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Bad Ems

Generaldirektor: Paracelsus-Klinik schließt nicht

Mit Zuversicht schaut Stefan Begemann, Regionaldirektor Süd der Paracelsus-Kliniken Deutschland, in die Zukunft.

Das Ende der Insolvenz ist in Sicht. Die Paracelsus-Gruppe hat einen neuen Eigentümer.
Das Ende der Insolvenz ist in Sicht. Die Paracelsus-Gruppe hat einen neuen Eigentümer.
Foto: Michaela Cetto

„Zum Sommer wird ein Investor die 40 Paracelsus Einrichtungen übernehmen und den Konzern zu einer der führenden Klinikgruppen Deutschlands ausbauen.“ Ein Gespräch mit unserer Zeitung und Stadtbürgermeister Berny Abt nutzte Begemann, um mit Übernahme- und Schließungsgerüchten aufzuräumen. „Die Klinik wird nicht geschlossen“, so die erste Aussage des Regionaldirektors. Und: „Es gibt keine Überlegungen hinsichtlich eines Zusammenschlusses mit dem Elisabeth-Vinzenz-Verbund. Das würde die Schließung der Klinik in Bad Ems bedeuten und das macht doch überhaupt keinen Sinn.“

Nachdem die Paracelsus-Kliniken Deutschland mit Sitz in Osnabrück wenige Tage vor Weihnachten beim Amtsgericht Osnabrück einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt hatte, sorgen sich nicht nur Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz, sondern Mediziner und Politik auch um den Gesundheitsstandort Bad Ems. Erst im Januar waren die Katholischen Kliniken Lahn GmbH (KKL) mit den Standorten Hufelandklinik Bad Ems und Marienkrankenhaus Nassau vom Elisabeth-Vinzenz-Verbund (EVV) übernommen worden. Während die Politiker nachhaltig darauf drängen, die Kliniken in Bad Ems und Nassau zu erhalten, bekräftigten jüngst die Verantwortlichen des Krankenhausträgers ihre Pläne, die Hufelandklinik und das Marienkrankenhaus mittelfristig aufzugeben und die stationären Kapazitäten in Lahnstein zu bündeln.

Seit dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, das im März eröffnet wurde, bemüht sich der Paracelsus-Konzern mit deutschlandweit 5200 Mitarbeitern, einen Investor zu finden, der den Konzern als Ganzes übernimmt. Laut Begemann habe es mehr als 70 Anfragen gegeben, und die Interessenten sollen in den nächsten Wochen erste Übernahmeangebote abgeben. „Wer so viel Geld in die Hand nimmt, hat einen guten Plan und schließt keine Kliniken“, betont Begemann und versucht so, die Mitarbeiter der Paracelsus-Klinik Bad Ems zu beruhigen. Das Verfahren solle möglichst bis zum Sommer abgeschlossen sein.

180 Mitarbeiter beschäftigt die Paracelsus-Klinik in Bad Ems. Kündigungen sind nicht geplant, zumal die Patientenzahl trotz des Insolvenzverfahrens stabil ist. „Wir haben hier Bedarf für ein Akutkrankenhaus. Es gibt keinen Grund diese Klinik zu schließen. Die Schließungs- und Übernahmegerüchte durch das Konkurrenzkrankenhaus sind haltlos und schaden allen.“

Laut Begemann bewegten sich „50 Prozent der deutschen Kliniken im Minus. Das ist ein extrem schwieriger Markt.“ Dass der Gesamtkonzern Paracelsus finanziell in Not geraten ist, liege vor allem an sechs Einrichtungen, die „schlecht gelaufen“ seien. Bad Ems gehörte in der Vergangenheit dazu. „Es wurden leider einige strategisch falsche Entscheidungen getroffen“, erklärt der Regionaldirektor. „Heute versuchen wir, Prozesse effizienter zu gestalten und Strukturen zu verbessern, um Geld zu sparen.“ So werde die Insolvenzphase genutzt, um den Konzern zu sanieren. „Der Standort ist für die Bevölkerung wichtig und landes- und lokalpolitisch gewollt“, betont Begemann.

Michaela Cetto

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