40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RLZ Bad Ems/Lahnstein
  • » Feuerteufel unterwegs: Wann endlich wird der Täter gefasst?
  • Aus unserem Archiv
    Lahnstein

    Feuerteufel unterwegs: Wann endlich wird der Täter gefasst?

    Sie ist ein Stück Lahnstein. Die Hütte in der Ruppertsklamm. Sie ist Treffpunkt und Ausflugsziel. In und um die Hütte ist immer was los, egal ob im Sommer oder Winter. Aber offenbar gibt es jemanden, der dieses Stück Lahnstein zerstören will. Bereits zum zweiten Mal war jetzt die Hütte Ziel eines Brandanschlags. Warum nur?

    Ein Bild vom jüngsten Brand in der Schutzhütte Ruppertsklamm: Die Schäden am Gebäude sind diesmal sehr groß.
    Ein Bild vom jüngsten Brand in der Schutzhütte Ruppertsklamm: Die Schäden am Gebäude sind diesmal sehr groß.

    Als die Alarmierung am Freitagnacht bei der Freiwilligen Feuerwehr Lahnstein einging, war die Reaktion bei allen dieselbe: "Nein! Nicht schon wieder!" Und dann ging es im Eiltempo in die Klamotten und in die Einsatzfahrzeuge. Viele Wehrleute waren an diesem Abend, exakt um 22.53 Uhr, noch in der Wache, hatten nach dem Gruppenführer-Unterricht, der am Freitag anberaumt war, noch beisammen gestanden, geredet, gefachsimpelt. Vielleicht sogar über die Brandserie, die sie alle seit August in Atem hält. Dann ging es in rasender Eile wieder in den Wald, zur Schutzhütte Ruppertsklamm, die alle kennen, die jeder von ihnen auch immer mal wieder besucht. "Das ist so schade. Wir können alle nicht verstehen, wieso jemand mit Gewalt versucht, die Hütte zu zerstören", sagt Sascha Lauer, stellvertretender Wehrführer.

     

    Erneut hat es an der Schutzhütte der Ruppertsklamm gebrannt. Die Feuerwehr musste am Freitagabend ausrücken.
    Erneut hat es an der Schutzhütte der Ruppertsklamm gebrannt. Die Feuerwehr musste am Freitagabend ausrücken.
    Foto: Karin Kring

    Nach dem Brand am Donnerstag, 10. November, als eine Joggerin ein kokelndes Feuer entdeckt hatte, war dies der zweite Anschlag auf die Ruppertsklamm-Hütte. Zuvor war bereits eine Hütte auf dem Mehrsberg im Lahnsteiner Wald angezündet worden, die Schutzhütte Uhulay brannte komplett ab. Daneben gab es bekanntlich mehr als zehn Mal Brandherde mitten im Wald, im Unterholz rund um den Lichterkopf, die Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte seit August wochenlang in Atem halten. Jedes Mal konnte ein Ausbreiten der Brände glücklicherweise verhindert werden. Jedes Mal war es Brandstiftung (wir berichteten).

     

    Es ist nur gut eine Woche her, als der Feuerteufel schon einmal versuchte, die Schutzhütte an der Ruppertsklamm abzufackeln. 
    Es ist nur gut eine Woche her, als der Feuerteufel schon einmal versuchte, die Schutzhütte an der Ruppertsklamm abzufackeln. 
    Foto: Karin Kring

    Zwei weitere Fälle im Bereich der Stadt Koblenz beschäftigen die Polizei ebenfalls. In der Nacht zum 31. Oktober brannte die Eifelblickhütte, gelegen am Waldrand oberhalb des Stadtteils Asterstein nahe der Schießanlage auf der Schmidtenhöhe, lichterloh. Berufsfeuerwehr Koblenz und die Freiwilligen Wehren Ehrenbreitstein und Arzheim waren mit 34 Mann mehr als drei Stunden im Einsatz, konnten das Gebäude aber nicht mehr retten. Es brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Der Zusammenhang mit der Brandserie in Lahnstein ist naheliegend (lesen Sie mehr auf Seite 18).

