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    Feuerwehr: Zu kleine Einheiten bekommen Blauen Brief

    VG Nassau. Als erste Verbandsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis hat Nassau feste Kriterien benannt, nach denen eine Feuerwehreinheit noch als zukunftsfähig gilt.

    Freiwillige Feuerwehren sind lebenswichtig. Doch wie in vielen Bereichen des Ehrenamts ist auch bei den freiwilligen Wehren die Zahl der Aktiven rückläufig. Die Verbandsgemeinde Nassau hat festgelegt, nach welchen Kriterien eine Wehr noch als zukunftsfähig gilt.  Foto: Carlo Rosenkranz
    Freiwillige Feuerwehren sind lebenswichtig. Doch wie in vielen Bereichen des Ehrenamts ist auch bei den freiwilligen Wehren die Zahl der Aktiven rückläufig. Die Verbandsgemeinde Nassau hat festgelegt, nach welchen Kriterien eine Wehr noch als zukunftsfähig gilt.
    Foto: Carlo Rosenkranz

    Von unserem Redakteur Carlo Rosenkranz

    Der Rat stimmte einstimmig für das Konzept, an dem laut Bürgermeister Udo Rau (CDU) die Wehren aktiv mitgewirkt haben. "Damit sind nun verbindliche Spielregeln festgelegt", sagte Rau. Diese seien auch Grundlage für künftige Entscheidungen über weitere Investitionen im Brandschutzbereich. Werden die Kriterien dauerhaft nicht erfüllt, soll künftig über die Auflösung oder Fusion einer Wehr entschieden werden.

    Wie in vielen Bereichen des Ehrenamts ist auch bei den freiwilligen Wehren die Zahl der Aktiven rückläufig. "Wir versuchen dem mit einer intensiven Jugendarbeit zu begegnen", erläuterte Rau. Zudem halte die Verbandsgemeinde Fahrzeuge, Ausrüstung und Gerätehäuser vor. Da das Landesgesetz über den Brandschutz eine "den örtlichen Verhältnissen entsprechende Wehr" verlange, habe man nun in Absprache mit Wehrleitung und den Ortsbürgermeistern konkrete Anforderungen definiert.

    Zahl der Aktiven ist ausschlaggebend

    Die neuen Richtlinien beziehen sich auf die Größe der Ortsgemeinde, in der eine Wehr ihren Sitz hat, und auf das Vorhandensein von Führungspersonal. Konkret heißt das: In Gemeinden mit weniger als 150 Einwohnern soll eine Wehr mindestens Staffelstärke haben, also aus einer Führungskraft und wenigstens fünf Aktiven bestehen. Orte mit bis zu 1000 Einwohnern sollen über eine Wehr verfügen, die mindestens Gruppenstärke erreicht, und somit auch wenigstens einem Wehrführer sowie acht Aktiven Feuerwehrleuten besteht. In größeren Gemeinden muss mindestens eine Gruppe plus Ergänzung bestehen, wofür ein Anführer und elf aktive Wehrleute vorgesehen sind. Die Stützpunktwehr muss Zugstärke erreichen. Diese besteht, wenn zwei Führungspersonen und 18 Aktive vorhanden sind.

    Wenn eine Einheit nur noch die Sollstärke erreicht, wird sie künftig schriftlich von der VG-Verwaltung darauf hingewiesen. "Dann ist drei Jahre Zeit, die Situation zu verbessern", erläutert Bürgermeister Rau. In dieser Zeit sollen neue Aktive gewonnen werden. "Drei Jahre, weil dann ein Jahr Zeit ist, Interessierte zu gewinnen, die anschließend eine zweijährige Ausbildung durchlaufen müssen", so der Bürgermeister. "Wenn es nicht fruchtet, droht die Zusammenlegung oder Auflösung", sagt er. Dabei gelte im Fall einer Zusammenlegung, dass das neue Gebilde als eine Einheit betrachtet werde, was Auswirkungen auf die Ausrüstung habe. "Das bedeutet, dass es nur einen Wehrführer, ein Gerätehaus und ein Fahrzeug gibt." Der Bürgermeister versprach, die Verwaltung werde die Stärke der Einheiten kontrollieren und fällige Konsequenzen durchsetzen.

    Höchstens sechs Monate ohne Führung

    Auch für das Führungspersonal in den Wehren sind vom Rat Regeln aufgestellt worden. Demnach müssen ausgeschiedene Wehrführer oder Stellvertreter spätestens nach sechs Monaten durch einen Nachfolger ersetzt werden. Dabei gilt der Tag der Ernennung. Werde die Frist nicht eingehalten, führe dies zur Auflösung einer Einheit. Aktuell, so räumte der Bürgermeister ein, gebe es ein Wehr, in der die Vakanz ein halbes Jahr bereits überschreite. Die Ernennung eines Wehrführers stehe jedoch unmittelbar bevor.

    Den ersten "Blauen Brief" bekommt dem Bürgermeister zufolge die Feuerwehr in Hömberg. Sie hat laut Verwaltung acht aktive Mitglieder, gefordert sind jedoch mindestens neun. "Die Einheit bekommt ein Schreiben, dass sie sich bemühen möge, über den Strich zu kommen", sagte Rau in der Ratssitzung. Für Geisig und Schweighausen mit je zwölf Aktiven werde es langsam eng. In beiden Fällen ist die Mindeststärke auf neun Mitglieder festgelegt. In allen anderen Einheiten liege man deutlich über der geforderten Personalstärke.

    Bei den Ratsmitgliedern stieß das Konzept auf einhellige Zustimmung. "Es ist gut, dass man sich mit dem Thema beschäftigt und klare Werte vorgibt, die nicht zerredet werden können", sagte Gebhard Linscheid für die CDU-Fraktion. Damit sei sichergestellt, dass die konsequente Anwendung nicht von Personen abhänge. Zudem lobte er die Mitarbeit der Feuerwehren selbst und die Einbindung der Ortsbürgermeister. "Das Konzept kommt von unten und wird nicht von oben übergestülpt", sagte Linscheid. Für die Sozialdemokraten sprach Herbert Baum von einem gut differenzierten und ehrlichen Konzept. "Es wird Konflikte geben, die sich nur vermeiden lassen, wenn alle Wehren leistungsfähig und einsatzbereit sind", sagte er und prophezeite: "Es wir jedoch nicht alle Probleme lösen." Sein Lob galt der Leitung der Verbandsgemeinde-Feuerwehr mit Gunnar Gramsch und Jürgen Schwarz an der Spitze.

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