40.000
Aus unserem Archiv
Nastätten

Kunst im Garten: "Blue Land Spirit" soll fortgesetzt werden

Norbert Schmiedel

Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Die Wege zum sichtbaren Ergebnis sind weitverzweigt und entspringen der Fantasie wie der realen und intuitiven Wiedergabe eines Objekts in Form, Farbe und Material. Wie weitverzweigt diese Wege sein können, das zeigte sich den Besuchern im Garten der Künstlerin Ursula Näther und ihrer Mitbewohnerin Rosa Rex in der Oberstraße in Nastätten.

Farbige Objekte wie dieser gut besuchte Brunnen oder monochrome Skulpturen im Hintergrund fügten sich wie gewachsen in den Naturgarten ein.  Foto: Norbert Schmiedel
Farbige Objekte wie dieser gut besuchte Brunnen oder monochrome Skulpturen im Hintergrund fügten sich wie gewachsen in den Naturgarten ein.
Foto: Norbert Schmiedel

Unter dem Titel „Blue Land Spirit“ hatten beide mit zehn weiteren Künstlern ihren Garten künstlerisch für eine Ausstellung gestaltet. Das Ergebnis fasste eine Besucherin in wenigen Worten zusammen: „Alles hier ist bereichernd für Körper, Geist und Seele.“ Kein Tritt, kein Schritt, der nicht andere Perspektiven eröffnet: Die vielen Kunstobjekte fügen sich in die Natur ein, als wären sie mit ihr verwachsen. Die Blüten der Pflanzen ergänzen sich mit den kleinen und großen Farbtupfern von Keramiken, brechen sich in den Glaskunstobjekten von Corinna Frahm. Sie zum Beispiel bringt Keramik und Glas ineinander, wie sie erklärt: „Ich blase eine große Kugel aus Glas und schneide sie noch glühend heiß auf. Hinein versenke ich ein kleines Keramikobjekt und verschließe die Kugel durch Ansaugen des Hohlraums.“

Die Bildhauerin Elke Fries zeigt an einem massiven Holzblock, was entstehen kann, wenn sie das überschüssige Holz entfernt. Paul Müller Brand ist bekannt für seine in Bronze gegossenen Skulpturen. Während der Ausstellung „Blue Land Spirit“ geht er weg von Gussformen zur ursprünglicheren Art des Bronzegusses, nämlich zum Sandguss. Dabei wird flüssige Bronze in Sandprofile gegossen. Neben ihm bringt Roland Romer die Besucher mit seinen Tonarbeiten zum Erstaunen.

Die Techniken der Künstler zur Schaffung ihrer Kleinode sind so vielfältig wie die Kunst selbst. Pastell und Ölmalereien von Monika Skrzeczek oder auch Anne Radstaak, Textiles Gestalten bei Nicol Hommes, werden ergänzt durch die feinen Goldschmiedearbeiten von Dominik und Yvonne Herhold. Auch die Raku-Keramik-Skulpturen von Ursula Näther glänzten – Schweine, Steinböcke und Raben in tiefstem Schwarz.

Goldschmiedearbeiten und schwarze Keramik bilden absolut einen Gegensatz. Aber eines so schön wie das andere, die Techniken zur Herstellung aber höchst unterschiedlich. Verbunden werden die Standorte durch ein eigenes Kunstwerk von Rosa Rex, das dazu auffordert, darüber zu laufen. Den Gartenweg hat sie mit farbigen Tonscherben und Glassteinen befestigt. Wer genau hinsieht, kann sogar zwei 1-Mark-Münzen entdecken.

Ursula Näther hat sich neben Arbeiten mit Ton einige weitere Techniken zu eigen gemacht. Sogar einen Crashkurs im Metallschweißen hat sie belegt. Die Ergebnisse zeigten sich in Kombinationsobjekten mit Ton. Tonarbeit der ganz anderen Art bietet Uwe Schatter. Der Komponist und Sänger aus Bornich bietet schöne musikalische Unterhaltung mit eigenen und gecoverten Liedern an der „Ruheoase“ des Gartens.

Geistige Arbeit kann zu Kunst werden, wenn aus Überlegungen, Intuitionen und Fantasie ein fertiges Werk wird, ein Buch etwa. Daran lässt Ute Dombrowski die Besucher der Ausstellung teilhaben: In ihrer Geschichte wird am Lohbach eine männliche Leiche gefunden. Am Abend zuvor war der Mann noch quicklebendig zur Ausstellung in den Garten gekommen und zeigte ein Babybild seiner Tochter herum, die er jetzt sucht. Doch nun steckt ein Messer in seiner Brust. Die Schriftstellerin stellt Fragen an das Publikum: Wer hat den Mann ermordet? Welches Motiv kommt infrage? Warum wurde dem Mann der linke kleine Finger abgeschnitten? Die vielen Antworten sollen im Krimi als Inspiration dienen, den Fall zu klären.

Ursula Näther und Rosa Rex sind ihrem Anspruch gerecht geworden, eine große Vielfalt künstlerischen Schaffens zu zeigen. Der wunderbare Garten allein beschränkte trotz seiner Größe die Möglichkeiten, noch mehr Nischen für die Künstler einzurichten, noch mehr Objekte und Skulpturen aufzustellen. Aber ganz offen sprachen die beiden Künstlerinnen davon, dass die Ausstellung „Blue Land Spirit“ künftig eine oder gleich mehre Auflagen bekommen soll.

Von unserem Mitarbeiter Norbert Schmiedel

Bad Ems Lahnstein
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
Anzeige
Regionalwetter
Mittwoch

17°C - 28°C
Donnerstag

18°C - 32°C
Freitag

15°C - 28°C
Samstag

16°C - 28°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
epaper-startseite