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    St. Goarshausen

    Investor: Voraussetzung für Hotelbau ist attraktive Loreley

    "Herbergsvater" und Kneipenwirt ist er ja schon mal auf der Loreley, Gunther Zeidler, Vorstand der Neubau Immobilien Development AG (Nidag).

    Den Bau eines hochwertigen Hotels macht die Neubau Immobilien Development AG (Nidag) auch von der künftigen Entwicklung auf dem Loreleyplateau abhängig: einem attraktiven Kulturpark an der Felsspitze, einer guten Infrastruktur und der Umgestaltung der Freilichtbühne.
    Den Bau eines hochwertigen Hotels macht die Neubau Immobilien Development AG (Nidag) auch von der künftigen Entwicklung auf dem Loreleyplateau abhängig: einem attraktiven Kulturpark an der Felsspitze, einer guten Infrastruktur und der Umgestaltung der Freilichtbühne.
    Foto: dpa

    Von Michael Stoll

    Sein Unternehmen hat mittlerweile das Berghotel sowie das benachbarte Turner- und Jugendheim samt ausgedehntem Areal für mehr als 5 Millionen Euro gekauft und will erst einmal beide Einrichtungen weiterbetreiben. Die Gastronomie ebenso wie die Zimmervermietung. Und was geschieht mit den viel diskutierten Plänen für Hotelneubauten auf dem Plateau, die ja der eigentliche Grund sind für das millionenschwere Engagement der Nidag? Im Gespräch mit unserer Zeitung macht Zeidler deutlich: Das von ihm geführte Unternehmen macht seine weiteren Investments in Sachen Hotel(s) auf dem weltberühmten Felsen sehr weitgehend von der zukünftigen Attraktivität der verschiedenen Vorhaben auf dem Plateau abhängig.

    Was der Nidag-Vordenker damit anspricht, ist ein Dreiklang: Ein hochwertiges Hotelprojekt allein, für das ja ein satter mehrstelliger Millionenbetrag hingeblättert werden müsste, wird sicherlich nicht genügend Gäste aus aller Welt anlocken. Es braucht zugleich auf der Loreley einen ebenso anspruchsvollen Kulturpark an der Felsspitze mit einer vernünftigen Infrastruktur samt guter Zuwegung und Parkplätzen. Nicht zu vergessen die Freilichtbühne, die ja ebenfalls umgestaltet und damit für die Zukunft fit gemacht werden soll. Keines dieser einzelnen Projekte ist ohne die jeweils anderen zu denken und Erfolg versprechend umzusetzen. "Wenn alle bereit sind, Bundesliga zu spielen", sagt Gunther Zeidler, "dann spielen wir mit in der Bundesliga. Ansonsten spielen wir alle gemeinsam weiter in der Regionalliga." Eine klare Aussage, die keine Übersetzung benötigt.

    Wer Zeidlers Worte nun als Rückzieher interpretieren will, der ist im falschen Spiel. Das Team Nidag ist ganz offensichtlich am Mittelrhein angetreten, um mit langem Atem den Aufstieg zu schaffen. Die Vorbereitungsphase ist mit dem Erwerb eines gewichtigen Teils der Immobilien abgeschlossen, für weitere Grundstücke, etwa den Campingplatz und die ein oder andere Wiese, gibt es laut Zeidler konkrete Kaufoptionen. So weit, man muss es immer wieder aufs Neue betonen, ist bis dato noch kein potenzieller Investor gekommen. Noch nie zuvor war das gesamte vordere Plateau ein einheitliches Planungsgebiet. Was in der Vergangenheit an Taktiken fürs Plateau herausposaunt wurde, etwa ein im Berg verschwindender Hotelcontainer, entpuppte sich stets als Foul oder Schwalbe, weil es am Ende doch nur Denksport war.

    Hört man dem Nidag-Coach zu, wird schnell deutlich: Der Mann ist Fan. Zeidler begeistert sich für die Idee Loreley – und er weiß andere zu begeistern und anzustecken. "Dieses Projekt ist für mich wie ein Kind, dem ich gern beim Wachsen zusehen möchte", sagt der Familienvater und ergänzt: "Vielleicht aber bin ich auch nur ein weiteres Opfer der blonden Schönheit vom Berge." Klar ist aber auch: Die Nidag ist keine Hobbymannschaft. Sie will und muss mit ihrem Engagement Geld verdienen. Nur wenn sich eine Investition am Ende rechnet, geht man auch geschäftliche Risiken ein. Für die Loreley heißt das konkret: Ein wirklich hochwertiges Hotel gibt es nur dann, wenn die Umsetzung eines "genialen Konzepts" für den Park bis hin zur Felsspitze und außerdem dessen weitere "Bewirtschaftung für die nächsten 20 Jahre" definitiv gesichert sind, Erklärt Zeidler, der auch schon einen Plan B in der Tasche hat: Die Nidag könne sich ja alternativ durchaus auch mit dem Gedanken anfreunden, lediglich die bestehenden "Herbergen" auf Grundlage des bestehenden Baurechts zu "qualifizieren". Sicherlich nicht die Ideallösung, aber auch ein Markt für das jetzt schon vorhandene Publikum, etwa Jugendgruppen, Rheinsteigwanderer oder Bustouristen. Das wäre dann eben das oben beschriebene Regionalliga-Szenario. Zeidler sagt: "Da müssen wir einfach noch eine Weile flexibel bleiben – zumindest bis klar ist, wer mitzieht."

