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Nastätten

Hasenläufer II: Bürger fürchten mehr Verkehr

Cordula Sailer

Mit dem Nastätter Neubaugebiet „Hasenläufer II“ kommt noch mehr Verkehr – das ist die Befürchtung von Anwohnern der Kreuzung Schwalbacher Straße/Sauerbornsweg/Ellig. Denn eine Zufahrt zu dem Baugebiet soll nach dem Bebauungsplanentwurf sowohl über den „Hasenläufer I“ als auch über eine Verlängerung des Sauerbornswegs möglich sein. Daher haben sich einige Anlieger der besagten Kreuzung in einem Brief an Stadtbürgermeister Joachim Rzeniecki gewandt, der auch unserer Zeitung vorliegt. Darin beschreiben die Bürger die Lage an der Straßenkreuzung zu bestimmten Tageszeiten als „mehr als chaotisch“. Und sie machen einen Vorschlag, wie ein Teil des Verkehrs durch eine neue Straßenführung umgeleitet werden könnte.

In den Sommerferien ist verhältnismäßig wenig los an der Kreuzung Schwalbacher Straße/Sauerbornsweg. Doch während der Schulzeit bringt das nahe Schulzentrum viel Verkehr mit sich. Nun befürchten die Anwohner durch das Neubaugebiet „Hasenläufer II“ eine noch höhere Belastung.  Fotos: C. Sailer
In den Sommerferien ist verhältnismäßig wenig los an der Kreuzung Schwalbacher Straße/Sauerbornsweg. Doch während der Schulzeit bringt das nahe Schulzentrum viel Verkehr mit sich. Nun befürchten die Anwohner durch das Neubaugebiet „Hasenläufer II“ eine noch höhere Belastung. Fotos: C. Sailer
Foto: Cordula Sailer

„Auf unserer Kreuzung finden täglich 137 Busbewegungen statt“, schreiben die Anwohner, die sich auf den Fahrplan berufen. Während der Schulzeit sind es gleich mehrere Buslinien, die das Schulzentrum in der Nachbarschaft anfahren. Zu den Linienbussen kämen Taxen und Kleinbusse, welche die Haltestelle oder die nahe gelegene Förderschule anfahren. Man fühle sich wie an einem Busbahnhof – inklusive der entsprechenden Lärm- und Feinstaubbelastung.

Die Aufzählung der Fahrzeuge, welche die Straßenkreuzung queren, ist im Brief aber lange noch nicht zu Ende: Eltern und Großeltern setzen demnach Kinder am Schulzentrum ab oder an der evangelischen oder kommunalen Kindertagesstätte in der Schwalbacher Straße beziehungsweise der angrenzenden Pestalozzistraße. Auch Anwohner aus „Am Weinberg“ oder dem „Hasenläufer“ passieren die Kreuzung. Und durch die Anbindung an die Umgehungsstraße „dienen wir (...) noch als Abkürzung für Autofahrer, die auf diesem Weg schneller und bequemer die Innenstadt im Bereich Altes Rathaus erreichen wollen“, schreiben die Kreuzungsanlieger.

Verkehrskonzept wird gebraucht

Neben dem hohen Verkehrsaufkommen beklagen sich die Anwohner auch über eine chaotische Parksituation und zu schnelles Fahren. Oft würden Autofahrer einfach über die Kreuzung fahren, obwohl Kinder am Zebrastreifen stehen. „Weil diese ganze Verkehrssituation vielen Eltern zu gefährlich ist, wird das Kind dann in die Schule oder in den Kindergarten gefahren“, heißt es weiter in dem Schreiben. Dies verstärke die Verkehrsproblematik noch mehr.

Aus Sicht der Anwohner rund um die Kreuzung Schwalbacher Straße/Sauerbornsweg/Ellig wird ein Verkehrskonzept gebraucht, „das den Schulweg sicherer macht und auch für die Anwohner eine Entlastung bringt“. Dafür machen sie gleich selbst drei Vorschläge: Einer davon ist eine elektronische Geschwindigkeitsanzeige an ihrer Kreuzung, „so wie es in vielen Orten (...) in der Verbandsgemeinde schon üblich ist“.

