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Nassau/Bad Ems

Fusion von Bad Ems und Nassau: Schon jetzt gibt es viele Vernetzungen

Nachdem die Fusion der Verbandsgemeinden Nassau und Bad Ems von den Räten bestätigt worden ist, haben die Fusionsausschüsse beider VGs ihre Arbeit aufgenommen. Sie bestehen aus den jeweiligen Ältestenräten, also den Beigeordneten und Fraktionsvorsitzenden, sowie bei Bedarf den Personalvertretern. Die Ausschüsse treffen sich ein Mal im Monat, um die konkrete Ausgestaltung der Fusion zu besprechen – zuletzt Ende November. Erste Maßnahmen deuten sich dort an, wie Nassaus Bürgermeister Udo Rau (CDU) und Rainer Lindner, der „Beauftragte“ der VG Bad Ems nach dem Bundestagseinzug von Josef Oster, gegenüber unserer Zeitung berichten.

Foto: Carlo Rosenkranz

Klar ist beispielsweise, dass das Verwaltungsgebäude der Werke auf der Nassauer Koppelheck erweitert werden muss. Der Grund: Statt bislang fünf Mitarbeiter werden dort von 2019 an 14 Beschäftigte tätig sein. Da dort jedoch recht große Räume zur Verfügung stehen, sei nur ein kleiner Anbau notwendig. Zudem steht die Verlegung einer Glasfaserleitung an, mit der die Verwaltungsstandorte in Nassau und Bad Ems direkt miteinander verbunden werden. Dabei greift man möglicherweise auf das Unternehmen Inexio zurück, das gerade die letzten Arbeiten am kreisweiten Glasfasernetz vornimmt. Auf Personalebene hat die Zusammenarbeit der Verwaltungen längst begonnen. Der bislang im Nassauer Rathaus tätige Feuerwehrfachmann Michael Diel ist seit einer Weile drei Tage pro Woche in der Bad Emser Verwaltung tätig, weil dort sein Pendant in den Ruhestand gegangen ist. So musste die dortige Stelle nicht kurz vor der Fusion neu besetzt werden. Die Leiterin der Bad Emser Finanzverwaltung wiederum ist tageweise in Nassau tätig. Eine frühzeitige Kooperation der Abteilungen ist schon deshalb sinnvoll, weil das in Nassau genutzte Computerprogramm zur Kassenführung zugunsten der in Bad Ems verwendeten Software aufgegeben wird.

Foto: Carlo Rosenkranz

Auch bei den Werken gibt es längst auch ein persönliches Miteinander. Werkleiter Uwe Bruchhäuser ist seit mehreren Jahren vertraut mit den Nassauer Gegebenheiten, da er einst an der Einrichtung einer gemeinsamen Anstalt des öffentlichen Rechts beteiligt war, die später an juristischen Hürden scheiterte. Außerdem ist ein ehemaliger Abwassermeister der Bad Emser Werke auf der Koppelheck tätig. „Diese Verzahnungen aus der Vergangenheit helfen uns bei der Umsetzung der Fusion“, lautet Raus Überzeugung.

Laut Nassaus Bürgermeister gab es auch ein erstes Treffen der Führungskräfte, um mit der Umsetzung des Personalentwicklungskonzeptes zu beginnen. Die Beschäftigten sollen frühzeitig wissen, wo sie künftig arbeiten werden und mit welchen Aufgaben sie betraut werden. „Das soll im ersten Quartal 2018 stattfinden, damit wir uns dann den organisatorischen Fragen widmen können“, sagt Rau. Schließlich sei „viel Klein-Klein zu regeln“. Für die Zusammenlegung der Verwaltungen wolle man sich zudem Ideen von außen holen. „Wir wollen Erfahrungen von Verbandsgemeinden einholen, wo der Prozess gut gelaufen ist und zu Einsparungen geführt hat“, so Nassaus Bürgermeister. Im Bereich der Feuerwehren gebe es mittlerweile Treffen der Wehrführer mit den Wehrleitungen beider VGs.

Die Anlaufstelle Nummer eins für alle Bürger der alten VG Nassau wird künftig das Bürgerbüro in Nassau sein. Wo dieses zu finden sein wird, ist noch offen. „Das kann wie bisher im Rathaus sein, muss es aber nicht“, sagt Bürgermeister Udo Rau. „Es kommt darauf an, was die Stadt aus dem Adelsheimer Hof machen will.“ Unterdessen zeichnet sich ab, dass die Touristik nach der Fusion nicht mehr im Kulturhaus zu finden sein wird. „Der Standort ist nicht optimal“, räumt Rau ein. Im Haushalt der Touristik ist vorsorglich schon einmal ein Betrag für einen möglichen Umzug in andere Räumlichkeiten vorgesehen.

Wie die Fremdenverkehrswerbung künftig organisatorisch aufgestellt wird, ist noch offen. Darauf hat maßgeblich die Stadt Bad Ems Einfluss. Stadtchef Berny Abt zumindest hat mehrfach deutlich gemacht, dass die Kommune aus der gemeinsam von Staatsbad, VG und Stadt finanzierten Touristik in Bad Ems aussteigen will. Deren Büroräume in einem Nebengebäude des Bad Emser Rathauses müssen bis zum 31. März 2018 geräumt werden. Diese werden nach einer Sanierung von der Verwaltung der neuen VG Bad Ems-Nassau in Beschlag genommen. Dazu werden unter anderem das Dach des Nebengebäudes angehoben und das oberste Stockwerk benutzbar gemacht. Auch die Barrierefreiheit kommt, außerdem wird ein zweiter Rettungsweg geschaffen. Die Räumlichkeiten der Stadtbücherei in dem gleichen Nebengebäude werden ebenfalls umgebaut und ertüchtigt – hier soll ab Ende kommenden Jahres das Bad Emser Bürgerbüro zu finden sein. Für die Bücherei werden derzeit Alternativmöglichkeiten gesucht. „Die Planungen für den Umbau laufen“, versichert Rainer Lindner, verweist aber auch auf die Zusage, dass die Bücherei so lange bleiben kann, bis eine Alternative gefunden ist.

Lindner hofft auf eine rasche Baugenehmigung und Förderzusage im kommenden Jahr, damit die Ausschreibung schnell erfolgen kann. Denn der Zeitplan ist ambitioniert: Wenn die neue Verbandsgemeinde Bad Ems/Nassau zum 1. Januar 2019 ihre Arbeit aufnimmt, soll der komplette Umbau abgeschlossen sein und alle VG-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Bad Ems finden. Gelingt dies trotz aller Bemühungen aber nicht, greift „Plan B“: Dann erfolgt die Zusammenführung der Verwaltungen erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Beide Räte können heute eine Stellungnahme zum Entwurf des Landesgesetzes über den Zusammenschluss der Verbandsgemeinden abgeben. Außerdem geht es um den Bau einer Glasfaserverbindung zwischen den Standorten Bad Ems und Nassau. Auch in den Haushalten für 2018 schlägt sich die Fusion nieder. Die Sitzungen beginnen um 18.30 Uhr, der Bad Emser Rat tagt im Rathaus, das Nassauer Gremium im Feuerwehrgerätehaus.

Von unseren Redakteuren
Carlo Rosenkranz und Tobias Lui

aktuell BUZ

Im Bad Emser Rathaus (linkes Bild) muss die Stadtbücherei weichen und der Anbau aufgestockt werden, um allen Verwaltungsmitarbeitern der neuen Verbandsgemeinde Raum zu geben. Der Adelsheimer Hof in Nassau dürfte hingegen nach dem Umzug weitgehend leer stehen.

Fotos: Rosenkranz
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