    Was vom ein oder anderen womöglich als Drohkulisse empfunden wird, ist für die Nidag Grundlage ihres Geschäfts. Statt sich an Visionen fürs Plateau zu berauschen, die im Kater enden können, prüft man nüchtern die für wirtschaftliche Entscheidungen notwendigen Voraussetzungen. Dabei ist Gunther Zeidler mit der jüngsten Entwicklung seit Auslobung des Wettbewerbs zur Neugestaltung des Loreley-Plateaus durchaus zufrieden. Er war als Vertreter der Nidag in der Jury eingebunden, das Ergebnis, vor allem die Ideen der erstplatzierten Planungsgruppe, finden auch seine Zustimmung. Dass seit der Siegerkür schon wieder knapp drei Monate vergangen sind, nervt den Nidag-Mann noch nicht: "Das ist normal. Nach einem solchen Wettbewerb müssen alle Beteiligten durchatmen." Zwischenzeitlich sei ja weiter am Projekt gearbeitet worden; auch dafür lobt er die Kommunalverwaltung ebenso wie die SGD Nord.

    Doch macht er ebenso deutlich, dass das Loreleyprojekt mehr einem Gipfelsturm denn einer Bergwanderung gleicht. Und dass es dazu noch reichlich Atem, Kondition und finanzielle Mittel braucht. Heißt in der Interpretation zum Beispiel: Wie viele Millionen tatsächlich für den Kulturpark und die gesamte Infrastruktur auf dem Plateau benötigt werden, das wird sich noch zeigen. Wer aber glaubt, hier auf Sparflamme kochen zu können, der wird auch kein Sternemenü zaubern. Und das hätte Auswirkungen für die Zukunftsfähigkeit der gesamten Region, deren Kristallisationspunkt die Loreley werden soll. Gunther Zeidler erklärt: "Wir sind als Nidag ja nicht in erster Linie Hotelinvestoren oder gar Hotelbetreiber, sondern vielmehr Initiatoren von Entwicklung. Und wir möchten Dinge anstoßen und dann Teil der initiierten Bewegung sein, die hier eine große Entwicklung zur Folge haben kann."

    Im Blick hat er nicht nur das Loreleyplateau, sondern das gesamte Welterbe Oberes Mittelrheintal. Neben den Hotelplänen engagiert sich die Nidag seit Jahren auch in Sachen Windkraft, will aber keine Verspargelung der Landschaft, sondern die Konzen- tration der Anlagen. "Profitieren werden auch und vor allem die Kommunen", verspricht Zeidler. Und auf die Frage, ob es nicht einen Widerspruch zwischen Windenergieanlagen und touristischer Entwicklung gibt, antwortet er: "Nein, denn auch die Nidag will ihr Hotel mit Windstrom versorgen." Weitere Ideen sind im Hinterstübchen vorhanden, wobei es viel zu früh sei, über Details zu sprechen. Zeidler und die Nidag jedenfalls glauben, in der Region Potenziale auf vielen Gebieten zu erkennen, sind bereit, sich noch stärker zu engagieren: "Wenn's nach uns geht, initiieren wir gemeinsam mit allen, die daran mitwirken wollen, nichts weniger als ein wirtschaftliches Konjunkturprogramm für die Region."

    • Die Norddeutsche Neubau Immobilien Development AG (Nidag) existiert seit 2001. Sie ist ein reiner Projektentwickler, laut eigenen Aussagen mit einem Eigenkapital von elf Millionen Euro in der Bilanz. Neben der Loreley arbeitet man derzeit an zwei weiteren Projekten, und zwar Ferienparks in Emmelshausen und in der Lausitz. Schwesterfirmen der Nidag sind eine Betriebsgesellschaft für die Indoor-Spielanlagen Bambooland und eine Vermögensverwaltung, aus deren Bestand auch Nidag-Projekte finanziert werden. Erstmals stellte die Nidag Pläne für die Loreley 2012 im Mainzer Wirtschaftsministerium vor. Für zwei Hotels war ein Raumordnungsverfahren beantragt. Nach dem Veto des Unesco-Welterbe-Komitees ist nun die Rede von einem Hotelneubau. Nidag-Vorstand Gunther Zeidler war Jurymitglied beim Wettbewerb für die Gestaltung des Plateaus.

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