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Nastätten

Kreuzung Bahnhof-/Römerstraße: Verkehrsspiegel wird wieder angebracht

Der Nastätter Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen, einen Verkehrsspiegel vor dem Schreibwarengeschäft Ott anzubringen. An der Stelle, wo sich Römer-, Bahnhofstraße und Borngasse kreuzen, stand früher schon einmal ein Spiegel. Dieser war für Ausbauarbeiten aber abgenommen und nicht wieder angebracht worden.

"Wir sind von Bürgern angesprochen worden, dass sie den Spiegel vermissen", sagte Werner Sorg von der FWG-Fraktion. Die Sicht der Autofahrer von der Bahnhof- in die Römerstraße und umgekehrt würde durch die Parkbucht vor der Verbandsgemeindeverwaltung (in der Römerstraße) erschwert. Mit Fotos versuchte Sorg, die Lage zu verdeutlichen.

Wer an der Haltelinie in der Bahnhofstraße steht, hat eine schlechte Sicht nach links in die Römerstraße, meint Stadtrat Werner Sorg (FWG). Er sei von Bürgern angesprochen worden, die den Verkehrsspiegel vor dem Schreibwarengeschäft Ott (blaues Haus), der dort einmal stand, vermissen.
Wer an der Haltelinie in der Bahnhofstraße steht, hat eine schlechte Sicht nach links in die Römerstraße, meint Stadtrat Werner Sorg (FWG). Er sei von Bürgern angesprochen worden, die den Verkehrsspiegel vor dem Schreibwarengeschäft Ott (blaues Haus), der dort einmal stand, vermissen.
Foto: Cordula Sailer

Parke direkt an der Ecke Römer-/Bahnhofstraße ein Fahrzeug, könne man von der Bahnhofstraße lediglich 20 Metern weit nach links in die Römerstraße sehen. Dies aber nur, wenn der Autofahrer die Haltelinie schon etwas überfahren habe. Gleiches gelte für Autos, die aus Richtung Kirche herannahen: Auch hier könne man 20 Meter vor der Kreuzung "gerade mal die Kühlerhaube des Autos sehen, das an der Haltelinie steht", erläuterte der Stadtrat.

Der Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg) eines Autos, das mit erlaubten 50 km/h auf der Römerstraße unterwegs ist, beträgt aber 40 Meter, wie Sorg vorrechnete. "Wenn ich zum Stehen kommen muss, weil jemand aus der Bahnhofstraße rausfährt, der mich nicht gesehen hat", fuhr Sorg weiter fort, "müsste ich vor dem Eingang der Verbandsgemeinde anfangen zu bremsen – und das heftig." Zwar fahre ein verantwortungsvoller Autofahrer nicht mit 50 Stundenkilometern auf die Kreuzung zu. Aber auch bei geringerer Geschwindigkeit könnte es bei den schlechten Sichtverhältnissen brenzlig werden. Er selbst habe an der Stelle schon dreimal beinahe einen Unfall gehabt. Wenn er von der evangelischen Kirche komme, passiere es oft, "dass mir ein Auto direkt vor den Kühler fährt", erzählte Sorg.

Stadtrat Wolfgang Korn (SPD) wandte ein, "dass sich jeder so verhalten muss, dass nichts passieren kann", und verwies auf § 1 der Straßenverkehrsordnung. "Alle, die auf die Kreuzung zufahren, müssen sich langsam an die Lage anpassen", so der SPD-Stadtrat weiter. Er wollte wissen, ob es an der Stelle denn tatsächlich Unfälle gegeben habe. "Das war noch nie ein Unfallschwerpunkt, weder mit noch ohne Spiegel", räumte Werner Sorg ein. Und auch die Polizeiinspektion St. Goarshausen bestätigt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es sich nicht um einen solchen handelt. Zwar könne es vereinzelt kleinere Unfälle an der Kreuzung gegeben haben, die nicht der Polizei gemeldet wurden. Aber beim Durchsehen der Unfallstatistik von Anfang 2016 bis jetzt "haben wir überhaupt keine gefunden", sagt Jürgen Fachinger, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion.

Schuld an den schlechten Sichtverhältnissen an der Kreuzung der Römer- und Bahnhofstraße mit der Borngasse ist aus Werner Sorgs Sicht auch die Parkbucht (links, grau gepflastert) vor dem Verwaltungsgebäude.
Schuld an den schlechten Sichtverhältnissen an der Kreuzung der Römer- und Bahnhofstraße mit der Borngasse ist aus Werner Sorgs Sicht auch die Parkbucht (links, grau gepflastert) vor dem Verwaltungsgebäude.
Foto: Cordula Sailer

Das Ordnungsamt hatte im Vorfeld der Stadtratssitzung sogar davon abgeraten, den Verkehrsspiegel vor dem Schreibwarengeschäft wieder aufzustellen. In einem Schreiben an Stadtbürgermeister Joachim Rzeniecki äußert Ordnungsamtsleiter Edo Scheerer die Befürchtung, "dass die von der Bahnhofstraße kommenden Verkehrsteilnehmer wegen dem Weitblick nicht mehr anhalten und somit schneller in die Römerstraße beziehungsweise über die Römerstraße in die Borngasse einfahren". So entstehe "ein risikoreicheres Fahrverhalten, auch zu Lasten der Fußgänger".

Außerdem erhöhe sich der Verkehrslärm, wenn etwa Kradfahrer ohne zu bremsen von der Bahnhofstraße geradaus in die Borngasse durchfahren könnten. Der Ordnungsamtsleiter ist der Ansicht, dass von der Haltelinie der Bahnhofstraße aus die von links kommenden (vorfahrtsberechtigten) Autos gut erkannt werden können. Denn die Linie verlaufe etwas rund in die Römerstraße hinein, wodurch man für gute Sicht weiter nach vorne fahren könne. Zudem sei der Einmündungsbereich beim Ausbau der Römerstraße ausgeweitet worden. Dass man dennoch anhalten müsse, um sich zu vergewissern, dass niemand von links aus der Römerstraße komme, "trägt zu einer vorsichtigen Fahrweise bei und hat sich bewährt", schreibt Scheerer. Doch spreche sich der Stadtrat für das Aufstellen des Spiegels auf, "werden wir dem nicht entgegenstehen", versichert der Ordnungsamtsleiter.

Sind die Sichtverhältnisse an der Kreuzung nun gut genug oder nicht? "Das ist immer ein subjektives Empfinden", meinte Stadträtin Anke Sorg (FWG). "Da muss man einfach abstimmen und kucken, was dabei rauskommt." Raus kam schließlich eine Stimmenmehrheit für den Spiegel.

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

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