Für einen anderen Vorschlag haben Anwohner der Schwalbacher Straße bereits Ende 2016 eine Absage vom Verkehrsverbund Rhein-Mosel erhalten: nämlich die Buslinie 580 von Limburg aus kommend nicht erst durch die Schwalbacher Straße zu schicken, sondern direkt durch die Oberstraße zur Haltestelle „Altes Rathaus“. „Das wäre auch zusätzlich eine Entlastung für die Rheingaustraße und den Engpass zur Hoster“, heißt es im aktuellen Anwohnerschreiben.

Zu guter Letzt präsentieren die Briefabsender einen Plan, wie das Neubaugebiet „Hasenläufer II“ alternativ ans Straßennetz angebunden werden könnte: Statt eine Verlängerung des Sauerbornswegs nur als Zufahrt zum Baugebiet einzurichten, könnte die Straße bis zur B 274 weitergeführt werden. Als Auffahrt könnte die bereits bestehende an der Funkenmühle genutzt werden, so der Vorschlag.

Ob eine solche Verkehrsführung möglich ist, „das muss ein Verkehrsplaner sagen, aber die Idee ist gut“, sagt Stadtbürgermeister Joachim Rzeniecki im Gespräch mit unserer Zeitung. Und auch ein Verkehrskonzept, wie von den Briefschreibern angesprochen, sei für Nastätten angedacht. „Das Verkehrskonzept soll Verkehrsbrennpunkte untersuchen und Lösungen erarbeiten“, sagt Rzeniecki.

Schulweg soll sicherer gemacht werden

Zu diesen Brennpunkten zählt er etwa die Schwalbacher Straße, aber auch die Oberstraße und den Kreisel in der Rheinstraße. Auch die Anbindung des „Hasenläufers II“ an die Bundesstraße könne dann auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft werden. Auf den Weg gebracht werden könnte das Verkehrskonzept nun beispielsweise mit Mitteln aus dem Förderprogramm Stadtumbau, in das die Blaufärberstadt aufgenommen ist. Steht ein solches Konzept, müsse im Stadtrat eine Prioritätenliste ausgearbeitet werden, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen angegangen werden.

Um kurzfristig die Situation an der Kreuzung Schwalbacher Straße/Sauerbornsweg/Ellig zu verbessern, hat sich der Stadtchef mit Polizei und Ordnungsamt besprochen. Denn: „Es ist ein gefährlicher Schulweg“, bestätigt Rzeniecki die Einschätzung der Anwohner. Dass im Bereich der Kreuzung zu schnell gefahren wird, zeigt auch eine einwöchige Geschwindigkeitsmessung aus dem Mai. Gut 80 Prozent der Fahrer aus beiden Fahrtrichtungen hatten das Tempolimit von 30 km/h auf der Schwalbacher Straße überschritten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 36 Stundenkilometern.

„Wir stellen jetzt als permanente Warnung eine Messanlage auf, damit jeder sehen kann, wie schnell er fährt“, erklärt Rzeniecki und kommt in diesem Punkt dem Wunsch der Anwohner nach. Für September sind dann Geschwindigkeitsmessungen durch die Polizei vorgesehen, so der Stadtchef. Wer hier zu schnell fährt, bekommt nicht nur rote Zahlen auf der elektronischen Messtafel zu sehen, sondern wird zur Kasse gebeten. Um die Tempo-30-Schilder besser sichtbar zu machen, sollen sie mit grellgelber Farbe hinterlegt werden. In der ersten Schulwoche nach den Sommerferien werde zudem die Polizei verstärkt vor Ort sein. „Und ich will die Schulleitungen, insbesondere die der Grundschule, ansprechen, ob sie daran denken, Schülerlotsen einzusetzen“, meint Rzeniecki.

Außerdem, so sieht es der Stadtchef, sollte in der Schwalbacher Straße, wo rechts vor links gilt, gar kein Linienverkehr unterwegs sein. Dabei bezieht er sich auf die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung. Dort heißt es zu Paragraf 8, dass Kreuzungszufahrten Vorfahrt erhalten sollten, auf denen öffentlicher Linienverkehr stattfindet. Daher möchte Rzeniecki in einem nächsten Schritt „den Landrat anschreiben wegen dem Verkehr“.

Von unserer Redakteurin Cordula Sailer

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