40.000
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Nassau/Schweighausen

Kostensteigerung in Kita: Türen und Fenster 30.500 Euro teurer

Bernd-Christoph Matern

Bislang blieben die Kosten für den Bau der neuen Kindertagesstätte am Leifheit-Campus noch knapp unter der Kostenschätzung. Die Auftragsvergabe für den Einbau von Türen und Fenstern sorgte im Verbandsgemeinderat allerdings für großen Unmut. Statt der im Plan dafür veranschlagten rund 9500 Euro sollte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung in Schweighausen den Auftrag für knapp 40.000 Euro an den günstigsten Bieter vergeben.

Eine Reihe von Arbeiten für den Bau der neuen Kindertagesstätte in Nassau haben Hauptausschuss und Verbandsgemeinderat in ihren jüngsten Sitzungenbeschlossen. Foto: Matern
Eine Reihe von Arbeiten für den Bau der neuen Kindertagesstätte in Nassau haben Hauptausschuss und Verbandsgemeinderat in ihren jüngsten Sitzungenbeschlossen.
Foto: Matern

VG-Bevollmächtigter Udo Rau teilte dem Rat mit, wie ihm das Architekturbüro die Preisdifferenz erklärt habe. Dieses habe sich auf Absprachen mit dem Arbeitskreis berufen, der für die konkrete Abwicklung der Baumaßnahme eingerichtet wurde. Danach sei in der Planung nur von zwei Eingangstüren aus Metall ausgegangen worden; jetzt seien aber noch zwei metallene Flurtüren und zwei Windfangtüren hinzu gekommen, was zur Verteuerung geführt habe, berichtete Rau vom Gespräch mit dem Architekten. Der Vorsitzende machte keinen Hehl daraus, dass er diese Erklärung nicht nachvollziehen kann. „Das mag ja sogar technisch sinnvoll sein, aber darum geht's hier nicht bei solch einer Preissteigerung.“ Zumindest in den Protokollen habe die Verwaltung von solchen Absprachen nichts gefunden; und auch die anwesenden Arbeitskreis-Mitglieder konnten sich daran nicht erinnern.

Konsequenterweise hätte dann der bereits vergebene Auftrag für Türen und Fenster aus Kunststoff bedeutend günstiger ausfallen müssen, argumentierte Rau; tatsächlich sei auch der 3000 Euro teurer als geschätzt gewesen. Dies habe nach Raus Worten der Architekt damit begründet, dass nach Absprache mit der Kita-Leitung elektrische Rollläden statt manueller eingebaut werden. „Dass die Kita-Leitung eine wichtige Rolle bei der Planung spielt, dafür gibt es keine zwei Meinungen, ihr Team und die Kinder sind jeden Tag dort, nicht wir“, sagte Rau, „aber das sind Entscheidungen, die nur der Arbeitskreis zu fällen hat“, zeigte er sich ob der Argumente des Planungsbüros, das er als sehr gewissenhaft und genau schätze, verwundert. Um keine Zeit verstreichen zu lassen und auch, um nicht den günstigsten Bieter zu bestrafen, der für die Hintergründe der Ausschreibung nichts könne, sah Rau keine Alternative, als den Auftrag zum vorliegenden Preis zu vergeben. Ungeachtet dessen müsse mit dem Büro ein Gespräch geführt werden, damit der Bau nicht aus dem Ruder läuft. So sahen das auch die Ratsfraktionen, die lautstark ihren Unmut über die von Rau geschilderten Ausschreibungsänderungen bekundeten. Während Susanne Heck-Hofmann (SPD) vorschlug, andere Arbeitskreis-Mitglieder zu befragen, ob sie sich an Absprachen erinnern können, forderte Parteigenosse Erhardt Frahm, mit dem Büro über einen Ausgleich der entstanden Mehrkosten zu sprechen.

Der Rat vergab außerdem für rund 121.000 Euro die Trockenbauarbeiten, ein Preis, der nur leicht über der Schätzung lag. Schon im Hauptausschuss waren die Fliesenarbeiten für die neue Kita für rund 33.500 Euro vergeben worden. Ungeachtet des jetzigen Dilemmas bei den Türen und Rollläden lägen die tatsächlichen Baukosten im Vergleich zur Kostenschätzung mit einem Plus von 2,1 Prozent immer noch in einem Rahmen, den man sich bei Bauprojekten der öffentlichen Hand andernorts wünsche würde, erklärte Rau.

Den Auftrag für die Gestaltung des Außengeländes darf nach dem Beschluss des Rates der Haupt- und Finanzausschuss vergeben, damit dieses noch vor dem nächsten Winter hergestellt werden kann. Auch hier kommt es zu einer Kostensteigerung von 218.000 auf 248.000 Euro, die im Arbeitskreis allerdings intensiv diskutiert worden sei, erklärte Rau; sie begründet sich dadurch, dass das zu gestaltende Gelände um mehr als die Hälfte vergrößert wurde. Wolf Meyer, dessen FWG/Forum-Fraktion sich mehr Transparenz vom Arbeitskreis in den Rat wünschte, wollte wissen, ob Spielgeräte vom jetzigen Standort am neuen übernommen werden. Das sei aufgrund des Zustands der Geräte nicht der Fall, erklärte Büroleiter Klaus Bonn.

Von unserem Mitarbeiter Bernd-Christoph Matern

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