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Mittelrhein

Jahresrückblick am Mittelrhein 2017: Ein Welterbe putzt sich weiter heraus

Andreas Jöckel

Es gibt noch viel zu tun und zu investieren, bis sich das Welterbe Oberes Mittelrheintal zu einer touristischen Vorzeigedestination entwickelt hat, die den internationalen Vergleich nicht scheuen muss. Aber, was vor wenigen Jahren noch wenige für möglich gehalten hatten: Das Tal hat angefangen, sich schrittweise herauszuputzen.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Die Bewerbung des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal (ZV) für die Ausrichtung der Buga 2031 steht kurz vor dem Abschluss. Bei dem Projekt, das 2015 von Innenminister Roger Lewentz (SPD) angestoßen wurde, kann die Region über 67 Rheinkilometer von Koblenz bis Bingen/Rüdesheim erstmals gemeinsam an einem Strang ziehen.

Drehbuch für die Buga 2031 geschrieben

Bei drei Workshops haben Bürger im Mittelrheintal in diesem Jahr Ideen für die Buga 2031 und auch für Jahrzehnte darüber hinaus gesammelt.
Bei drei Workshops haben Bürger im Mittelrheintal in diesem Jahr Ideen für die Buga 2031 und auch für Jahrzehnte darüber hinaus gesammelt.
Foto: aj

Im März dieses Jahres hatte das Innenministerium die Buga-Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Im November war das erste Drehbuch für die Buga 2031 geschrieben und in einer 80-seitigen Broschüre zusammengefasst, die unter www.buga2031.blog heruntergeladen werden kann. Von April bis Oktober gab es unter anderem drei Workshops mit Bürgern sowie zahlreiche Expertenrunden zu Themen wie Mobilität und Tourismus. Das Planungsteam unter Federführung des Büros RMP Lenzen wurde dabei intensiv von der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz (EA) unterstützt.

Das Gesamtbudget der künftigen Buga GmbH umfasst 108 Millionen Euro, das mit 54,9 Millionen Euro von Rheinland-Pfalz (48,6 Millionen Euro) und Hessen (6,3 Millionen Euro) gefördert wird. Bei vorsichtig geschätzten Einnahmen von 38,7 Millionen Euro, müssen die Kommunen im ZV noch 14,4 Millionen Euro beisteuern. Im ersten Quartal 2018 will die ZV-Versammlung über die Bewerbung entscheiden. Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) stellt den Zuschlag für das zweite Quartal in Aussicht. Dann könne im dritten Quartal eine Buga GmbH gegründet werden, an der die DBG, der ZV und die Ausstellerkommunen zu je einem Drittel beteiligt sind.

Loreley wird weiter aufgehübscht

Aus der Luft ist die Grundstruktur des Loreley-Parks mit dem verschlungenen Mythenpfad mit vier mystischen Plätzen und dem direkten Strahlenweg, der durch eine künstliche Schlucht am Schieferfels zum Hauptaussichtspunkt führt, bereits zu erkennen.  Fotos: Thomas Frey (dpa), Andreas Jöckel
Aus der Luft ist die Grundstruktur des Loreley-Parks mit dem verschlungenen Mythenpfad mit vier mystischen Plätzen und dem direkten Strahlenweg, der durch eine künstliche Schlucht am Schieferfels zum Hauptaussichtspunkt führt, bereits zu erkennen. Fotos: Thomas Frey (dpa), Andreas Jöckel
Foto: picture alliance

Auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Loreley, Werner Groß (CDU), ist überzeugt, dass von der Entwicklung der Buga 2031 und darüber hinaus alle Orte im Welterbe und der umliegenden Regionen profitieren: „Es gibt Hotels in Frankfurt, die mit ihrer Nähe zur Loreley werben. Wer aber kann das besser als wir?“

Für Groß macht im Zusammenhang mit der Buga 2031 auch ein Großprojekt wie die Umgestaltung des Loreley-Plateaus zum Kultur- und Landschaftspark noch mehr Sinn. Schließlich soll der mythenumrankte Ort, der einst die Wiege des Tourismus in Deutschland war, auch ein Herzstück der Buga werden. Nach den ersten Abrissarbeiten 2016 ist der Bau des Parks nach den Plänen des Werkteams-Loreley in diesem Jahr sehr gut vorangekommen: Die Grundstruktur des Parks mit dem verschlungenen Mythenpfad mit vier mystischen Plätzen und dem direkten Strahlenweg, der durch eine künstliche Schlucht am Schieferfels zum Hauptaussichtspunkt führt, ist bereits gut zu erkennen. Ebenfalls noch in Arbeit sind mehrere Aussichtspunkte sowie die Rohbauarbeiten für einen großen Ausstellungsraum an der Schlucht. Im kommenden Jahr soll der Ausstellungsraum auch eine kristallförmige Dachkonstruktion aus Glas oder ähnlichem Material erhalten, die mit Lichtinstallationen unterschiedliche Stimmungsbilder in den Abendstunden erzeugen kann. Der Umbau der ehemaligen Jugendherberge zum Eingangsgebäude mit Gastronomie und Touristinformation wird bis zur geplanten Parkeröffnung im Frühjahr 2019 noch nicht fertiggestellt und voraussichtlich erst 2020 betriebsbereit sein. Die Gesamtkosten werden mit rund 17,8 Millionen Euro veranschlagt, bei einer Förderung von rund 14,1 Millionen Euro von Bund und Land.

Neue Freilichtbühne

Fertiggestellt wurde im Juni dieses Jahres die neue Konstruktion der Loreley-Freilichtbühne. Fast 6 Millionen Euro werden insgesamt im ersten Bauabschnitt investiert, der derzeit noch fertiggestellt wird. Wenn alles gut geht, kann in dem historischen Amphitheater im April 2031 die Buga eröffnet werden.

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Freundeskreis plant weitere Exkursionen

Der Verein Freunde der Buga 2031 bietet allen Interessierten ein Forum zum Gedanken- und Ideenaustausch rund um die Buga. Der 2016 gegründete Freundeskreis zählt bereits mehr als 100 Mitglieder und freut sich jederzeit über neue Gesprächspartner. In diesem Jahr hatte sich der Verein mit vielen Ideen in die Bürgerworkshops zur Machbarkeitsstudie eingebracht.

Dabei spielte unter anderem die Rekultivierung der zahlreichen Sorten an Mittelrheinkirschen eine zentrale Rolle (mittelrheinkirschen.welterbe-mittelrhein.de). Der kulturlandschaftliche Schatz der Region wurde schon bei der Buga 2011 in Koblenz präsentiert und soll natürlich bei der Buga 2031 eine der Hauptrollen in der Blütenkulisse spielen. Regelmäßig lädt der Verein auch zu Besichtigungen des Baufortschritts auf dem Loreley-Plateau ein. Auch eine Exkursion zu den Baustellen der Buga 2019 in Heilbronn, die im Juli dieses Jahres auf großen Zuspruch gestoßen war, soll im Sommer 2018 wiederholt werden. Kontakt zum Freundeskreis: Telefon 06771/599.445 oder per E-Mail an info@ bugafreunde2031.de aj

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