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Miehlen

Ladies Night in Miehlen: Frauen denken über Leinwand des Lebens nach

Die Ladies Night in Miehlen ist diesmal ganz ungewöhnlich eröffnet worden: Zuerst ein Poetry-Slam mit Anne Krüger, danach eine Vorführung zweier junger Paare der Tanzschule Volkert aus Koblenz. Dann kamen die Moderatorinnen des Abends, Sabine Minor und Nina Sparfeld, auf die Bühne des Bürgerhauses. Sie blickten auf einen vollen, dezent beleuchteten Saal und begrüßten erwartungsvolle und gut gelaunte Frauen, die sich für den Abend schön gemacht hatten.

Schon in der Pause nach dem Essen gab es Gelegenheit, Kaffee oder Tee zu trinken, miteinander zu reden oder an verschiedenen Ständen zu stöbern. Unser Foto zeigt inmitten der Gäste an den Tischen (von links) Nina Sparfeld, Elena Schulte und Sabine Minor.  Foto: Uschi Weidner
Schon in der Pause nach dem Essen gab es Gelegenheit, Kaffee oder Tee zu trinken, miteinander zu reden oder an verschiedenen Ständen zu stöbern. Unser Foto zeigt inmitten der Gäste an den Tischen (von links) Nina Sparfeld, Elena Schulte und Sabine Minor.
Foto: Uschi Weidner

Herunterkommen, ausspannen, neue Kräfte tanken und Impulse mit nach Hause nehmen – das waren einige Gründe, die die Frauen für einen Besuch der Ladies Night anführten. Einmal heraus aus dem Hamsterrad: Das war hier bei der Veranstaltung der Evangelischen Gemeinschaft Miehlen und der Gemeinde Unterwegs Nastätten möglich.

Das Moderationsteam führte ein kurzes Interview mit der Referentin des Abends. Jung ist sie, erst 35 Jahre alt. Elena Schulte ist 1982 in Solingen geboren. Nach dem Abitur begann sie ein Theologiestudium, gründete mit ihrem Mann eine Familie – sie hat drei Kinder. Drei Bücher hat sie schon geschrieben. Das vierte sei „im Kopf“. Ihr Herz schlage für Menschen und Worte. „Fräulein Wundervoll“ heißt ihr neues Buch. Und es handelt vom Hamsterrad ihrer Aufgaben und Verpflichtungen und der Frage, ob das Leben, angefüllt mit häufig wichtigen und richtigen Dingen trotzdem manchmal zweifeln lässt, ob es das ist, wozu man da ist.

Diese Fragen stellen sich wohl viele Frauen: Was macht mich aus? Was davon habe ich gewählt, und was davon habe ich übergestülpt bekommen? Möchte ich das, ein Leben beherrscht von Rollen – die Aufgaben gestellt von anderen, im stetigen Stress, den Ansprüchen gerecht zu werden? Ein wunderbares Beispiel hatte sie parat. Im Frühling kaufte sie sich eine Hyazinthe, deren Kopf auf dem Höhepunkt ihrer Blüte und ihres Wachstums zu schwer wurde und auf den Tisch absank.

Soll es so bleiben, soll es Veränderungen geben? Ist das das Leben, was ich leben möchte? Sie forderte auf, zurückzuschauen auf den Ursprung, als Gott uns gemacht hat. Ist auf dem Weg vom Schöpfungsgedanken viel verloren gegangen? Wo kommen wir her – wo wollen wir hin. Was sieht Gott, wenn er uns anschaut?

Und sie erlöste ihre Zuhörerinnen, die ihr mucksmäuschenstill lauschten mit der Aussage: „Immer noch den Menschen, den er erschaffen hat.“ Sie verkündete Zuversicht, indem sie sagte, dass wir gesehen, geachtet und geliebt werden – ob sich unser Herz verändert oder ob alles erst einmal so bleibt, wie es ist, ob wir unsere Rollen neu gestalten oder ob es einer Aufräumaktion bedarf.

„Wir bekommen die Leinwand und die Farben, es gibt auf dem Weg kein Richtig und kein Falsch, sondern nur das Eine oder das Andere.“ Sie forderte auf, mutig zu sein, Gott zu bitten, den Blick immer wieder zu schärfen. Ein Vortrag, voll mit Mut machenden Aussagen und Gedanken. Mit dem Lied „Weil du Liebe bist“ rundeten Karin Schierle, Gina Schierle, Andrea und Christina Schwaninger den Vortrag ab. Es passte zu den Gedanken, denen die Frauen noch nachhingen.

Das Essen gab es wieder auf herrlich gedeckten Tischen serviert, die Servietten von Minikrönchen gehalten, auf dem „Königskind“ zu lesen war. Der Spruch im Inneren der Krone passte ebenso und vermittelte das Vertrauen, dass Menschen wertvoll und geliebt sind. So auch das Theaterstück, was man mit der Überschrift „Ist Aussehen wichtig“ umschreiben könnte. „He Knows My Name“, Gott ist gemeint, war das Lied zum Stück. Auch hier spielten Karin und Nina Schierle und Andrea Schwaninger.

Für das Essen und das Programm des Abends wird stets eine Spende erbeten. Nach Abzug der Kosten für die Ladies Night geht der restliche Betrag in diesem Jahr an den Verein „Christliche Initiative für Indien“. Claudia Kühn war als Ansprechpartnerin vor Ort. Das Projekt wurde 1989 in Hamburg gegründet. Die Spenden aus Miehlen fließen in einen Fonds. Vor vielen Jahren fanden 89 Mädchen ein Zuhause, die von ihren Familien verstoßen wurden, weil Mädchen in Indien nicht den Wert eines Jungen genießen.

Im Mose-Ministri-Mädchenheim gibt es eine Ausbildungsbäckerei, in welcher die Mädchen dieses Handwerk erlernen können. Claudia Kühn weilt derzeit in einer Bäckerei in Singhofen, um backen zu lernen und absolviert dort demnächst ihre Gesellenprüfung, bevor sie nach Indien zurückkehrt.

Auch bei der diesjährigen Ladies Night weilten am Freitag und am Samstag rund 450 Frauen im Dorfgemeinschaftshaus in Miehlen. Ausklang des Abends wurde in der „Lounge“ neben dem großen Saal geboten, wo die Frauen bei Cocktails oder Cappuccino noch über das Gehörte und Gesehene reden konnten.

Von unserer Mitarbeiterin Uschi Weidner

Der nächste Abend für Frauen

Ladies Night entstand aus einer Gemeindeveranstaltung mit der Zielsetzung, Frauen jeden Alters und ohne jegliche Gemeindezugehörigkeit anzusprechen. Das entwickelte Konzept stimmt bis heute: Frauen sollten sich einen Abend lang wohlfühlen, sich verwöhnen lassen und etwas mit nach Hause nehmen, über das es sich lohnt, noch eine Weile nachzudenken.

Die nächste Ladies Night wird im November 2018 stattfinden.

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