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Obernhof/Weinähr

Flurbereinigung soll Lahnweinbau Zukunft sichern

Seit fast drei Jahren arbeiten die Winzer aus Weinähr und Obernhof auf eine Flurbereinigung hin, um die wirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern und dem Weinbau an der Lahn eine Zukunft zu geben. In der kommenden Woche informieren die Winzer und Experten des Landes die Öffentlichkeit über das Vorhaben in Bürgerversammlungen.

Rebschnitt in einem biologisch bewirtschafteten Weinberg in Obernhof.
Rebschnitt in einem biologisch bewirtschafteten Weinberg in Obernhof.
Foto: Carlo Rosenkranz

Obernhof/Weinähr – Seit fast drei Jahren arbeiten die Winzer aus Weinähr und Obernhof auf eine Flurbereinigung hin, um die wirtschaftlichen Bedingungen zu verbessern und dem Weinbau an der Lahn eine Zukunft zu geben. In der kommenden Woche informieren die Winzer und Experten des Landes die Öffentlichkeit über das Vorhaben in Bürgerversammlungen.

Die Ortsgemeinderäte von Weinähr und Obernhof haben sich bereits einstimmig für die Bodenneuordnung ausgesprochen. Ziel ist es, brachliegende Flächen innerhalb der derzeit bewirtschafteten Hänge wieder nutzbar zu machen und die Anbaufläche zu vergrößern.

Die bislang letzte Flurbereinigung in den Weinbergen an der Lahn gab es laut Norbert Massengeil-Beck, Vorsitzender des Winzervereins, Mitte der 1980er-Jahre. Damals wurde die Rebfläche von 4,5 auf 7 Hektar erweitert. „Das hat dazu geführt, dass es in den bestehenden Betrieben einen Generationswechsel gab und neue Winzer wie Helge Ehmann dazugekommen sind“, sagt der Winzer. „Wäre es dazu nicht gekommen, wäre der Weinbau an der Lahn längst tot.“

Auch die neuerliche Flurbereinigung soll dazu beitragen, den Weinbaubetrieben eine Basis für die kommenden Jahrzehnte zu schaffen. „Die Lahn soll für Neu- und Quereinsteiger und den Nachwuchs interessant werden“, sagt Massengeil-Beck. Zusammenhängende Flächen erleichtern zudem die Arbeit, weil beispielsweise der derzeit sehr zeitaufwendige Pflanzenschutz sowie die Bodenbearbeitung mithilfe einer Raupe schneller erledigt werden können. „Das mildert die Doppelbelastung, die wir als Winzer und Gastronomen haben“, sagt Massengeil-Beck. Sein Wunsch wäre es, die derzeit bewirtschaftete Fläche von sieben auf etwa zwölf Hektar zu vergrößern. „Es gibt einen Bedarf für mehr Wein von der Lahn“, sagt der Winzer. Das habe der Jahrgang 2010 deutlich gemacht, dessen Menge wegen erheblicher Wildschäden um rund die Hälfte niedriger lag als üblich. Die Folge: Monatelang gab es keinen Lahnwein in den gastronomischen Betrieben der Region.

Um die Anbaufläche zu vergrößern, müssen mehr als 100 Eigentümer der infrage kommenden Flächen an einem Strang ziehen. Laut Massengeil-Beck können viele von der Flurbereinigung profitieren. „Brachliegende Flächen werden wieder nutzbar gemacht. Die Eigentümer können ihre Parzellen verkaufen oder verpachten“, sagt der Winzer.

Auch für Landschaftsbild und Tourismus soll die Flurbereinigung ein Gewinn werden. Seit Jahrhunderten prägt der Weinbau die Landschaft. Der Wein, die Weinstuben und die sonnenbeschienenen Wanderwege durch die Weinberge sind zudem ein touristisches Merkmal im Bereich von Lahn und Taunus. Außerdem sind die frei gehaltenen Hänge ein wertvolles Biotop für Wärme liebende Arten. In Nassau und bei Bad Ems werden deshalb ehemalige Wingerte mit einigem Aufwand vom Bewuchs befreit, während die aktiven Winzer an Lahn und Gelbach dies dauerhaft sicherstellen. Carlo Rosenkranz

Die Bürgerversammlungen sind am 29. Februar, 19 Uhr, im Rathaus Weinähr und am 1. März, 19 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Obernhof.

 

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