen Löscharbeiten am Sonntagabend mussten die Wehrleute in der Nacht zum Montag übrigens noch einmal ausrücken: Gegen 1.20 Uhr wurde ein brennender Pkw in der Didierstraße gemeldet. An dem BMW, der auf einem frei zugänglichen Parkplatz neben einem Autohaus geparkt war, wurde eine Seitenscheibe eingeschlagen und im Innenraum Feuer gelegt. An dem Fahrzeug entstand wirtschaftlicher Totalschaden. Die Polizei geht auch in diesem Fall von Brandstiftung aus. Ein Tatzusammenhang mit den Bränden im Bereich Ruppertsklamm wird derzeit jedoch nicht angenommen.

    Hinweise an die Polizei unter Telefon 02621/9130

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