     

    In der Nacht zum 15. November war die Wittauer Hütte auf der Schmidtenhöhe – wiederum im Bereich der rechtsrheinischen Waldgebiete Koblenz/Lahnstein – das Ziel einer Brandstiftung: Unbekannte hatten Holzbalken vorsätzlich angekokelt. Der Schaden beläuft sich auf etwa 1000 Euro.

    Nun erneut die Schutzhütte Ruppertsklamm. "Wir hatten eigentlich im September gehofft, dass die Brandserie vorbei ist", sagt Lauer. Sechs Wochen war Ruhe. Leider ein Trugschluss.

    Der Schaden, den das jüngste Feuer angerichtet hat, ist immens. "Das Feuer war schon sehr weit fortgeschritten, sodass wir das Dach öffnen mussten", sagt der Einsatzleiter. "Wären wir zehn Minuten später gekommen, wäre sie völlig abgebrannt." Aber auch so wird ein Großteil des Gebäudes erneuert werden müssen und hohe Kosten verursachen. "Im Grunde ist die Hütte hin", schätzt er.

    Immer im Einsatz präsent ist für die Feuerwehrleute der Gedanke: Hoffentlich kommt es nicht schlimmer! "Arbeitsintensiv und sehr belastend für unsere Leute", so beschreibt Lahnsteins Wehrführer Marcus Schneider die derzeitige Situation. Die Feuerwehrleute selbst haben bei freiwilligen Arbeitseinsätzen über viele Jahre zum Erhalt der Ruppertsklamm und der Hütte beigetragen. "Jetzt wird das alles zerstört", sagt er. "Die Nerven liegen bei uns blank. Und wir hoffen alle sehr, dass der oder die Täter, die hier zündeln und viele Rettungskräfte, aber auch die Bevölkerung immer wieder in große Gefahr bringen, endlich gefasst werden." Karin Kring

     

    Polizei: Ermittlungen laufen auf Hochtouren

    Und was tut die Lahnsteiner Polizei, die sich bereits seit Monaten auf Tätersuche befindet? Sie arbeitet mit Hochdruck. „Glauben Sie mir, wir versuchen wirklich alles Mögliche, um den Täter zu ermitteln, wenn es denn immer ein und derselbe war“, sagt Hans-Josef Häring. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion (PI) Lahnstein kann nachvollziehen, dass in der Bevölkerung eine gewisse Verwunderung darüber herrscht, dass auch nach Monaten keine Ermittlungsfortschritte zu erkennen sind. „Es handelt sich nun mal um ein riesiges Gebiet“, sagt Häring. „Außerdem kommen aus der Bevölkerung so gut wie keine Hinweise.“ Dies liege gerade in Herbst und Winter in der Natur der Sache, „da geht doch keiner im Wald spazieren am Abend.“ Trotzdem: Die Lahnsteiner Beamten sind überzeugt, den Täter früher oder später zu schnappen. Die Maßnahmen seien noch einmal verschärft worden, versichert er, ohne – aus Ermittlungstechnischen Gründen – auf Details eingehen zu wollen. Außerdem appelliert Häring an die Bevölkerung: Augen und Ohren offen zu halten und verdächtige Waldbesucher umgehend zu melden.  tl

    Wer verdächtige Beobachtungen macht oder Hinweise auf den Brandstifter geben kann, sollte sich mit der Polizeiinspektion Lahnstein, Tel. 02621/9130, in Verbindung setzen.

    Bad Ems Lahnstein
    Meistgelesene Artikel
    Online regional
    Markus Eschenauer

    Regio-CvD Online

    Markus Eschenauer

    Mail | 02602/160 474

    Regio-Reporterin
    Sabrina Rödder

    Regio-Reporterin

    Sabrina Rödder

    Mail | 0170/6137957

    Anzeige
    Regionalwetter
    Donnerstag

    3°C - 7°C
    Freitag

    1°C - 6°C
    Samstag

    1°C - 6°C
    Sonntag

    2°C - 5°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    epaper-startseite
    Anzeige